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US-Weltmeisterinnen wollen nicht zu Trump: "Your message is excluding people"

Megan Rapinoe und Kolleginnen bleiben dabei: Sollte Trump sie anlässlich des WM-Titels ins Weiße Haus einladen, werden sie nicht kommen. Niemand im Team habe ein Interesse daran, sich "von dieser Regierung vereinnahmen und korrumpieren zu lassen".

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US-Weltmeisterinnen wollen nicht zu Trump: "Your message is excluding people"
© 2019 Getty Images

Wenn ein Sport-Team für sein Land den Weltmeister-Titel holt, dann ist ein Empfang beim Staatsoberhaupt eigentlich Standard. Bei den frischgebackenen Fußball-Weltmeisterinnen aus den USA, dürfte es aber anders kommen. Schon während der WM hat US-Star Megan Rapinoe angekündigt, nicht ins "fucking white house" gehen zu wollen. Für das "fucking" hat sie sich zwar später entschuldigt, bei ihrer Absage an Trump blieb sie allerdings. Auch noch jetzt, nachdem das US-Frauen-Team den Weltmeisterinnen-Titel geholt hat - eine offizielle Einladung Trumps gibt es aber ohnehin noch nicht. „Ich würde nicht gehen, und jede Mannschaftskollegin, mit der ich explizit darüber gesprochen habe, würde auch nicht gehen“, sagte Rapinoe am Dienstag im US-Sender CNN. Sie erklärte auch warum:

Rapinoe ist mit Baketballerin Sue Birds zusammen, vor der WM waren die beiden am Cover des amerikanischen "ESPN Magazine" zu sehen - als erstes gleichgeschlechtliches Paar. Auf Instagram teilte Rapinoe nach dem Final-Spiel diese Liebesbekundung:

"Equal Pay"-Rufe der Fans

Der Sieg der US-Frauen hat aber auch noch ein anderes zentrales Thema auf den Rasen und damit in die Medien gebracht: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit! So skandierten die Fans nach dem Finalspiel eine - im Fußballstadion - durchaus unübliche Parole: "Equal Pay! Equal Pay!" um die Fußballerinnen in ihrem Kampf für gleichen Lohn zu unterstützten.

Das US-Frauen-Nationalteam hatte deshalb bereits vor der WM Klage gegen den eigenen Verband wegen "institutionalisierter, geschlechtlicher Diskrminierung" eingebracht - passenderweise am Internationalen Frauentag, dem 8. März 2019.

Empfänge als Politikum

Seitdem Trump 2016 zum Präsidenten gewählt wurde, haben sich die traditionellen Empfänge erfolgreicher Sportler in den USA zu einem Politikum entwickelt. Einer Aufstellung von US-Medien zufolge hat seitdem rund die Hälfte der 20 Sieger von College- und Profibewerben ihren Besuch abgesagt oder wurde gar nicht erst eingeladen. Prominente Beispiele waren die Golden State Warriors, Basketball-Meister der Jahre 2017 und 2018, sowie die Philadelphia Eagles, die 2018 das American-Football-Großereignis Super Bowl gewannen. Auch vom amtierenden Baseball-Champion Boston Red Sox kam nur ein Teil der Mannschaft ins Weiße Haus. Einer Einladung ins Kapitol, die führende Mitglieder der Demokraten bereits ausgesprochen haben, wollen die US-Frauen hingegen Folge leisten.

Gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie

Megan Rapinoe tritt seit jeher gegen Rassismus, Homophobie, Sexismus und Co. auf - kein Wunder, dass sie nichts mit dem Weltbild von US-Präsident Trump anfangen kann. Ihn hat sie auch schon als "sexistisch", "engstirnig" und "rassistisch" bezeichnete. Zwar erlebe sie keine Repressionen wegen ihrer Hautfarbe, schrieb sie, als sie sich vor zwei Jahren erstmals sperrte, bei der Hymne mitzusingen. "Aber ich kann nicht tatenlos zusehen." Zum Hintergrund: Footballstar Colin Kaepernick, begann 2016 aus Protest gegen den Rassismus, bei der Nationalhymne niederzuknien und nicht zu singen. Rapinoe schloss sich dem an, als erste weiße Frau. Auch bei der WM in Frankreich sang sie nicht mit bei der Hymne.