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Warum Frauen fremdgehen: Die 5 größten Irrtümer

Warum gehen Frauen fremd? Was fehlt ihnen in ihrer Beziehung, was suchen sie bei einem anderen Mann? Ein neues Buch klärt die größten Irrtümer auf.

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Warum Frauen fremdgehen: Die 5 größten Irrtümer
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Wenn es um Seitensprung und Betrug geht, dann herrschen nach wie vor viele Klischees. Ein Mann, so nehmen die meisten an, geht fremd, weil er sexuell nicht gänzlich befriedigt ist. Eine Frau hingegen sucht im Seitensprung die Befriedigung ihrer emotionalen Bedürfnisse.

Ein Irrtum, wie eine neue, spannende Studie der amerikanischen Soziologin Alicia Walker feststellen konnte. Für ihr neues Buch "The Secret Life of the Cheating Wife: Power, Pragmatism, and Pleasure in Women's Infidelity" (zu deutsch etwa: "Das geheime Leben untreuer Frauen: Macht, Pragmatismus und Freude am Seitensprung") sprach Walker mit 46 Frauen, die auf dem Casual Dating-Portal "Ashley Madison" nach einer Affäre suchen.

Die Soziologin hatte vorgefasste Meinungen über weibliche Untreue, wie sie im Gespräch mit "The Independent" zugibt: "Ich war überrascht, dass ich kompletten Mythen aufgesessen bin. Die Motivation zum Seitensprung ist bei Frauen anders, als ich es erwartet hätte."

5 Irrtümer – und die Wahrheit: Warum Frauen wirklich untreu werden

Irrtum 1: Frauen gehen fremd, weil sie aus ihrer Ehe ausbrechen wollen

Fast jede Frau, mit der Walker im Rahmen ihrer Studie sprach, betrog ihren Ehemann oder Partner, OBWOHL sie ihn liebte und auch nicht daran dachte, sich von ihm zu trennen. Walker: "Sie wollten nicht aus einer unglücklichen Ehe ausbrechen, sondern sich an anderer Stelle das holen, was sie im Bett zuhause nicht bekamen." Sexuelles Outsourcing quasi, ein Betrug nicht aus Rache oder Verzweiflung, sondern UM verheiratet zu bleiben.

Irrtum 2: Untreue ist eine impulsive Entscheidung

Die Soziologin fand heraus, dass Frauen ihre Untreue sehr pragmatisch planten. Sie meldeten sich gezielt auf einem Seitensprung-Portal an und gingen bei der Auswahl ihrer Affären methodisch und gezielt vor. Alicia Walker: "Sie wussten genau, welchen Typ Mann sie auf der Seite suchten und wie sie die Dates gestalten wollten." Der weibliche Seitensprung ist also nicht notgedrungen eine emotionale, leichtfertige Entscheidung, sondern kann auch ein geplanter Prozess sein. "Die meisten Frauen hatten davor mit ihren Männern eine Therapie versucht. Die haben aber nicht richtig mitgemacht oder verweigert," so die Forscherin.

Irrtum 3: Frauen betrügen, weil sie in jemand anderen verliebt sind

Nur zwei der befragten Frauen gaben an, sich in ihre Affäre auch verliebt zu haben. Und ausgerechnet sie waren mit dieser Situation auch unglücklicher als die anderen. Für Walker ein erstaunliches Ergebnis: "Wir denken oft, dass Frauen auch die emotionale Komponente brauchen, wenn sie fremdgehen. Das muss aber nicht sein. Die meisten meiner Interview-Partnerinnen suchten jemanden, der ihren Ansprüchen gefiel – aber sie vermieden es regelrecht, sich gefühlsmäßig zu involvieren."

Irrtum 4: Frauen gehen nur mit einem Mann fremd

Die meisten für die Studie befragten Frauen hatten mehrere Sex-Partner, mit denen sie ihren Mann oder Freund betrogen. Walker: "Es schien so, als hätten sie zuhause den Mann, der sie prinzipiell glücklich macht, der zu ihrem Leben passt. Und über das Dating-Portal holen sie sich dann eine Auswahl an Männern, die den Zuckerguss darstellen."

Irrtum 5: Sie wollen unterbewusst beim Seitensprung ertappt werden

Geht man fremd, weil man eine Tür aus einer Beziehung sucht und insgeheim hofft, erwischt zu werden, um nicht selbst den Schritt zu machen? Mitnichten, wie die Soziologin und Buchautorin feststellte: "Diese Frauen hatten kein Interesse daran, ihren Mann zu verlassen. Weshalb sie große Planung und Organisation in Kauf nahmen, um auf keinen Fall der Untreue entlarvt zu werden."