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WHO: Transsexualität ist keine Krankheit

Die Weltgesundheitsorganisation will Transsexualität endlich von der Liste der psychischen Krankheiten streichen. Dies wird aber erst 2022 umgesetzt.

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WHO: Transsexualität ist keine Krankheit
© istockphoto.com

Transsexualität bedeutet, dass eine Person sich als Angehörige/r des anderen Geschlechts sieht und auch so leben möchte. Dieser Zustand zählt laut dem ICD (Internationale Klassifikation der Krankheiten) zu den "Störungen der Geschlechtsidentität" und ist unter Punkt F64.0, dem "Transsexualismus", eingeordnet. Doch dies soll sich ändern! Denn in der neuen Ausgabe des Krankheitskatalogs, ICD-11, wird keine Rede mehr von Transgender als psychische Krankheit sein.

Dies verkündete WHO-Sprecher Christian Lindmeier. Laut der Weltgesundheitsorganisation sei es "wissenschaftlich klar, dass es sich eben nicht um eine psychische Krankheit handelt." Allein die Einordnung in die Pathologie hat negative Auswirkungen auf die Betroffenen. Durch die Änderungen des ICD erhofft man sich mehr Toleranz und einen besseren Umgang mit Transgender-Personen - auf gesellschaftlicher und gesundheitspolitischer Ebene. Laut WHO sollen es Trans-Personen in Zukunft leichter haben, medizinische Hilfe zu bekommen. 2022 soll die neue Ausgabe des ICD erscheinen.

Transsexualität wird im ICD künftig unter "Umstände sexueller Gesundheit" geführt und auch die Definition wird sich von "Wunsch, als Angehöriger des anderen Geschlechtes zu leben und anerkannt zu werden" zu "beständigen Nicht-Übereinstimmung zwischen dem erlebten Geschlecht und dem zugeordneten Geschlecht" umformuliert. Diese Änderungen sind wichtig für die Trans-Community, denn die Pathologisierung ihrer Geschlechteridentität hat zum Stigma, der Diskriminierung und der Kriminalisierung beigetragen.

Trotzdem werden die Probleme und Schwierigkeiten, mit denen transsexuelle Personen tagtäglich konfrontiert sind, nicht einfach über Nacht verschwinden. Die Gesetze, das Gesundheitssystem und die gesellschaftliche Anerkennungen müssen sich auch ändern! Zwar kann in Österreich seit 1983 ein offizieller Geschlechtswechsel erfolgen, doch müssen diverse psychologische und psychiatrische Testungen vorgenommen werden, bevor eine Person operativ ihr Geschlecht umwandeln kann.