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Tückische Sünden in der Vorweihnachtszeit– So kommen Sie schlank durch den Advent

In der Weihnachtszeit locken besinders viele Leckereien. Mit unseren Tipps können Sie ohne schlechtes Gewissen genießen!


Tückische Sünden in der Vorweihnachtszeit– So kommen Sie schlank durch den Advent
© Laura Milojevic

Was sind die größten Kalorienbomben im Advent?
Die traditionellen weihnachtlichen Köstlichkeiten liefern gleichzeitig auch den höchsten Anteil an Fett-, Zucker- und Alkoholkalorien: neben gebackenem Karpfen, Weihnachtsgans oder Bratwürsten sorgen klassische Weihnachtsbäckereien (allen voran Vanillekipferl, Mürbteigkekse, Christstollen), Punsch und Glühwein für ein üppiges Plus auf unserem Kalorienkonto.

Was sind kalorienärmere Alternativen?
Als Alternative zur fetten Weihnachtsgans bieten sich Huhn und Pute an. Auch magerer Hirschbraten, Rehfilet oder Wildragout schonen die Hüften. Gehört Fisch zu Ihrem traditionellen Weihnachtsmenü, servieren Sie Ihren Gästen zur Abwechslung pochierten Lachs oder ein saftiges Thunfischsteak. Diese fettreichen Fischsorten liefern gesunde Omega-3-Fettsäuren, die das Herz schützen und entzündungshemmend wirken. Salz- oder Ofenkartoffeln, gedämpftem oder gegrilltem Gemüse sind vitamin- und mineralstoffreiche Beilagen.

Welche Kekse kann ich bedenkenlos essen?
Germteig (Kletzenbrot, Weihnachtsstriezel), Lebkuchenteig (ohne Schokoladeüberzug oder Fülle!), Windmasse (Kokosbusserl, Windbäckerei, Makronen) und Biskuitmasse (Anisbögen, Hausfreunde) sind süße Verführungen ohne üppige Fettkalorien. Verwenden Sie Vollkornmehl für Ihre Weihnachtsbäckerei, das liefert neben Ballaststoffen auch Vitamin B, Eisen, Zink, Selen, Magnesium und Folsäure. Mandeln und Nüsse sind beliebte weihnachtliche Zutaten und punkten ebenfalls mit einem Gesundheitsplus. Ihre ungesättigten Fettsäuren sind Nervennahrung, die hilft, den Weihnachtsstress besser zu überstehen. Trockenfrüchte stärken mit Vitamin B, Eisen, Kalium, Phosphor und Calcium und beugen Verstopfung vor.

In Punsch und Glühwein versteckt sich viel Zucker. Zu welchen Alternativen kann ich am Christkindlmarkt greifen?
Leider gibt es am Weihnachtsmarkt nur selten eine kalorienarme Variante, der beste Weg ist selber machen. Glühwein hat mit rund 250 Kalorien unter den alkoholhältigen Getränken den moderatesten Kaloriengehalt. Er besteht aus Rotwein und Zucker, der unbegrenzt zugesetzt werden darf (bis zu 9 Stück Würfelzucker pro Glas!). Die Gewürze Zimt, Gewürznelke, Kardamom und Sternanis sowie Orangen- und Zitronenschalen verleihen ihm das typische Weihnachtsaroma. Punsch versorgt uns sogar mit 300-400 zusätzlichen Kalorien. Sogar alkoholfreier Punsch, auch als Kinder- oder Jugendpunsch bekannt, aus Fruchtsaftkonzentraten und Tee enthält mehr Zucker als die meisten Limonaden und Fruchtsäfte und ist daher mit Vorsicht zu genießen.

Gibt es Tricks beim Kochen, mit denen ich Kalorien vermeiden kann?
Reduzieren Sie bereits bei der Zubereitung Ihres Festtagsmenüs den Verbrauch von Fetten und Ölen. Beschichtete Pfannen ermöglichen fettfreies bzw. fettarmes Dünsten und Braten, im Römertopf kann der Weihnachtsbraten im eigenen Saft schmoren. Alufolie, dünn mit Öl bepinselt, eignet sich zum fettarmen Garen von Fisch und Gemüse im Backrohr. Verzichten Sie beim Kekse backen auf das Einfetten oder Einsprühen Ihrer Backformen. Legen Sie stattdessen Backpapier aufs Blech oder kleiden Sie Backformen mit Backfolie aus. Mit einem Ölzerstäuber lassen sich gesunde Pflanzenöle wohl dosiert und fein über Ihren Salat verteilen. Jeder eingesparte Esslöffel Fett bedeutet 100 Kalorien weniger. Täglich praktiziert schmelzen im Laufe eines Jahres 5 kg Körperfett dahin.

Gerade bei Weihnachtsfeiern herrscht oft ein ziemlicher Gruppendruck. Welche Strategien kann ich anwenden, um mich nicht hemmungslos der Völlerei hinzugeben?
Gehen Sie niemals hungrig zu einer Weihnachtsfeier. Essen Sie ca. eine Stunde vorher ein Stück Obst, das verhindert anschließendes Überessen und erleichtert, beim Ablehnen konsequent zu bleiben. Werden Sie beim Gabentisch zum Feinschmecker und wählen Sie nur die leckersten Speisen aus. Essen Sie nichts, nur weil es angeboten wird. Sofern möglich nehmen Sie sich einen kleineren Teller. Ändern Sie das Mengenverhältnis am Teller zugunsten kalorienarmer und nährstoffreicher Beilagen wie Gemüse, Kartoffeln oder Reis. Essen Sie langsam und lassen Sie sich Zeit zwischen den Gängen. Das fördert das Sättigungsgefühl. Legen Sie immer wieder das Besteck weg und plaudern Sie mit Ihren Tischnachbarn. Dadurch fällt es weniger auf, dass Sie langsamer essen. Ihr Teller wird nicht so schnell leer, sodass auch keine Gefahr besteht, dass der Gastgeber Ihnen bald wieder neue Leckereien anbietet. Und wenn es dann soweit ist: lehnen Sie höflich aber bestimmt ab. Überlegen Sie sich bereits vor der Feier, welche Antwort je nach Gastgeber akzeptiert wird. Wer erst vor Ort zögerlich nach Ausreden sucht, hat schon verloren. Manchmal muss auch eine Notlüge wie ein verstimmter Magen herhalten, was angesichts der kulinarischen Genüsse im Advent gar nicht so unwahrscheinlich ist. Bitten Sie stattdessen um kalorienarme Alternativen wie etwa einer Tasse Tee oder Kaffee.

Wie kann ich den Advent kulinarisch trotzdem genießen?
Seien Sie täglich ein Genießer! Genießer sind wählerisch. Qualität nicht Quantität zählt! Genuss braucht außerdem Zeit, denn Genuss geht nicht nebenbei. Es ist verboten, sich ein Lebensmittel zu verbieten! Kein Lebensmittel ist per se gut oder schlecht. Erst unser Essverhalten entscheidet darüber, wie sich Essen und Trinken auf unser Wohlbefinden auswirken. Genussvolles Essverhalten heißt, dem Essen bewusste Aufmerksamkeit zu schenken und zwar mit allen fünf Sinnen: sehen - riechen - fühlen - schmecken - hören. Entdecken Sie eine völlig neue Qualität des Essens! Wer bewusst genießt, isst langsamer und fühlt dadurch rechtzeitig, dass er satt ist, denn das Sättigungsgefühl tritt erst 15-20 Minuten nach Beginn der Mahlzeit ein. Als Schnellesser lässt man dem natürlichen Sättigungsgefühl gar keine Chance! Bewusst genießen macht schlank! Nicht umsonst haben die Franzosen - Männer wie Frauen - europaweit den niedrigsten Body Mass Index. Frankreich ist bekannt als das Land der Genießer! Sorgen Sie für kulinarische und auch für sinnliche Genüsse! Was können Sie sich Gutes tun, ohne dabei zu essen?

Laura Milojevic ist Ernährungswissenschaftlerin in Wien.
Kontakt: www.essperiment.at

MEHR zum Thema "Tückische Sünden" finden Sie in WOMAN 25/2010!

Redaktion: Pia Kruckenhauser