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Tschetschenien: Angekündigter Mord an Homosexuellen?

Der tschetschenische Präsident soll versprochen haben, alle homosexuelle Tschetschenen bis Ende Mai zu eliminieren. Nach Entführungen und Folter droht nun also noch Schlimmeres? Und andere Regierungen sehen nur zu?

von

Ramzan Kadyrov
© Getty Images

"Es gibt keine Homosexuellen in Tschetschenien" - mit diesen Worten leugnete der tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow Anfang April, dass es in seinem Land Berichte darüber gab, dass gezielt Männer entführt worden sind, die angeblich homosexuell oder bisexuell wären.

So schilderte die oppositionelle russische Zeitung „Nowaja Gaseta“, dass mehr als hundert Männer verschleppt worden wären, diese gefoltert wurden und mindestens drei der Opfer getötet worden seien - wobei geschätzt wird, dass diese Zahl bedauerlicherweise noch höher sein soll.
Zeugen und Überlebende bestätigen, dass Menschen, die aufgrund ihrer Sexualität verdächtigt wurden, gefangen genommen, eingesperrt und geschlagen wurden.

Und nun scheint das Staatsoberhaupt seine obige Aussage tatsächlich wahr machen zu wollen. Zahlreiche Quellen berichten, dass Kadyrow versprochen haben soll, dass bis Ende Mai sämtliche Homosexuellen des Landes verschwinden werden.

Menschenrechtsorganisationen, wie Amnesty International, gaben an, dass bereits Anti-Schwulen-Kampagnen, brutale Gewalttaten und sogar Morde von offizieller Seite durchgeführt worden seien.

Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen riefen nun die Regierung des russischen Präsidenten Vladimir Putin, der die Herrschaft Kadyrows unterstützt, dazu auf, einzuschreiten und sich für die Menschenrechte aller Individuen einzusetzen. Aber laut dem Nachrichtensender ABC gab ein Sprecher Putins nur an, dass es keinerlei Hinweise auf systematische Festnahmen oder Folter von Homosexuellen gäbe.

Amnesty International bittet nun um Unterstützung, um Druck gegen die tschetschenische Regierung aufzubauen, um weitere Gewalt oder Morde zu verhindern. Hier kannst auch du helfen: amnesty.de

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