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Was du noch nicht über Tränen wusstest

Schniefen. Heulen. Weinen. Von Geburt an vergießen wir Tränen. Aber wusstest du, dass Forscher nach wie vor nicht wissen, warum wir weinen? Und dass es Krokodilstränen wirklich gibt?


Was du noch nicht über Tränen wusstest

Wir vergießen Tränen - aber warum eigentlich?

© Thinkstock

Tränen erfüllen einen medizinischen Zweck: Sie halten unsere Pupillen feucht und Augeninfektionen fern. Darin unterscheiden wir uns nicht von Tieren. Was aber dem Menschen eigen ist: Wir weinen auch aus emotionalen Gründen – Trauer, Freude, Angst, Erstaunen, Wut.

Gerade wenn wir weinen, erfahren wir eine Menge über uns selbst. Denn wegen Nichtigkeiten brechen wir nicht in Tränen aus. Sondern nur, wenn uns etwas wichtig ist, uns etwas tief im Inneren berührt. Und obwohl Weinen eine so einzigartige (wenngleich nicht immer schöne) Erfahrung ist, so wissen wir doch erstaunlich wenig über Tränen an sich. Weshalb wir spannendes Wissen übers Weinen gesammelt haben.

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Es gibt mehr als nur eine Träne. Logisch. Wir vergießen manchmal wahre Bäche. Aber das meinen wir damit nicht. Wir sprechen über die Zusammensetzung der Tränen. Da wäre mal die "normale" Tränenflüssigkeit, die unser Auge schmiert, nährt und schützt. Sie unterscheidet sich (wenn auch nur minimal) von der "Reflex-Träne", die unser Auge bei Irritationen wie Wind, Rauch oder auch Zwiebel-Aromen tränen lässt. Der dritte Tränen-Typus ist jener, den wir aus emotionalen Gründen vergießen – nach einem Krach mit unserem Partner oder bei einem besonders rührenden Film. Eine Studie von 1980 ergab: emotionale Tränen enthalten mehr Protein als die herkömmliche Tränenflüssigkeit.

Babys weinen unter anderem, wenn sie die Aufmerksamkeit ihrer Eltern wollen
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Warum wir überhaupt weinen. Nach wie vor wissen Forscher nicht exakt, weshalb wir in traurigen Situationen zu weinen beginnen. Manche Evolutionsbiologen sind der Ansicht, dass Menschen dadurch auf ihre Not aufmerksam machen wollten, ohne laut um "Hilfe" zu schreien. Quasi als eine Art Signalsystem, das Raubtiere trotzdem nicht darauf hinweisen sollte, dass wir verwundbar sind. Unbestritten ist Weinen nach wie vor eine Möglichkeit, Unterstützung von anderen zu erhalten. Babys schreien, wenn sie die Aufmerksamkeit ihrer Eltern wollen. Wir heulen, wenn wir Sympathie von Freunden oder unseren Liebsten erhoffen. In Streitsituationen können Tränen zu schnelleren Lösungen führen. Weint unser Gegenüber, fällt es schwer, hart zu bleiben.

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Unsere Tränen sind wie Speichel. Klingt möglicherweise eklig – aber in ihrer chemischen Zusammensetzung unterscheiden sich Tränen nicht wesentlich von Spucke. Sie bestehen vor allem aus Proteinen, Salz und Hormonen.

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Ja. Frauen weinen öfter als Männer. Eine Studie hat ergeben: Frauen heulen 5,3 Mal pro Monat (kommt uns persönlich oft vor ). Männer kommen auf 1,4 Mal. Laut einer Untersuchung des deutschen Augenheilkunde-Instituts weint eine Frau durchschnittlich sechs Minuten lang. Männer hingegen nur zwei bis maximal vier Minuten. Dieselbe Studie kommt auch zu dem Schluss, dass Frauen vor allem dann weinen, wenn sie sich an vergangene Situationen erinnern, sich unwohl und unsicher fühlen oder sie mit einer unerwarteten Situation konfrontiert werden. Männer weinen aus Empathie mit anderen – oder wenn eine Beziehung in die Brüche geht.

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Warum immer auch gleich die Nase rinnen muss. Weinen macht leider nicht schöner. Die Augen laufen rot an und verquellen, die Nase wird rot und beginnt automatisch zu rinnen. Warum? Weil die Tränen auch in die Nasengänge und damit teilweise aus unserer Nase laufen. Manchmal zieht ein Weinkrampf auch starke Kopfschmerzen nach sich. Der Grund dafür könnte in der leichten Dehydrierung liegen – oder an der durch den Heulkrampf verursachten starken Muskelanspannung im Gesicht.

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Tränen sind unsexy. Nein, es hat nichts mit unserer Optik während und nach eines Heulkrampfs zu tun. Aber tatsächlich wurde bei einer Untersuchung 2011 festgestellt: Das Testosteron-Level und damit die sexuelle Lust von Männern sank, wenn sie die Tränen von Frauen ROCHEN.

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Krokodilstränen gibt es wirklich. "Ach, heul' doch keine Krokodilstränen!" – Den Spruch kennen wir. Aber weinen die Echsen tatsächlich? Ja. Tun sie. Allerdings nicht getrieben von Emotionen, sondern (ähnlich wie beim Menschen) um das Auge zu befeuchten. Was für Krokodile jedoch noch essentieller ist, da sie über ein drittes Augenlid verfügen. In einer zweiten Untersuchung stellen Tierforscher 2007 fest, dass sich besonders viel Tränenflüssigkeit bei Krokodilen ansammelte, wenn sie etwas zwischen den Zähnen hatten. Nun: Wir könnten vor Freude über Essen auch manchmal fast weinen... ;-)

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Manche Menschen weinen öfter als andere. Wir haben gelernt, dass Frauen öfter als Männer weinen. Aber auch hier gibt es noch Unterschiede, ob man eher am Wasser gebaut ist oder nicht. Menschen, die traumatische Erlebnisse hinter sich haben, ängstliche Typen oder besonders extrovertierte und empathische Charaktere brechen schneller in Tränen aus. Eigentlich wenig verwunderlich.

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Warum wir beim Zwiebelschneiden weinen müssen. Die Zwiebelflüssigkeit löst einen chemischen Reiz aus, der die Tränendrüse stimuliert und uns so das Wasser in die Augen schießen lässt.