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Terror in Paris: "Ich überlebte Bataclan"

Auf Facebook schildert die südafrikanische Studentin Isobel Bowdery, wie sie den Terroranschlag im Konzertsaal Bataclan in Paris überlebte. Ein Bericht, der aufwühlt.


Terror in Paris: "Ich überlebte Bataclan"

Stell dir vor, du bist 22 Jahre alt, Studentin aus Südafrika und in einer der schönsten Städte der Welt. Stell dir vor, du möchtest ein Konzert besuchen, mit Freunden. Es soll ein lustiger Abend werden, ihr habt ein wenig getrunken, vielleicht werdet ihr danach noch um die Häuser ziehen. Ihr seid jung, die Stadt gehört euch, ihr habt das Leben vor euch.

So zuversichtlich und schön begann der Abend des 13. Novembers für Isobel Bowdery. Er endete im absoluten Horror.

Auf Facebook schildert die 22-Jährige jene Augenblicke im Pariser Konzertsaal Bataclan, die sie nur mit großem Glück überlebte. Terroristen stürmten das Konzert der Rockband Band Eagles of Death Metal , schossen um sich. Drei der Attentäter sprengten sich beim Einsatz der Polizei offenbar mit Sprengstoffgürteln in die Luft. 80 Menschen starben dort in wenigen Stunden, etliche kämpfen in Pariser Krankenhäusern um ihr Leben.

"Als die Männer durch den Haupteingang kamen, dachten wir naiverweise, es sei alles Teil der Show", schreibt Isobel auf ihrer Facebook-Seite. "Ich hatte unglaubliches Glück zu überleben, so viele andere hatten es nicht." Sie habe sich auf den Boden geworfen, im Schockzustand tot gestellt. Vier Stunden lang hielt sie den Atem an, versuchte, sich nicht zu bewegen. "Dutzende Menschen wurden direkt vor mir erschossen. Ein Blutbad füllte den Boden. Schreie von erwachsenen Männern, die den toten Körper ihrer Freundin hielten, drangen durch die kleine Konzerthalle", so Bowdery. "Ich hatte das Blut Fremder auf meinem Körper, ich hörte die Kugeln, die einschlugen. Ich befand mich in einem Albtraum, von dem ich nur hoffte, dass ich plötzlich erwachen würde.

In ihrem Posting bedankt sich die junge Südafrikerin bei dem Helfer, der sie beruhigte, bei den Fremden, die sie von der Straße aufhoben und trösteten. Sie fand bei einer Frau Unterschlupf, die ihre Türen unter dem Twitter-Hashtag #PorteOuverte für Flüchtende und Menschen geöffnet hatte, die in der Terrornacht nicht mehr in ihre Hotels oder Wohnungen kamen. Ein Freund besorgte ihr ein Oberteil, damit sie nicht länger ihr blutbeflecktes Top tragen musste.

"Diese Hilfe und Anteilnahme gibt mir den Glauben zurück, dass diese Welt nicht nur böse ist. Dass wir an das Gute glauben müssen," die 22jährige Isobel. "Denn nur so lassen wir nicht zu, dass die Menschen, die für diesen Terroranschlag verantwortlich sind, gewinnen."

Ihre Schlussworte: "Es ist an uns, das Leben zu leben, von dem die unschuldigen Opfer dieser Tragödie geträumt haben aber traurigerweise nun nicht mehr dazu in der Lage sind, es zu leben. Ruhet in Frieden, ihr Engel. Ihr werdet niemals vergessen sein."

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