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Keine Pornos mehr auf Tumblr: Community flippt aus

Tausende Porno-Tumblrseiten werden Mitte Dezember blockiert werden. Und damit ist die Community gar nicht glücklich.

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porno tumblr
© istockphoto.com/Don Bayley

Pornos? Nimmer auf Tumblr! Die Webseite verkündete laut einem Blogpost, dass ab 17. Dezember alle Inhalte blockiert, beziehungsweise unsichtbar gemacht werden, die pornografisch sind. Die Webseite gab an, dass sie 2007 mit dem Sinn gegründet wurde, eine Plattform für kreative Persönlichkeitsentfaltung zu sein. Doch im Laufe der Zeit seien eben Strömungen dazugekommen, die nicht mit dem Selbstverständnis der Seite zusammenpassen. Und da würden auch pornografische Inhalte reinfallen.

Was ist Tumblr?

2007 wurde Tumblr mit dem Hintergedanken gegründet, dass man schnell und unkompliziert Bilder, Video uns Blogbeiträge veröffentlichen kann. Außerdem können die UserInnen die Blogpostings anderer Rebloggen und so fremde Inhalte schneller verbreiten. Die UserInnen sind durchschnittlich zwischen 13 und 22 Jahren alt.

Auf Tumblr haben sich im Laufe der Zeit kleine und größere Communitys gebildet, die sich rund um bestimmte Themen oder Interessen bewegen. So existiert auch eine starke LGBT-Szene (Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender) auf der Plattform.

Warum verbietet Tumblr Pornos?

"Im Internet gibt es keine Knappheit, was pornografische Inhalte anbelangt.", schrieb der Chef der Seite Jeff D’Onofrio im Blogpost. Trotzdem ist der wichtigste Grund für das Verbot ein anderer: Tumblr hat nämlich schon seit vielen Jahren ein Problem mit Blogs, die pornografische Inhalte mit Kindern posten. D'Onofrio betont im Text zwar, dass das Team immer schon besonders viel Zeit und Arbeit darin investiert, solche Inhalte von Tumblr fernzuhalten, doch mit einem allgemeinen Verbot lässt sich die Sache sicherlich leichter lösen.

Welche Konsequenzen hat das?

Wer die Seite ganz legal nutzt, wird vielleicht gar nicht so viel von dem Verbot bemerken. Positiv ist auch, dass Blogs mit missbräuchlichen und illegalen Inhalten nicht mehr weiter existieren können. Trotzdem kann das Ausfiltern bestimmter Bilder auch das Leben ganz normaler NutzerInnen schwer machen. Denn Tumblr lässt die pornografischen Inhalten von einem automatisierten Tool aussieben, der nicht fehlerfrei ist.

An sich soll der Bot nämlich darauf achten, Bilder mit expliziten Darstellungen und sexuelle Handlungen auszusortieren, aber Illustrationen von zum Beispiel nackten Körpern drin zu lassen. Denn laut D'Onofrio habe die Webseite nichts gegen eine gesunde Einstellung zu Sex, gegen persönliche Erfahrungen und Kunst.

Doch wie einige Tumblr-NutzerInnen schon auf Twitter gezeigt haben, ist der Bot noch kein Experte auf seinem Gebiet. Immer wieder werden deshalb Illustrationen und Zeichnungen unsichtbar gemacht, die eigentlich ganz harmlos sind. Doch auch das hat D'Onofrio vorhergesehen: "Wir wissen, dass Fehler möglich sein werden, aber wir haben uns sehr viel Mühe damit gegeben, die Vielfalt unserer Community immer noch zu unterstützen."

Thema: Sex & Erotik