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Syrien: Den höchsten Preis zahlen Kinder

Im letzten Jahr wurden im syrischen Bürgerkrieg so viele Kinder getötet wie nie zuvor. Die Bilanz des Grauens. Warnung: Diese Bilder gehen an die Nieren!

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Syrien: Den höchsten Preis zahlen Kinder
© Reuters

Seit ziemlich genau sechs Jahren tobt in Syrien ein bewaffneter Bürgerkrieg zwischen den Regierungstruppen von Diktator Baschar al-Assad und den Rebellen – doch 2016 erreichte der Schrecken einen weiteren Höhepunkt. Noch nie zuvor, so bilanziert die Unicef in einem aktuellen Bericht, wurden so viele Kinder getötet wie im letzten Jahr.

Mindestens 652 Kinder starben, 255 von ihnen kamen in oder in der Nähe einer Schule ums Leben. Das ist eine 20% Steigerung im Vergleich zu 2015. Und es handelt sich dabei nur um formal verifizierte Todesfälle, die Dunkelziffer liegt weit höher.

Zwei Buben stehen in einem Feldspital unter Schock. Sie wurden im November bei einem Luftangriff auf Aleppo verletzt

Laut Unicef wurden 2016 mehr als 850 Kinder als Kämpfer rekrutiert (50 Prozent mehr als im Vorjahr). Die Kinder werden an die Front geschickt oder als Henker, Selbstmordattentäter oder Gefängniswärter eingesetzt.

Kinder in Syrien: Toxischer Stress mit schrecklichen Folgen

Geert Cappelaere, Unicef-Regionaldirektor für den Mittlereren Osten und Nordafrika: "Die Tiefe des Leidens ist beispielslos. Tausende Kinder in Syrien werden täglich angegriffen, vor unseren Augen spielt sich eine humanitäre Tragödie ab, deren Nachwirkungen noch Generationen anhalten wird."

Der Grauen des Krieges hat sich in das Gesicht dieses kleinen Mädchens eingebrannt. Sie wurde nach Luftangriffen auf Douma nahe Damaskus in ein Spital eingeliefert

Auch die Hilfsorganisation "Save the Children" veröffentlichte letzte Woche einen Bericht, wonach Millionen syrischer Kinder in einem Zustand "toxischen Stresses" leben, der ohne sofortige Hilfe irreversibel werden könnte. "Man kann sich nicht ausmalen, was dies für die Zukunft dieser Kinder bedeutet."

Ein freiwilliger Helfer rettet im November ein verletztes Mädchen aus den Trümmern der zerbombten Stadt Aleppo

Zwei Drittel der Kinder in Syrien haben im Verlaufe des Bürgerkriegs einen geliebten Menschen verloren, ihr Zuhause im Bombenhagel verloren oder wurden verletzt.

Dieser 3jährige wurde bei Luftangriffen verletzt, seitdem ist er verstummt

"Diese Kinder," so ein Unicef-Mitarbeiter zur britischen BBC, haben den Großteil ihres bisherigen Lebens im Krieg verbracht. Sie sind traumatisiert, manche haben aufgehört zu sprechen oder leiden unter plötzlichen Angst-Attacken. Für diese Kinder gibt es keine bis wenig psychologische Hilfe. Die Langzeitfolgen können wir nicht ermessen."

Das kleine Mädchen leidet durch die mangelnde hygienische Versorgung unter der von Parasiten übertragenen Krankheit Leishmaniasis

Hilfe für Syrien: Bei diesen Organisation kannst du spenden

Du willst diesem Elend nicht tatenlos zusehen? Unter den folgenden Direkt-Links kommst du zu den Spenden-Aktionen der Hilfsorganisationen:

  • Die Unicef unterstützt vor Ort mit lebenswichtigen Soforthilfsgütern wie Nahrung, Decken, Impfstoff und Wasserreinigungstabletten.
  • Die Caritas Österreich hilft mit Hygiene- und Nahrungskits sowie der Ausstattung für Notunterkünfte.
  • Während des Syrien-Konflikts wurden 2015 insgesamt 23 syrische Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen getötet, 58 verletzt. Mit einer Spende unterstützt man u.a. die Betreuung und Versorgung medizinischer Einrichtungen.
  • Save the Children liefert Schulmaterial, Antibiotika oder deckt mit den Spenden die psychosoziale Betreuung der Kinder.
  • Die Einnahmen der ORF-Spendenaktion "Nachbar in Not" werden in konkrete Hilfsmaßnahmen und Projekten von CARE, Caritas, Diakonie, Hilfwerk, Malteser, Rotes Kreuz, Samariterbund und Volkshilfe investiert.
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Thema: Report