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Tony Wegas: "Ich dachte, ich bin der liebe Gott"

Drogensüchtig und kriminell – ein Image, das Musiker Tony Wegas auch 23 Jahre nach seinem tiefen Fall noch immer anhaftet. Er hat gelernt, damit zu leben. Das sehr persönliche Interview.

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Tony Wegas: "Ich dachte, ich bin der liebe Gott"
© Bubu Dujmic Photography

Was ich an unserem Job so liebe: Wir dürfen Menschen treffen, deren Lebenswelten sich sonst vermutlich nie mit unseren überschneiden würden. Tony Wegas ist so jemand. Als er am Höhepunkt seiner Karriere stand, zweifelte ich als Siebenjährige gerade an der Existenz vom Christkind und dem Osterhasen. Als er fünf Jahre später wegen Kokainkonsum und zwei Handtaschendiebstählen inhaftiert wurde, feilschte ich mit meinen Eltern um spätere Schlafenszeiten und mehr Taschengeld.

Heute sitzen wir uns gegenüber: Ein Mann, der in seinem Leben nichts ausgelassen hat, ganz oben und auch ganz, ganz unten war. Ich, deren größte Grenzerfahrung bisher ein wenig bis gar nicht organisierter Afrika-Urlaub war.

Wie alt ich bin, fragt er mich während unseres Gesprächs. „34“, antworte ich und er meint: „An das Alter erinnere ich mich gar nicht mehr …“ Dann erzählt er sehr offen und unzensiert von seinen Exzessen, Abstürzen, seiner 30-monatigen Gefängnisstrafe – seinem absoluten Tiefpunkt. Es fallen Sätze wie „Das ging so rasend schnell!“ und „Ich dachte, ich bin der liebe Gott und kann alles handeln.“ Gefolgt von der Erkenntnis: „Einen Scheißdreck konnte ich …“

Er beschreibt den beschwerlichen Weg zurück in ein normales Leben. Ein Weg, der durchzogen war von Einsicht und schweren Selbstvorwürfen. Er redet nichts schön, sondern hält aus, was war, auch wenn’s weh tut. Etwa das Bewusstsein, dass er seiner 15-jährigen Tochter für lange Zeit kein guter Vater war. Jetzt ist er für sie da, will das, was er verabsäumt hat, aufholen, wieder gutmachen. Er blickt optimistisch in die Zukunft, spricht von möglichen Fernsehrollen und neuen Musikprojekten. Und privat geht sich vielleicht sogar ein Liebesrevival mit seiner Ex-Frau aus …

Das sehr persönliche Interview mit Tony Wegas liest du im aktuellen WOMAN – ab 27. Februar im Handel!