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TV-Moderator Thomas Gottschalk zum schweren Unfall bei "Wetten, dass..?"

Nach dem schweren Unfall eines Wettkandidaten bei "Wetten, dass..?" am Samstagabend sprach Moderator Thomas Gottschalk erstmals im Detail über das Drama während der Live-Show. Der 60-Jährige weist Vorwürfe zurück, unter Quotendruck eine gefährliche Wette zugelassen zu haben.


TV-Moderator Thomas Gottschalk zum schweren Unfall bei "Wetten, dass..?"
© Oliver Berg dpa/lnw

Der erste Wettkandidat der samstägigen Show "Wetten, dass..?", der 23-jährige Student Samuel K., stürzte in der Show schwer, als er mit Sprungfedern an den Beinen über auf ihn zufahrende Autos springen wollte. Er musste notoperiert werden und liegt seit Sonntag im künstlichen Koma. Moderator Thomas Gottschalk und sein Team von ZDF brachen die Show nach dem Unfall ab.

Im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" sprach Gottschalk offen über die Geschehnisse. "Den Vorwurf, wir hätten unter Konkurrenzdruck eine unverantwortliche Wette ins Programm genommen, möchte und muss ich zurückweisen", so der Moderator.

Kein Grund, an "ihm oder der Wette zu zweifeln."
"Wir hatten immer schon riskante Wetten, ob mit Motorrädern oder auf Skisprungschanzen. Das ist ein Teil des Programms. Natürlich wird man jetzt überlegen müssen, ob das so bleiben kann. Auch das hängt selbstverständlich davon ab, wie schnell es unserem Kandidaten besser geht", erklärte Gottschalk weiter.

"Ich bin im Redaktionsteam dafür bekannt, dass ich aus den Wetten immer unnötigen Druck herausnehme", so Gottschalk im Interview weiter. Der Kandidat sei außerdem physisch und psychisch stark gewesen, sodass man keinen Grund gesehen habe, an "ihm oder der Wette zu zweifeln."

Allerdings habe man den 23-Jährigen überzeugen müssen, einen Helm zu tragen. Außerdem habe Gottschalk den Kandidaten gefragt: "Müssen denn die Autos immer größer werden? Reicht es nicht, wenn du dreimal über einen Smart springst?"

Ausnahmesituation
"Nach einer kurzen Schrecksekunde trat der Entertainer zur Seite und der Vater in den Vordergrund", so Gottschalk weiter, "Ich habe von diesem Moment an keine Sekunde an das Schicksal der Sendung oder meines gedacht, sondern nur noch daran, wie es dem Jungen geht."

Der Moderator beriet sich unmittelbar nach den dramatischen Minuten mit ZDF-Unterhaltungschef Manfred Teubner und meinte schließlich zum Saalpublikum: "Mein Intendant war am Telefon und mein Programmdirektor und wir sind alle der Meinung, dass wir nicht einfach weitermachen können und so tun, als sei nichts passiert. Ich weigere mich, irgendetwas zu machen, bevor die Untersuchung abgeschlossen ist."

Auf die Frage, ob die Zeit zwischen Unfall und dem anschließenden Abbruch der Show der schwierigste Moment seiner Karriere gewesen sei, sagte Gottschalk: "Ja. Ich habe immer damit geprahlt, dass mich vor der Kamera nichts erschüttern kann. Und ich habe immer dazu gesagt: bis auf Not und Tod. Dieser Frall lag nun zwischen Not und Tod, und dann ist keine Moderationskunst mehr gefragt. Es ging nur noch darum, mt einer furchtbaren Situation angemessen umzugehen."

(red)