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Ungarische Polizei: DU bist selbst schuld an Vergewaltigung

In einem Präventionsvideo, das sogar an Schulen gezeigt wird, erklärt die ungarische Polizei, dass die partymachenden, sich sexy kleidenden Frauen selbst verantwortlich sind, wenn sie vergewaltigt werden.

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Selfie Klip
© Screenshot/ PoliceHungary

Aus den Opfern werden die Täter(innen): Diese grausige Botschaft vermittelt die ungarische Polizei mit einem vor wenigen Tagen veröffentlichten Präventionsvideo zum Thema Vergewaltigung .

Die darin präsentierten, unsympathisch gezeichneten Mädchen haben Spaß, sind überdreht, stylen sich - überaus voyeuristisch inszeniert - zum Ausgehen, trinken Alkohol und knutschen mit Männern, die sie auf der Tanzfläche kennen gelernt haben. Dieses "unverantwortliche" Verhalten hat dann prompt die "logische" Folge: Der Vergewaltiger lauert schon vor der Disco. Eingeblendet wird dazu die folgende Weisheit: "Du kannst etwas dafür, du kannst etwas dagegen tun."

Mittlerweile löste das im Auftrag der Polizei des südungarischen Kreises Baranya produzierte Video mit dem Titel "Selfie Klip", Proteste zahlreicher Frauen- und Bürgerrechtsorganisationen aus und die Forderung, dasselbe nicht mehr zu verwenden.

Schließlich wird hierin erschreckenderweise die Schuld an der sexuellen Gewalttat den Opfern zugesprochen. Denn nur wer sich so laut, sexy und aufreizend verhält, wird zwangsläufig vergewaltigt - so die erzkonservative Moralvorstellung.

Leider reagierte die ungarische Polizei bisher auf keine der Proteste. Im Gegenteil: Erst gestern veröffentlichte man auf police.hu Folgendes: "Die Erfahrungen zeigen, dass der weiblichen Metakommunikation bei der Prävention eine sehr große Rolle zukommt. Oft ist es die Koketterie junger Mädchen, die Gewalt auslösen kann."

Hier der schockierende "Präventionsfilm":