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Britische Politikerin trug schulterfreies Kleid im Parlament & erntete Kritik

Weil die britische Abgeordnete Tracy Brabin im Parlament ein schulterfreies Kleid trug, wurde sie angefeindet. Als Frau kann man wirklich nichts richtig machen...

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tracy brabin schulterfreies kleid
© twitter.com/Tracy Brabin

Willkommen im Jahr 2020: Eine österreichische Bäckerei-Kette fordert ein Krapfen-Emoji, ÄrztInnen wollen Solarien verbieten und es sah kurz so aus, als wolle Brad Pitt doch nochmal mit Jennifer Aniston anbandeln. Ach ja, und eine Politikerin, Tracy Brabin, wurde förmlich zur Schnecke gemacht, weil sie ein schulterfreies Kleid im britischen Unterhaus trug.

Die 58-Jährige ist Mitglied der sozialdemokratischen Labour Party. Das besagte Kleid trug sie bei einer Debatte im Parlament. Da es eine TV-Übertragung gab, dauerte es nicht lange, bis die unbedeckte Schulter zum Thema wurde. Ein Twitter-User (mittlerweile wurde der Tweet gelöscht, Anm.) hatte einen Screenshot von Brabin gepostet und geschrieben: "Ist das eine angemessene Kleidungswahl für das Parlament?" Daraufhin wurde Brabin auf Twitter unter anderem wüst beschimpft. Etwa als "billig" oder "unprofessionell". Ein User schrieb, sie solle ihre "Rolle mit dem gehörigen Respekt" behandeln oder sich sonst lieber "einen Job beim Fernsehen" suchen.

Die Abgeordnete meldete sich mit einem Tweet zur Angelegenheit: "Tut mir leid, dass ich keine Zeit hatte, auf alle Kommentare zu antworten. Aber ich kann euch versichern, dass ich kein Abfall, nicht verkatert, keine Tussi, nicht gerade dabei bin zu stillen, kein Flittchen, nicht betrunken und auch nicht gerade über einer Mülltonne gevögelt wurde (allesamt Zitate aus Tweets - Anm. d. Redaktion). Wer hätte gedacht, dass Menschen aufgrund einer Schulter so emotional werden... "

In einem Video-Interview mit Sky News erklärt sie, was das wahre Problem mit den meisten Kommentaren ist: "Es geht um viel mehr, als nur um die Gemeinheiten. Es geht um den sexistischen Unterton. Und das geht einfach zu weit. Außerdem ist es problematisch, denn ich als Politikerin repräsentiere auch meine Wählerschaft. Darunter sind Frauen, die tragen wollen, worauf sie Lust haben, ohne gleich sexualisiert zu werden."

Das ist der wahrlich springende Punkt: Der Frauenkörper ist der Mittelpunkt des alltäglichen Sexismus. Und ob eine Politikerin professionell ist, sollte nicht an ihrem Aussehen gemessen werden. Diese äußerliche Kritik sagt mehr über die Weltsicht der Kommentierenden aus, als über die politische Arbeit von Tracy Brabin.

Wir finden im Übrigen, dass man mit einem LBD (Little Black Dress) nie danebenliegt. Und die asymmetrische Schulterpartie wertet den Look zusätzlich auf! Lassen wir uns doch alle ein bisschen von Tracy Brabin inspirieren:

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