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Trendsport Pole Dance: WOMAN-Redakteurin Claudia Köhle hat das Workout getestet

Sexy Moves oder beinhartes Workout? Was genau steckt hinter dem Begriff Pole Dance? WOMAN-Redakteurin Claudia Köhle hat den Trend getestet. Und wird ihm auch weiterhin die Stange halten!

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Trendsport Pole Dance: WOMAN-Redakteurin Claudia Köhle hat das Workout getestet

Sexy Workout – aber beinhart!

© Thinkstock

So viel vorweg: Sport ist nicht so mein Ding, bei Aerobic war ich die, die als Erste aus dem Rhythmus kam, „Striptease“ mit Demi Moore hat mich köstlich amüsiert, und Stangen sind für mich in erster Linie zum Festhalten da. Eigentlich nicht die besten Voraussetzungen für den neuen Trendsport Pole Dance (englisch für Stangentanz), der in einschlägigen Animierlokalen entstanden ist, viel Kraft abverlangen und geschmeidige Bewegungen fördern soll.

Aber die Neugier ist wie immer größer, und so werde ich den Trendsport unter fachkundiger Aufsicht von Mona Arbinger, Inhaberin des Wiener Studios Pole Arts ( www.polearts.at ), unter die Lupe nehmen. „Als ich Pole Dance zufällig im Fernsehen sah, war ich begeistert. Auf der Suche nach Ausbildungsmöglichkeiten hab ich aber nur einschlägige Lokale gefunden.

So bin ich auf die Idee gekommen, mich selbst ausbilden zu lassen und dann Kurse anzubieten! Ich war mir aber zu diesem Zeitpunkt nicht sicher, ob dieser Sport irgendwen interessieren würde“, so die Aerobictrainerin, die nach dem Pole-batics-Konzept (Mischung aus Dance und Acrobatic) lehrt. Sie selbst lernte das Konzept bei der deutschen Polebatics-Erfinderin Nele Sehrt. Jetzt bietet sie an drei verschiedenen Orten Kurse an und beschäftigt zehn Mitarbeiterinnen allein in ihrem Wiener Studio.

Von anrüchiger Atmosphäre ist dort keine Spur. Es wäre ein moderner, gewöhnlicher Trainingsraum, würden da nicht die zehn Metallstäbe mit einer Höhe von etwa 3,4 Meter zwischen Boden und Decke stecken. "Mich fasziniert bei diesem Sport vor allem die Kombination aus Kraft und geschmeidigen Bewegungen“, erklärt mir die 29-Jährige, während wir uns eine Klebepaste für besseren Halt auf die Oberschenkel schmieren. Hier trainiert frau mit Hot Pants und barfuß - oder mit High Heels für elegantere Moves. Hauptsache Haut, ist die Devise, aber anders als in Striplokalen verfolgt das nur den Zweck, gut an der Stange zu haften. Ich bin mal gespannt … Trick 1: Vertical Hold. Mona klemmt sich die Stange zwischen die Oberschenkel, drückt den Rist des rechten Fußes von hinten und den linken Fuß gegen den unteren Teil der Stange und steht nun parallel zu dieser. Hey, sieht supereinfach aus! Das kann ich auch, denke ich mir - und scheitere schon am ungewohnten Kontakt von Haut und Stange: Ohne Hilfe würde ich an der Stange wie eine Ertrinkende am Strohhalm hängen! "Die Kunst des Pole Dance ist, die Bewegungen ungezwungen aussehen zu lassen!“ meint Mona. Es trennen mich also Welten. Gut, zweiter Versuch: Füße und Oberschenkel fest an die Stange drücken, Becken nach vorne, und: Ich stehe! Und bin Zehntelsekunden später wieder froh, dass ich Boden unter den Füßen spüre, denn am Oberschenkel zwickt es: "Mit blauen Flecken muss man rechnen. Sie entstehen durch die sogenannten Press Points, wenn der Körper an die Stange gedrückt wird!“ Da muss ich durch! Trick 2: Seat. Sitzen auf der Stange? Gerne! Das rechte Bein wird über das linke gelegt, die Stange ist dazwischen. Nach dem zweiten Versuch, einigem Gewackel und Monas "Fest zusammendrücken und anspannen!“-Zurufen fühle ich mich plötzlich ganz leicht. Irgendwie habe ich das Gefühl, ewig auf der Stange "sitzen“ zu können! Und jetzt noch elegant die Arme ausstrecken! Tja, mit der richtigen Technik kann viel Kraft gespart werden. Während Mona wie selbstverständlich seitlich an der Stange hängt, mache ich eine Pause und spüre ein Ziehen im Rücken und in den Oberarmen. Kein Wunder, Pole Dance trainiert vor allem den oberen Bewegungsapparat. Trick 3: Supergirl Reverse. Der Name passt, mein Ehrgeiz ist entfacht! Wohl auch eines der Erfolgsrezepte beim Pole Dance, weil man ziemlich schnell Fortschritte sieht! Damit man möglichst waagrecht an der Stange hängt, muss man die Oberschenkel an die Stange klemmen, das Becken zur selbigen ziehen, die rechte Hand nach oben, linke nach unten geben und Beine bis in die Zehenspitzen strecken. Geschafft! Trick 4: Head Stand. Beim Handstand an der Stange ist Monas Hilfe unerlässlich: Die Pole am Boden mit den Händen umschlungen, den Kopf daraufgelegt, schleudere ich einen Fuß in ihre Arme. Beine grätschen und strecken! Eine Pose, die im Spiegel spektakulär und elegant zugleich aussieht. Fazit. Nach dem Training spüre ich Muskeln im Oberkörper, von deren Existenz ich bis dato nichts wusste, sehe tags darauf blaue Farbspiele am Oberschenkel und werde niemals wieder über "Striptease“ mit Demi Moore lachen. Sicher ist: Mein sportlicher Ehrgeiz wurde noch nie so geweckt wie an dieser Stange!