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Trash Your Wedding Dress

Traust du dich, nach der Trauung dein Hochzeitskleid zu zerstören? Die beiden Freundinnen Caterina und Elisabeth haben es vorgemacht und ihre "Trash Your Wedding Dress"-Aktion auf großartigen Fotos festgehalten! Wer mutig ist: Nachahmung empfohlen!

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    Bild 1 von 16 © Ines und Andreas Grünwald
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    Bild 2 von 16 © Ines und Andreas Grünwald

Der große Tag ist vorbei, es wurde gefeiert, getrunken, gelacht und der Ring steckt nun am Finger. Und während die Hochzeitstorte verputzt und der Brautstrauß geworfen wurde, weiß man mit dem traumhaften Brautkleid nach der Hochzeit nicht mehr viel anzufangen. In den meisten Fällen wandert dasselbe in den Kleiderkasten und nimmt dort über Jahre und Jahrzehnte einfach ziemlich viel Platz weg. Aber man kann es auch so machen wie Caterina und Elisabeth!

Denn die beiden glücklich Verheirateten haben ihre Brautkleider "getrasht" - oder zu deutsch "zerstört"! Und hatten dabei den Spaß ihres Lebens: Auf einem Bauernhof freundeten sie sich intensiv mit den tierischen Bewohnern an und warfen und wutzelten sich mit Begeisterung in Gatsch und Dreck.
Das Kleid bekam damit noch einmal seinen großen Auftritt und die Braut wurde in Szene gesetzt - wenn auch komplett anders als bei der Hochzeit: von perfektem Make-up und Frisur zu wild, schmutzig und ungehörig.

Wir hatten alleine schon beim Durchsehen der Fotos ein riesiges Vergnügen und baten daher die beiden Freundinnen, die diesen Trend aus den USA vielleicht damit in unsere Breitengrade geholt haben, zum Interview:

WOMAN: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, euer Brautkleid zu trashen?
Caterina: Ines und Andreas Grünwald (Das Fototeam - Anm. der Redaktion) sind liebe Freunde von mir und haben meine Hochzeit im Juni 2011 fotografiert. Ein Jahr darauf, hat mir Ines von dem „Trash The Dress“-Trend erzählt und dass sie gerne mal so etwas fotografieren würde. Ich war gleich begeistert, wollte aber nicht so „langweilige“ Bilder, bei denen sich die Braut einfach nur in den See stellt und das Kleid nass wird. Gemeinsam mit meiner besten Freundin Elisabeth, die auch meine Trauzeugin war, haben wir dann die Idee vom Bauernhof-Shooting entwickelt. Es war klar, wir wollen das gemeinsam machen, und es soll richtig dreckig werden.
Elisabeth: Mir war wichtig, dass es etwas „anderes“ ist und das Kleid auf keinen Fall geschont wird. Solche Bilder bekommt man im besten Fall nur einmal im Leben! Daher war es mir wichtig, auch den Gatsch einzubauen, denn so etwas macht man nicht jeden Tag.

Trash Your Wedding Dress

WOMAN: Wie war das Gefühl, das Hochzeitskleid noch einmal zu doch etwas anderer Gelegenheit anzuziehen?
Caterina: Naja, es war ehrlich gesagt keine einfache Entscheidung. Man denkt natürlich drüber nach, dass das Kleid die sprichwörtliche Lawine gekostet hat. Es sind so viele schöne Erinnerungen damit verbunden, es ist einfach etwas sehr sehr Kostbares. Auf der anderen Seite wiederum stellt sich die Frage: Na gut, und wenn du es nicht trasht, was passiert dann damit? Richtig, es bleibt die nächsten 25 Jahre im Kasten hängen. Denn die Wahrscheinlichkeit, einmal eine Tochter oder Schwiegertochter zu haben, die dann genau dein Kleid auf ihrer eigenen Hochzeit tragen möchte, ist wohl eher gering. Und damit war die Entscheidung gefallen.
Elisabeth: Ich habe zwei 4-jährige Töchter und eines weiß ich schon jetzt: Sie würden mein Kleid niemals anziehen! Meinen Schleier habe ich jedoch aufgehoben, denn er ist lang und mit Spitzen besetzt. Ich denke mir, dieses Stück würden sie noch am ehesten tragen. Daher fiel mir die Entscheidung zu einem trash the dress nicht besonders schwer, denn so habe ich wunderbare Fotos von Ines und Andi bekommen und ich sehe das Kleid viel öfter, als wenn es nur im Kasten hängen würde. Ich habe mir die Fotos im Wohnzimmer aufgehängt.

Trash Your Wedding Dress

WOMAN: Hat es zwischendurch doch geschmerzt, das schöne Kleid zu zerstören?
Caterina: Am Tag des Shootings in das Kleid zu steigen, den Reifrock, ja, das war dann wirklich komisch. Ich mochte ja schon bei der Hochzeit dieses „Sissy-Feeling“. Die erste wirkliche Berührung mit dem Kuhdreck war echt eine Überwindung. Aber irgendwann kommst du an den Punkt, an dem es egal ist. Ehrlich gesagt war Elisabeth aber viel schneller dort. Sie hat sich richtig in den Dreck gestürzt, da war ich noch eher zaghaft unterwegs.
Elisabeth: Zaghaft? Du hast anfangs gezickt! Aber dann habe ich dich an unser Vorhaben erinnert – nämlich das Kleid zu trashen und nicht zu schonen – und schon warst auch du im Dreck! Manchmal braucht man eben den gewissen Tritt! Ich hatte null Hemmungen. Im Gegenteil: Es hat mir richtig Spaß gemacht, mal etwas komplett Anderes und vollkommen Durchgeknalltes zu machen.

WOMAN: Könnte sich daraus eine Geschäftsidee entwickeln?
Caterina: Nun ja, für Elisabeth und mich natürlich nicht. Aber ich denke schon, dass es eine schöne Idee für ein Shooting ist. Zwei Dinge braucht man einfach: eine geeignete Location und den richtigen Fotografen. Ersteres war echt schwierig. Am Land geht das vermutlich einfacher, aber in der Nähe von Wien war es eine Herausforderung, einen Bauernhof mit Tieren zu finden. Wir hatten richtig Glück, dass Alex und Angela uns die Möglichkeit auf ihrem Hof gegeben haben. Wir durften alles nutzen, keine Heugabel, kein Schaf, kein Schwein, kein Huhn und kein Pferd waren vor uns sicher. Unser großer Vorteil war natürlich auch, dass wir sehr ein aufgeschlossenes, junges Foto-Team hatten, die das Shooting unbedingt mit uns machen wollten. Mir gefällt, dass bei den Grünwalds eine Frau und ein Mann fotografieren, so bekommt man ganz unterschiedliche Sichtweisen in die Bilder. Es war witzig, zum Beispiel bei den Schafen hat uns zuerst Ines aus ihrer Sicht fotografiert und Andreas wollte uns dann in einer ganz anderen Position an derselben Stelle. Die Blickwinkel sind einfach unterschiedlich und ich empfinde das als Bereicherung.

Trash Your Wedding Dress

WOMAN: Lebt das Kleid noch?
Elisabeth: Definitiv NEIN! Ich hatte eine Idee vor Augen: nämlich das Kleid zu verbrennen. Nachdem wir die letzte Einstellung mit dem Wasserschlauch geshootet hatten, habe ich diese Idee ganz leise zu unverbindlich in den Raum gestellt. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass Alex und Angela das auf Ihrem Hof tatsächlich erlauben! Demnach war ich anfangs doch etwas geschockt – denn ich bin noch nie SO vor der Kamera gestanden – aber im Endeffekt war ich überaus glücklich! Denn Ines und Andi haben es geschafft, meine Vorstellungen 1:1 umzusetzen!
Caterina: Am Ende waren die Kleider wirklich absolut und vollständig verdreckt, das von Elisabeth war richtig zerfetzt. Alex, der Bauernhofbesitzer, hat uns spontan eine Aufhängung für das Kleid gebastelt, wir haben es mit Benzin übergossen und angezündet. Erst wollte es nicht richtig brennen. Das ist gar nicht so einfach, wie wir uns das vorgestellt haben. Da sind dann nochmal ganz tolle Bilder entstanden. Mein Kleid ist im Müll gelandet – da war nichts mehr zu retten. Auch der Reifrock, die Strümpfe, sogar die Gummistiefel waren innen voller Dreck. Meine Güte, das hat gestunken… und wir erst!

Sämtliche Fotos von Hochzeitsfotografie Grünwald.

Trash Your Wedding Dress
Thema: Hochzeit

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