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UserInnen erzählen wie es *wirklich* ist, mit einem ungewöhnlichen Namen aufzuwachsen

Während bei uns in Österreich doch recht strenge Regeln rund um die Namensgebung herrschen, dürfen Eltern in anderen Ländern recht ... kreativ werden. Im Netz tauschen sich die "Betroffenen" über ihr Leben mit den ungewöhnlichen Namen aus.

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Name ungewoehnlich
© iStock

Laut amerikanischen NamensforscherInnen sollen Eltern nach diesem verrückten Jahr keine Lust mehr auf die Klassiker haben. Außergewöhnliche Namen wie Arya, Kylo, Marigold oder Arlo – das ist der Trend für 2021. Realistisch gesehen, werden aber auch im nächsten Jahr noch sehr viele Noahs und Annas auf die Welt kommen. Vor allem, weil es bei uns in Österreich doch eher schwer ist, einen ganz und gar verrückten Namen genehmigen zu lassen.

In anderen Ländern ist dem aber nicht so. Man denke nur an die Promi-Eltern Elon Musk und Grimes, die ihren kleinen Sohn X Æ A-12 [ˈɛks-ˈeɪ-ˈaɪ] nannten. Gut, die mussten den Namen für die offiziellen Dokumente zwar ändern (in Kalifornien sind nämlich nur Buchstaben und keine Zahlen erlaubt), aber die Aussprache blieb gleich. Zumindest wächst X Æ A-12 in exzentrischen Celebrity-Kreisen auf, wo alle Verständnis für die Eskapaden ihrer Eltern haben. Aber die Normalos da draußen, die müssen tagtäglich mit ihren komischen, merkwürdigen und ungewöhnlichen Namen leben.

Zum Glück gibt es das Internet, wo man sich über alles austauschen kann. Und so findet man auch massig Berichte von Menschen, die sich mit ihren Namen arrangiert haben, obwohl es nicht immer leicht war. Wir haben die Interessantesten zusammengestellt:

Mastery: "... ich wurde von Quora geblockt, weil sie mir nicht glaubten, dass es ein echter Name ist."
Quora-Userin Mastery Sheets berichtet unter dem Thread für ungewöhnlich Namen von vielfachen Problemen im Laufe ihres Lebens. Am häufigsten wurde sie für einen Mann gehalten, so auch schon in der Schule, weshalb sie plötzlich als einziges Mädchen in der Werkstunde für Buben saß. Auch würden Menschen, denen sie ihre Visitenkarte gibt, oft glauben, dass "Mastery Sheets" der Name ihres Unternehmens und nicht ihr eigener sei. Und das mit dem Ansagen in Fast-Food-Läden oder Coffee-Shops sei sowieso ein großer Spaß: "Mittlerweile habe ich aufgehört, meinen Namen noch einmal zu wiederholen. Ich warte einfach, was dabei rauskommt, wenn ich sie das schreiben lasse, was sie geglaubt haben, gehört zu haben." Und um das zu illustrieren, hat die Userin ein paar Beispiel angefügt. Unser Favorit: "Massacre" (Deutsch: Massaker).

ungewoehnliche Namen

George: "Ich bin das einzige Kind und da wollten meine Eltern die Tradition fortsetzen..."
George ist hierzulande zwar nicht gebräuchlich, aber ganz und gar nicht ungewöhnlich im englischsprachigen Raum. Doch hier kommt der Haken: Normalerweise heißen Buben George und nicht Mädchen. Die Befragte in einem Interview mit Kidspot ist letzteres. Kein Wunder, dass sie ihr ganzes Leben damit zugebracht hat – und das immer noch tut – für einen Buben oder Mann gehalten zu werden. Wenn dann die Menschen auf den Fehler draufkommen, führt das immer wieder zu Lachern: "Ich werde häufig negativ bewertet und ausgelacht – vor allem von älteren Männern." Aber Mitleid stehe auch auf der Tagesordnung: "Viele können einfach nicht verstehen, dass ich so heiße wie ich heiße. Sie sagen dann, dass sie mich bemitleiden."

Xanthe: "...am meisten Angst hatte ich, wenn neue Lehrer kamen."
Ebenfalls für Kidspot wurde Xanthe befragt, deren voller Name Xanthe Skye ist, was so viel wie "Blonder Himmel" bedeutet. Dementsprechend würde ihre Mutter sie "Sonnenschein" nennen, was ja eigentlich ganz schön ist. Wäre da nicht nur die Situation ist der Schule, wenn eine Supplierung auf dem Plan steht. Denn davor habe die junge Frau immer am meisten Angst gehabt: "Ich hasste es, meinen Namen dreimal wiederholen zu müssen, vor allem, weil ich damals sehr schüchtern war und nicht gern vor der Klasse gesprochen habe."

April: "M'am, ich bin 48 Jahre alt. Wie oft, glauben Sie, habe ich diesen Spruch schon gehört?!"
Natürlich hat sich auch die Twitter-Community mit dem Thema Namensgebung beschäftigt, wobei uns ein Trend besonders aufgefallen ist und das sind Szenen wie aus "Täglich grüßt das Murmeltier". Denn ja: Manche Namen erinnern uns an Sprichworte, Filmfiguren oder sogar historische Persönlichkeiten – aber bevor wir diesen Gedanken aussprechen, sollten wir darüber nachdenken, wie oft unser Gegenüber ein und denselben Vergleich schon gehört hat.

Nadinastiti: "Bevor ich irgendetwas erkläre, sollte ich euch mit der indonesischen Namensgebung bekanntmachen."
Wir haben ja am Anfang des Artikels schon erwähnt, dass die Namensgebung nicht in jedem Land streng reguliert ist. Das trifft dann wohl auch auf Indonesien zu. Denn wie Quora-Userin Nadinastiti in einem langen Posting erklärt, gebe es da tatsächlich keine gesetzliche Regelung. Man könne also nicht nur alle möglichen Konsonanten und Vokale zu einem Namen zusammenstoppeln, sondern auch irgendwelche Begriffe verwenden. So seien Namen wie "God" oder "Merry Christmas" gar nicht so ungewöhnlich. Ausnahmen würde es eher nur bei den muslimischen und chinesischen Minderheiten geben. Die hätten nämlich ihre eigenen, "normalen" Traditionen. "Mit meinem Namen verbinde ich zwar eine Hass-Liebe, aber es macht mir eigentlich nichts aus, wenn Leute ihn falsch aussprechen – insbesondere Nicht-Indonesier. Ich stelle mich oft als 'Nadine' vor, um es allen leichter zu machen.", so die Userin.

Quodvultdeus: "Lest den Namen langsam, aber ganz durch!"
Ebenfalls "Opfer" der indonesischen Namensgebung ist Quora-User Quodvultdeus. In seinem Beitrag erklärt er, dass er zwar verstehen würde, warum seine Mutter ihm diesen Namen eigens ausgesucht hat (Lateinisch: Gottes Wille), er aber wahrscheinlich besser aufgehoben wäre, wenn er in Europa leben würde: "Dieser Name stammt aus der lateinischen Sprache und die Menschen dort könnten ihn möglicherweise problemlos aussprechen." So sicher wären wir uns da nicht ...

Von Quodvultdeus stammt aber unsere absolut liebste Wortmeldung in dem Thread, denn der Indonesier erklärt, was sich Menschen mit ungewöhnlichen Namen von ihrem Gegenüber wünschen: "Wenn du auf einen schwierigen Namen stößt, dann versuche ihn unbedingt richtig auszusprechen. Lies ihn langsam durch und es wird immer einfacher. (..) Ich hasse es, wenn Leute einfach in der Mitte aufhören, ihn aufmerksam zu lesen und dann meinen: 'Ah, das ist einfach zu schwer auszusprechen'."

Themen: Eltern, Kinder

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