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Wie du mit deinen Freundinnen über Sex reden solltest

Offene Kommunikation über Sex hat viele positive Auswirkungen - aber auch negative. Welche das sind, hat eine US-amerikanische Forscherin näher untersucht.

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Wie du mit deinen Freundinnen über Sex reden solltest
© Photo by Priscilla Du Preez on Unsplash

Redest du mit deinen Freundinnen offen und ehrlich über Sex? Wir nehmen ma an: Ja! Wenn nicht, ist es höchste Zeit dafür. Wer das behauptet? Die Wissenschaft. Denn wie eine aktuelle Studie des Journal of Sexual Health besagt, neigen Frauen, die mit ihren Freundinnen offen und ehrlich über Sex reden, zu einem höheren Selbstwertgefühl und zu einer höheren sexuellen Selbstwirksamkeit. "Selbstwirksamkeit" heißt in dem Zusammenhang, dass man selbst eine größere Überzeugung hat, Herausforderungen aus eigener Kraft zu bewältigen. Was beim Thema Sex ja ganz sicher nicht schaden kann.


Allerdings: Die Kommunikation über Sex hat leider auch eine negative Erscheinung, und zwar, dass im Gespräch über Sexualität auch verdrehte Normen bezüglich Sex weitergegeben werden bzw. entstehen können. „Ich war zunächst an diesem Thema interessiert, weil viele von uns die offene Kommunikation über Sex schätzen und glauben, dass die Menschen offener gegenüber Sex sein sollten. Aber wir wissen nicht wirklich, ob das immer positiv ist“, sagte Katrina L. Pariera von der George Washington University, Autorin der Studie in einer Aussendung. Also hat sie sich das in ihrer Studie einmal näher angeschaut.

Warst du schon mal beim HIV-Test?

Eine weitere Vermutung von ihr war, dass ein Großteil der Sprache, die beim Reden über Sex zum Einsatz kommt, darauf ausgerichtet ist, Frauen zu ermutigen, sexueller zu sein. Um das herauszufinden, hat Pariera für ihre Studie 617 US-amerikanische Frauen zu ihrem Sexualleben und ihrer Kommunikation mit Gleichgesinnten befragt. Und dabei zeigt sich: Frauen, die angaben, dass ihre Freundinnen im Gespräch über Sex positive Kommentare dazu abgegeben haben, weisen ein höheres Maß an sexuellem Selbstbewusstsein auf. Das heißt in der Praxis, dass sie sich etwa eher trauten, den Partner zu bitten, im Sexualleben etwas zu verändern oder auch ihn zu fragen, ob er sich auf sexuell übertragbare Krankheiten, wie etwa HIV, testen hat lassen.

Lass uns "besser" über Sex reden!

Was wir laut der Autorin aus der Studie lernen können? "Ich denke, das was, wir aus der Studie mitnehmen sollten ist, dass es sowohl positive als auch negative Auswirkungen hat, über Sex zu reden." Denn wenn man viel über Sex spreche, habe das einerseits "gegenseitig Erzieung" bzw. Aufklärung zur Folge, manchmal kann es aber auch zu Druck und eben verzerrten Vorstellungen und Normen führen. Das heißt für sie: Wir sollten nicht unbedingt mehr, sondern vor allem besser über Sex reden.