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Wie ungesund sind Henna-Tattoos?

Henna-Tattoos liegen wieder voll im Trend - und das, obwohl man sie bereits für ausgestorben hielt. Doch wie gesund oder ungesund ist dieser Trend und was sagen die Experten dazu? Wir haben einen Dermatologen befragt.

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henna tattoo
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Man sieht sie immer öfter und wir dachten schon, sie seien "Schnee von gestern" - Henna Tattoos. Doch so ungefährlich scheinen die schönen Körperbemalungen nicht zu sein. Warum? Weil sie oft zu Allergien und schlimmen Hautausschlägen bzw. Ekzemen führen können. Wir haben mit Dr. Christian Brandlmaier - Dermatologe aus Oberösterreich - gesprochen und gefragt, was es mit dem Henna-Tattoo-Trend auf sich hat.

Phänomen Henna-Tattoo, was sagen Sie dazu?

Gegen Henna ist im Grund nichts einzuwenden. Die Körperbemalung gibt es schon lange und "Henna" ist eine Natursubstanz, die als solche auch verwendet werden kann.

Sind Henna-Tattoos harmlos oder gefährlich?

Generell sind sie harmlos. Die Eigenschaft von Henna ist mit einer Bräunungscreme zu vergleichen und ist in der Naturform unbedenklich. Die Farbe verbindet sich mit der Hornschicht der Haut und färbt die Hautzellen rötlich braun. Die reine Henna-Substanz ist in entsprechend gereinigter Form also nicht gefährlich, sofern man nicht speziell gegen diese sensibilisiert ist, was aber eigentlich selten vorkommt.

Problematisch wird es dann, wenn man beispielsweise in Griechenland bzw. südlichen Ländern Henna aufgetragen bekommt. Denn in den meisten Fällen wird hier eine schwarze Substanz, genauer gesagt p-Penylendiamin, hinzugefügt, die Henna schwarz färbt. Das sieht zwar wirklich schön aus, aber diese Substanz ist umweltschädlich und toxisch und hat ein sehr starkes Sensibilisierungspotenzial. Es handelt sich um einen synthetischen Farbstoff, der bei uns Dermatologen auf der "Hitliste der Allergieauslöser" ganz oben steht.

Was passiert, wenn man Henna mit diesem Farbstoff aufträgt?

In fast allen Fällen erfolgt eine Sensibilisierung, das bedeutet, dass man entweder etwas verspätet, oder vielleicht, mit Glück auch kaum eine Problematik entsteht. Beim zweiten Mal dann aber mit Sicherheit. Eine Sensibilisierung kann auch bereits stattgefunden haben, beispielsweise durch eine Haarfarbe und dann kommt es bereits beim ersten Mal zu einer allergischen Reaktion.

Was bedeutet das konkret?

Es kommt zu Hautentzündungen, einem allergischen Ausschlag bzw. der so genannten akuten Kontakt-Dermatitis. Die schweren Entzündungen können im Extremfall auch zu Narbenbildungen führen. Je nach Sensibilisierungsgrad kann eine Behandlung bis zu 4 Wochen dauern.

Was also kann man tun?

Man sollte darauf achten, dass die Farbe nicht schwarz glänzend ist, sondern wirklich rötlich braun. Und wenn man sich nicht sicher ist, dann lässt man es lieber in diesen Ländern sein. Generell ist es aber sicherlich eine Möglichkeit, an Stelle einer dauerhaften Tätowierung den Körper "mit Farbe zu schmücken".

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Themen: Trends, Tattoo