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Tragödie im Iran und ein Leben in Angst: WOMAN sprach mit Frauen über ihre Heimat

Das Regime hat betrogen. Das Volk rebelliert. Jetzt kämpfen die Iraner für Freiheit und bezahlen mit ihrem Leben! In WOMAN sprechen zwei Frauen über die dramatische Lage in ihrer alten Heimat.


Tragödie im Iran und ein Leben in Angst: WOMAN sprach mit Frauen über ihre Heimat
© Susanne Stemmer

Zuerst der Wahlbetrug, dann die Demos, wenige Tage später die ersten Toten. Mit dem Sterbevideo von Neda, einer 27-jährigen Studentin, die auf offener Straße erschossen wurde, hat die Tragödie nun auch ein mahnendes Gesicht erhalten. Im Iran eskaliert die Lage: Die Bürger wittern ihre Chance auf Veränderung, das Regime fürchtet um seinen Einfluss. Wie aber sehen Menschen, die ihre Wurzeln im Iran haben, die Situation? Werden die Aufstände das Leben verbessern? Oder bleibt aller Einsatz wieder unbelohnt? In WOMAN geben zwei Frauen, die im Iran geboren sind, aber seit mehr als zwanzig Jahren in Österreich leben, Antworten darauf. Anonym! Zu groß ist die Angst, dass das Regime selbst im Ausland geübte Kritik ahndet – zumindest mit einem Ausreiseverbot beim nächsten Verwandtenbesuch!

S., 29, schreibt in ihrem Kommentar, was sie aufreibt (siehe WOMAN 14/09). Mit N., 27, die seit ihrem zweiten Lebensjahr in Österreich wohnt und als Werbeberaterin arbeitet, haben wir über ihre ganz persönlichen Eindrücke gesprochen:

Die Ereignisse im Iran überschlagen sich. Was ist für Sie das Schlimmste?
Alles! Ich kann gar nicht sagen, was schlimmer ist! Die Verarschung der Menschen durch den Wahlbetrug? Die Gewalt, die immer skrupelloser wird? – Die Truppen gehen in Studentenheime und schießen wahllos um sich. Oder ist es die Aussichtslosigkeit auf Veränderung?

Sie glauben nicht an einen Erfolg der Aufständischen?
Leider nein! Die Leute sind jetzt schon eingeschüchtert. Wenn der mediale Hype abflaut, gerät die Lage im Iran in Vergessenheit. Und die Menschen sind wieder einmal enttäuscht, weil ihr Einsatz nichts verändert hat, manche sogar mit ihrem Leben dafür bezahlen mussten.

Welche Maßnahmen trauen Sie dem Regime unter Ahmadinejad noch zu?
Die sagen: „Entweder ihr hört auf, oder wir schrecken vor nichts zurück.“ Ich glaube aber auch, dass es schon viel mehr Tote geben würde, wenn die Welt nicht über Plattformen wie Facebook oder YouTube erfahren würde, was wirklich im Iran vorgeht.

Könnte es Krieg geben?
Wenn sich ein starkes Land hinter den Iran stellt, vielleicht. Es wäre die schlechteste Lösung, aber es würde etwas verändern.

LESEN Sie mehr in WOMAN 14/09!