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Was bedeutet, wenn ich träume...

Unsere Träume sind keine zufällig aneinander gereihten Bilder, sondern Botschaften des Unbewussten. Wer sie ernst nimmt, kann so manchen Vorteil daraus ziehen.

von

Traumdeutung

Unsere Träume sind keine Zufälle...

© istockphoto.com

Sind Träume nur Schäume? Keineswegs. Die Forschung kommt immer mehr zu dem Schluss, dass die nächtlichen Bilder uns helfen können – wenn wir nur wollen. Wir zeigen die wichtigsten Traumarten und was sie bedeuten.

Horrortrip oder Reise ins Paradies – eines sind unsere Träume immer: Botschaften von uns an uns selbst. Doch während man bei Naturvölkern ganz selbstverständlich um die Bedeutung der geträumten Bilder weiß, werden bei uns erst jetzt die nächtlichen Fingerzeige zunehmend wichtiger. Wo sonst gibt es so direkte Messages vom Unbewussten: „Da ist etwas, um das du dich kümmern solltest. Vom einfachen Tagesereignis, das verarbeitet werden will, bis zum verdrängten Schockerlebnis, das als Angsttraum nach Beachtung drängt. Albträume sind die massivste Sprache“, weiß auch Schlaf- und Traumforscherin Brigitte Holzinger, die sich in ihrem neuen Buch „Albträume“ vordringlich mit diesen Dämonen der Nacht beschäftigt. Hinter denen fallweise auch eine Art Warnung stecken kann – sogar vor Krankheit. Die Filme im Kopf wollen uns aber nicht nur beunruhigen, sondern auch kreative Inputs geben. „Ein zufälliger Blödsinn sind unsere Träume jedenfalls nie“, stellt Holzinger klar.
Jeder träumt übrigens, aber nicht jeder erinnert sich an Träume. Doch das kann man ändern! Wir haben mit der Psychologin vom Institut für Bewusstseins- und Traumdeutung einzelne Traumformen analysiert.

schlafen

Routine-Traum

WIR VERARBEITEN IMMER. Was uns tags- über so alles beschäftigt – unsere Eindrücke, Wahrnehmungen, Erlebnisse: Das Gehirn verarbeitet das alles, während wir schlafen, und der Traum hilft dabei. Wir träumen manchmal genau das, was uns im Wachzustand beschäftigt hat. Die meisten Ereignisse werden so auf ihren Sinn gecheckt und dann in den Erfahrungsschatz eingebaut. An diese kleinen Träume können wir uns seltener bis gar nicht erinnern. „Das wäre auch zu viel“, so Holzinger.

Albtraum

NÄCHTLICHER HORROR. Uff, gerade noch gerettet. Aufgewacht, bevor der Mörder einen erwischt hat, oder man im freien Fall am Boden aufschlägt – allerdings schweißgebadet und voller Angstgefühle. Geh' jetzt nicht gleich zur Tagesordnung über, sondern frage: „Was will mir das Unbewusste so nachdrücklich sagen? Hab ich im Leben den Boden unter den Füßen verloren? Welcher Druck will mich ,töten?‘ Stehe ich vielleicht schon kurz vorm Burn-Out?“ Wenn ein Angsttraum immer wieder kommt, drängt das Problem dahinter besonders massiv ans Tageslicht. Forsche nach: Was hast du Schmerzvolles verdrängt – vielleicht schon vor Jahren? Nimm im Bedarfsfall auch professionelle Hilfe in Anspruch. VORWARNUNG. Wissenschaftlich zwar noch nicht ganz wasserdicht, aber für Dr. Holzinger sehr wahrscheinlich: der Traum als warnende Stimme vor Krankheiten. „Warum sollte er nicht unbewusste Vorgänge im Körper melden können?“ so die Forscherin. Du siehst dich etwa am Bett liegen, der Arzt untersucht deinen Bauch. Du hast kein gutes Gefühl dabei. Das kann durchaus ein Hinweis auf entsprechende Beschwerden sein – muss aber nicht. Vielleicht ist die Botschaft einfach die, dass du im Leben zu viel runterschluckst, was dir nicht bekommt.

schlafende Frau

Heilender Traum

INNERE KRÄFTE. „Der Traum kann Selbstheilungskräfte aktivieren“, kennt Brigitte Holzinger entsprechende Studien-Ergebnisse. „Wenn man ihn nicht als kindisch entwertet, sondern seine Message respektiert, beschäftigt man sich mehr mit sich selber – und heilende Energien werden dadurch angeregt!“ Sehr schöne Ergebnisse gibt es da etwa bei Essstörungen. Bei Betroffenen ist der Selbstwert meist sehr angeknackst und die Beschäftigung mit den Traum-Botschaften, oft Bilder die in eine problematische Kindheit zurückführen, bringt neue Erkenntnisse und auch Selbstvertrauen. Ein Profi-Tipp: „Rede mit vertrauten Menschen über deine Träume. Das hilft beim Verstehen und Verarbeiten!“

Lern-Traum

ÜBEN IM SCHLAF. Das wurde bereits erforscht: Paare, die sich im nächtlichen Kopfkino häufig mit der Partnerschaft beschäftigen, sind auch eher in der Lage, Beziehungskonflikte zu lösen. Dasselbe gilt auch für andere Themen. Was man im Traum durchspielt, nützt einem auch im „wachen“ Leben. Kostenlose Lernstunden für die Persönlichkeitsentwicklung. Träume geben Hinweise auf die Themen, die für uns relevant sind, beachte sie!

Kreativer Traum

QUELL DER FANTASIE. Paul McCartney sagt, die Melodie zu „Yesterday“ hätte er geträumt. Salvador Dali setzte Träume direkt in Bilder um. Aber auch wir „Normalsterblichen“ finden im Traum oft kreative Lösungen, die im Studium oder Beruf hilfreich sein können. Oder auch privat. Der Teilnehmer einer Studie etwa gab an, im Traum seine Angebetete endlich angesprochen zu haben. Der positive Ausgang ermutigte ihn, das auch im „wachen“ Leben zu tun. Mit Erfolg.

Erotischer Traum

SEXKINO. Dass so essenzielle Themen wie Erotik und Sexualität auch die nächtliche Fantasiewelt bestücken, ist klar. Meist träumen wir dann „heiß“, wenn wir sexuell sehr aktiv sind. Die knisternden Bilder helfen, neue Eindrücke zu verarbeiten oder klopfen mit Wünschen an. Das bedeutet: Zeit für dich, diese auch im wirklichen Leben zu erfüllen. Eine andere Deutung besagt: Du hast den männlichen bzw. weiblichen Teil deiner Gefühlswelt vernachlässigt und die Träume weisen mit erotischen Inhalten auf dieses Thema hin.

Glücklicher Traum

BE HAPPY! Der schönste von allen! Die Glücksgefühle sind so toll, dass man gar nicht aufwachen will. Der Traum, vom Außen unbelastet, macht aufmerksam, zu welchen Empfindungen wir fähig sind – „und“, so die Expertin, „öffnet die Schleusen, damit wir auch im Leben wieder für große Gefühle offen sind!“

Klar-Traum

REGIE FÜHREN. Die Königsdisziplin. Sicher war auch dir im Traum schon mal bewusst: Ich träume jetzt. Gemacht hast du nichts daraus. Das ist aber möglich. Mit einiger Übung kann man lernen, aktiv ins Traum-Drehbuch einzugreifen, diverse Internetforen beschäftigen sich damit (z.B.: klartraum.de). Beherrscht man die Kunst, „kann man etwa einen Menschen, der für eine seelische Verletzung verantwortlich ist, im Traum wegschicken und ihn somit auch aus dem Unbewussten verbannen“, erklärt Brigitte Holzinger (die selbst ein Buch „Der luzide Traum“ verfasst hat, traum. ac.at). Die Möglichkeiten des klaren oder luziden Traums sind ungeahnt. „Ein wunderbarer Schlüssel, um ans Unbewusste zu kommen!“

Wie kann ich mich erinnern?

Königsdisziplin schön und gut. Viele können sich nicht mal an ihre Träume erinnern. Doch dagegen kann man etwas tun, weiß die Spezialistin: Nimm dir jedes Mal vor dem Einschlafen vor: „Wenn ich aufwache, will ich mich erinnern. Leg' dir abends Block und Kuli bereit und schreib' die nächtlichen Geschichten morgens gleich auf. Sorge für genügend Schlaf, um deine Träume zu pflegen und habe Geduld.“

Du kennst die Lösung.

Um die Träume zu verstehen, sind allgemeine Deutungen nur bedingt hilfreich. „Die Bilder sind nämlich sehr individuell“, ist Holzinger keine Freundin pauschaler Auslegungen. Wichtig ist für Träumende in erster Linie, das Gefühl zu erkennen, das die Szenen ausgelöst haben: Angst, Freude, Hoffnung, Hilflosigkeit? Dann heißt es, in sich gehen. Auf welche Lebenssituationen beziehen sich die verschlüsselten Bilder, das Empfinden? „Wenn man sich ein bisschen damit beschäftigt, kommt man drauf “, so Holzinger. „Wir wissen die Lösung selbst am besten!“

Was Träume bedeuten

Was deine Träume bedeuten können: Auslegungen, die Anregungen sein sollen.

Du fährst mit dem Auto und hast keine Bremsen. Was gibt es in deinem Leben, das du nicht mehr richtig steuern kannst?
Du willst davonlaufen, aber die Beine versagen. Da ist etwas, bei dem du dich ohnmächtig und wehrlos fühlst.
Du gehst nackt durch die Straße. Eine Metapher für Angst vor Ausgeliefertsein.
Du fällst in die Tiefe. Was fürchtest du im Alltag? Den eigenen Absturz, von anderen fallen gelassen zu werden oder den Kontrollverlust?
Deine Handtasche quillt über. Wo musst du ausmisten, das Leben vereinfachen?
Du träumst vom Sterben. Du trittst in eine neue Phase ein. Etwas „Altes“ muss sterben.
Du drohst zu ertrinken. Das Wasser steht für Gefühle. Bei dir gibt es vermutlich unverarbeitete Empfindungen, die dich nach unten ziehen.
Du kannst fliegen. Fliegen symbolisiert Freiheit. Hast du dabei ein gutes Gefühl oder fürchtest du, ständig abzustürzen? Je nachdem hast du dein Bedürfnis nach Freiheit erfüllt oder kämpfst gegen Abhängigkeiten.
Die Zähne fallen aus. Wo im Leben befürchtest du, keinen Biss mehr zu haben?
Du wohnst im Hotel, aber alle Türen sind verschlossen. Du hast das Gefühl, du bist von wichtigen Dingen ausgeschlossen. Alle Türen sind zu.
Sex mit dem Ex. Muss gar nichts mit dem Ehemaligen als Person zu tun haben. Er kommt in einem erotischen Traum eher „aus Gewohnheit“ vor.
Sex mit einem Fremden. Der Fremde im Traum will dich mit Seiten deiner Persönlichkeit in Kontakt bringen, die du bisher nicht richtig zum Ausdruck brachtest, aber vielleicht an anderen bewunderst. Oder aber, du kannst dich zurzeit erotisch nicht richtig ausleben.
Du versäumst den Flug. Bist du der Perfektionist, der immer viel zu früh am Flughafen ist? Oder fürchtest du, dass der „Zug“ ohne dich abfährt? Welcher Lebensbereich macht dir Sorgen?

Thema: Psychologie

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