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Tiroler Ärztinnen & Ärzte warnen die Bevölkerung mittels Videobotschaft

In einem Video auf YouTube wandte sich das medizinische Fachpersonal aus Tirol an die Bevölkerung. Die Lage sei ernst, so die Fachkräfte.

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Tiroler Ärztinnen & Ärzte warnen die Bevölkerung mittels Videobotschaft
© iStock

Interviews mit Medizinerinnen und Medizinern wurden in den letzten Wochen zum Fernsehalltag. In kaum einem anderen Jahr warteten wir so gespannt auf die Antworten der Expertinnen und Experten. Selten fanden medizinische Fachkräfte so viel Gehör. Doch viele von ihnen kommen kaum zu Wort, leisten gerade Überstunden und sind im Dauereinsatz. Am Donnerstag wandten sie sich aber direkt an die Bevölkerung: Die "Tirol Kliniken" veröffentlichten ein Video auf YouTube, das die Lage in den Krankenhäusern noch einmal deutlich machen soll.

Krankenhäuser an Kapazitätsgrenzen

Das medizinische Fachpersonal schilderte nicht nur den Ernst der Lage in den einzelnen Stationen, sondern bat die Bevölkerung, die "sozialen Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren". Die geltenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen wurden ebenfalls immer wieder betont. Die Bilder aus stark besuchten Einkaufszentren und Intensivstationen am Rande der Kapazitätsgrenzen wechselten dieser Tage ab. Grund genug, um den Appell dieses Mal nicht an die Politik zu senden, sondern an die Bevölkerung. Die Belastung der einzelnen Krankenhäuser in Tirol kommt im Video ebenfalls zur Sprache. Von einem "besonderer Ansturm an Patientinnen und Patienten" ist die Rede, Neurochirurgie-Stationen, die *nur* noch mit COVID-19-PatientInnen belegt sind, anstatt PatientInnen mit Hirntumoren oder Schlaganfällen zu versorgen, machen den Fachkräften Sorgen.

"Wir müssen bald anfangen zu entscheiden, wer kommt noch auf ein Intensivbett und wer nicht", sagte etwa Stephan Eschertzhuber, Primar für Anästhesie und Intensivmedizin am LKH Hall. Die Fachkräfte appellieren deshalb auf den Zusammenhalt in dieser Pandemie. Wir können die Pandemie nur gemeinsam bekämpfen, wenn wir uns alle an die Maßnahmen halten", so Günter Weiss, Direktor der Univ.-Klinik für Infektiologie. Auch wenn eine Impfung in Sicht sei, solle die Bevölkerung konsequent durchhalten.

Thema: Coronavirus