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Wie schädlich ist Trockenshampoo wirklich?

Haarbruch und Juckreiz - die Folgen vom chemischen Pulverregen? Welche Trockenshampoos den Öko-Test bestanden haben und wie man Reizungen vermeidet.

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Lange Zeit galt Trockenshampoo als DIE WUNDERWAFFE jeder Frau – oder Männer mit langen Haaren. Ein paar Sprühstöße und schon sieht fettiges Haar wieder frisch aus. Und wie das duftet! Wer unter fettiger Kopfhaut leidet und nicht jeden Tag Haare waschen möchte, greift umso öfter auf das Pulver zurück. Doch wenn man sich die Inhaltsstoffe einmal genauer ansieht, wird einem ein wenig mulmig. Hauptbestandteil jedes Trockenshampoos sind Silikate (Salze) und Stärke - aus Reis oder Mais gewonnen. Die saugt den überschüssigen Talg auf der Kopfhaut regelrecht auf. Viele Inhaltsstoffe sind bedenklich – die Liste ist lang: Parabene, Lilial, Treibgase, Duftstoffe, Lyral, Alkohol, Diethylphthala, Filmbildner, Talkum, Konservierungsmittel und manchmal sogar Aluminium sind häufig Bestandteile des Shampoos aus der Dose. Obwohl es ganz schön praktisch ist, werden die Stimmen gegen den Einsatz von Trockenshampoo immer lauter. Im Netz beschweren sich manche über Juckreiz, Pickel auf der Kopfhaut und sogar Haarbruch. Kein Wunder, denn nicht jede verträgt die Chemiebombe. Auf was sollte man also achten?

Beobachte deine Kopfhaut

Wie bei vielen Dingen, gilt auch bei der Verwendung von Trockenshampoo: Mit Maß und Ziel! Wer täglich Trockenshampoo verwendet, wird wahrscheinlich eher Reizungen auf der Kopfhaut bekommen. Das Pulver sollte nur im Notfall verwendet werden. Viele verwenden es bereits kurz nach der Haarwäsche - zur Vorbeugung oder für ein besonders voluminöses Styling. Das ist laut dem Star-Stylist Benjamin Mohapi keine gute Idee. Er ist Kritiker Nummer 1 was Trockenshampoos angeht. Im Interview mit Marie Claire erklärt er, dass sich angegriffene Kopfhaut auf die Beschaffenheit der Haare auswirke. Das Wachstum sei laut ihm erheblich geschädigt. Man riskiere verstopfte Poren, Pickel und schmerzhafte Entzündungen. Eine Anwenderin berichtete vor einiger Zeit über kahle Stellen auf der Kopfhaut nach der Anwendung des Sprühpulvers. Die Britin Nicole Baxter hatte eine starke Allergie gegen gewisse Stoffe im Trockenshampoo entwickelt und bemerkte erst nach dem "absetzen", dass es am Spray lag.

Achte auf die Inhaltsstoffe

Im letzten Jahr hat Öko-Test einige Trockenshampoo-Marken auf den Prüfstand gestellt. Ergebnis: 7 von 13 enthielten keine bedenklichen Inhaltsstoffe. Immerhin knapp die Hälfte! Besonders vor dem Trockenshampoo der Marke Algemarina wird gewarnt. Testsieger aus den Drogerieketten-Marken waren: Aiko Styling Factory von Müller, und das Trockenshampoo von Balea, was bei dm erhältlich ist. Bestnoten erhielten: Aussie Miracle Dry Shampoo, Aveda Shampure Dry Shampoo, Batiste Trockenshampoo mittelbraun & brünett, Schwarzkopf & Henkel - Schauma Cotton Fresh Trockenshampoo und Syoss Volume Lift Trockenshampoo.

Fazit:

Wer nicht jeden Tag Trockenshampoo benutzt und beim Kauf auf die Inhaltsstoffe achtet, läuft weniger Gefahr, Pickel und Reizungen zu bekommen. Tipp: Die App Codecheck hilft euch dabei, schädliche Inhaltsstoffe bei Kosmetikprodukten schnell zu erkennen. Einfach den Produktcode scannen und schon sieht man, welche Inhaltsstoffe bedenklich sind. Außerdem sollte man darauf achten, noch am selben Tag Haare zu waschen, an dem man Trockenshampoo benutzt hat. Beobachtet während dem Zeitraum der Anwendung eure Kopfhaut: Habt ihr häufiger Schuppen? Juckt die Kopfhaut? Habt ihr Pickel? Dann liegt es wahrscheinlich am Produkt, das ihr neuerdings verwendet. Wir haben übrigens schon einmal darüber berichtet, wie man natürliches Trockenshampoo selbst herstellt. Damit seid ihr auf der sicheren Seite.

Thema: Haare