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Wir sind dann mal weg ...

Einfach zum Flughafen fahren, Tickets kaufen und gleich losfliegen – ist das überhaupt möglich? Die WOMAN-Redakteurinnen Melanie und Katharina wollten es wissen!

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Wir sind dann mal weg ...
© Ernst Kainerstorfer

Einmal spontan sein! Einmal alles stehen und liegen lassen und ein richtiges Abenteuer erleben! Die Idee, mit Sack und Pack zum Flughafen zu fahren ohne zu wissen, wohin die Reise gehen soll, kam uns Mittwochabend. Donnerstag in der Früh sollte der Trip losgehen. Und schon standen wir vor der ersten Herausforderung: Wie packt man einen Koffer für einen Ausflug ins Blaue? Immerhin kann's überall hingehen: Zum Eisstockschießen nach Stockholm, zum Vespafahren nach Santorin (unsere Wunschdestination!) oder zur Teestunde nach London. Planlos landete der halbe Kleiderschrank im Koffer. Neben Sommerkleidern, Bikini und Flip Flops packten wir zur Sicherheit auch ein paar Wintersocken und Pullover dazu.

Der nächste Morgen, 9 Uhr. Pünktlich treffen wir uns am Wiener Airport. Auf der Anzeigentafel gehen wir die nächsten Abflüge durch: Brüssel, Nizza, Kreta, Moskau, ... In welchem Flieger gibt's noch Platz? Welches Hotel hat noch ein Zimmer frei? Oder werden wir wieder voll bepackt die Heimreise antreten? Wir steuern auf den Schalter des Reiseveranstalters "Buy & Fly" (buyandfly.cc) zu. Bis zu 50 Minuten vor Abflug soll man hier noch buchen können - laut Internetinformation zumindest. Und tatsächlich! Drei Destinationen stehen zur Auswahl: Nizza, Kreta oder Antalya. Wir sortieren die Angebote. Untypisch für uns treffen wir bereits nach ein paar Minuten eine Entscheidung: Nizza soll's werden! Wir sehen uns entlang der Strandpromenade flanieren, auf Luxusyachten dinieren und durch chice Shoppingstraßen spazieren. Der Flieger geht um 12:40 Uhr, das Hotel samt Frühstück ist beim Angebot miteinkalkuliert: "Best Western Hotel Riviera" – eine Viertelstunde vom Strand entfernt. Gemeinsam mit dem Flug kostet der Spaß € 530,- pro Person, für vier Tage. Hätten wir die Reise zwei Wochen vorher gebucht, hätten wir uns über € 50,- erspart. Wir schlagen trotzdem zu!

2,5 Stunden bis zum Abflug. Mit den Tickets in der Hand düsen wir in den nächsten Flughafen-Shop und durchstöbern die Regale nach einem Reiseführer über Südfrankreich. Gemütlich setzen wir uns dann in ein Café, studieren die Landkarte und durchforsten das Internet nach der noblen Stadt an der Côte d’Azur: Wo liegt unser Hotel? (Tipp: Sollte man sich eigentlich vor der Buchung anschauen!) Wie kommen wir am schnellsten zum Strand? Und wo gibt's die besten Restaurants? Dann ab zum Gate …

Bonjour Nice! Nach zwei Stunden Flug landen wir in Nizza. Wir setzen uns ins Taxi und machen uns auf den Weg ins Hotel. Doch links und rechts von uns nur Industriegebiet - weit und breit keine Spur von französischem Flair. Plötzlich hält der Fahrer zwischen hupenden LKWs – Endstation. Hat er sich verfahren? Leider nein, am Straßenrand – direkt zwischen Autobahn und Hauptbahnhof – befindet sich unsere Unterkunft. Wir checken ein und gehen auf die Zimmer - alles ganz passabel auf den ersten Blick. Dann schnell ab in die Stadt: Nizza, wir wollen dich erkunden! Wir schlendern über die Strandpromenade (Um € 6,70 gönnen wir uns eine Cola!). Zurück im Hotel fallen wir müde ins Bett. Doch an Schlaf ist nicht zu denken. Draußen hupen Autos, am Bahnhof gegenüber werden Güterwagons verschoben. Unsere Lärm-App warnt: "Geräuschpegel setzt den Körper unter Stress!" Den Côté d’Azur-Lifestyle hatten wir uns irgendwie anders vorgestellt …
Egal, die nächsten Tage verbringen wir mit Sightseeing (Tipp: mit dem Fahrradtaxi die Stadt kennenlernen) und am Kieselstrand (Autsch!) relaxen.

Fazit. Sonntagnachmittag geht's zurück nach Wien. Mit vielen Eindrücken und der Erkenntnis: Wer spontan verreisen will, muss auch mit Abstrichen rechnen. Doch wer’s mit Humor nimmt und abenteuerlustig ist, hat trotzdem einen schönen Urlaub. Das nächste Mal buchen wir aber doch lieber früher.

Lest hier ihre Last-Minute-Tipps.

Thema: Reise