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Welche Musik lieben ungeborene Babys wirklich?

Viele glauben daran, dass klassische Musik bei der Entwicklung ungeborener Babies helfen kann. Doch wie reagieren die Kleinen wirklich auf Melodien und Klänge? Eine neue Studie zeigt, dass Föten schon richtige Musikkritiker sind.

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Welche Musik lieben ungeborene Babys wirklich?
© istockphoto.com

Du legst Kopfhörer auf deinen runden Babybauch, um der Kleinen ein bisschen von deiner Lieblingsmusik vorzuspielen. Leider dringt durch die Bauchdecke nicht wirklich genug Klang. Doch Menschen sind sich trotzdem sicher: irgendwas muss Musik doch schon bei den Allerkleinsten auslösen! Und dieser Frage ist das Institut Marquès nachgegangen. Die spanische Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Fertilitätsmedizin hat 300 Föten zwischen der 18. und 38. Woche mit Musik beschallt. Aber eben nicht mit einem Kopfhörer am Bauch, sondern mit intravaginalen Lautsprechern.

Die Reaktion der Kleinen wurde an der Mund- und Zungenbewegung festgemacht. Das Forschungsteam ging davon aus, dass die Föten nur bei jener Musik ihre Münder und Zungen bewegen würden, die auch wirklich das Sprachzentrum des Gehirns stimuliert. Und es zeigte sich, dass 91 Prozent der Föten auf klassische Musik wie Mozart, Bach oder Strauss reagierte. Auch die Musikrichtung Rock rief ähnliche "Begeisterung" hervor. Besonders "Bohemian Rhapsody" von Queen schien den Kleinen zu gefallen. 90 Prozent bewegten die Münder und 40 Prozent streckten ihre Zunge raus. Nur von Popsongs zeigte sich die Föten eher unbeeindruckt. Besonders Shakira konnte mit "Waka Waka" nur 50 Prozent der Kleinen stimulieren.

Interessant ist auch, dass Babys im Mutterbauch positiver auf besonders hohe Stimmen reagieren. Ihnen wurde zum Beispiel die Stimme von Micky Maus vorgespielt, woraufhin 76 Prozent ihre Münder bewegten. Dass eine hohe, sehr kindlich wirkende Stimme etwas in den Kleinen auslöst, ist aber kein Wunder. Denn andere Forschungen ergaben, dass sich beim sogenannten Baby Talk, also jener individuelle Art, wie Mütter mit ihren Säuglingen sprechen, die Tonlage sowie die Frequenz sich komplett ändern. Diese Änderung ist so signifikant, dass sogar ein Computerprogramm nach kurzer Lernphase die Normal- von der Babysprache unterscheiden konnte.

Doch natürlich erfüllt die veränderte Sprachweise seine Funktion, denn das Baby erkennt seine eigene Mutter eben auch am Baby Talk. Welche längerfristigen Wirkung Auswirkungen die Beschallung durch Musik auf die Entwicklung eines Fötus hat, ist trotz solcher Forschungen nicht wirklich klar. Denn obwohl die Mund- und Zungenbewegungen im dritten Trimester sehr ungewöhnlich sind und deshalb direkt als Reaktion auf die Musik gewertet werden können, weiß man ja trotzdem nicht, ob die Musik den Kleinen gefällt. Außerdem besitzen sicherlich nur sehr wenige Mütter einen intravaginalen Lautsprecher. Wenn man also eine kleine Rockerin erziehen möchte, sollte man einfach nach der Geburt damit anfangen und dann gemeinsam abshaken!

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