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US-Wahlen: Wut auf Trump sorgt für Kandidatinnen-Rekord

So viele Frauen wie noch nie, gehen im November ins Rennen um einen Sitz im US-Repräsentantenhaus. Eine ehemalige Air Force Pilotin sorgt mit ihrem Werbespot für großen Beifall.

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US-Wahlen: Wut auf Trump sorgt für Kandidatinnen-Rekord
© 2017 Getty Images

Was passiert, wenn ein Mann zum Präsident gewählt wird, der offen frauenverachtend auftritt? Nichts Gutes, so viel steht fest. Aber: Wenn man sich anschaut, wer in den USA für die im November stattfindenden Midterm-Elections („Zwischenwahlen“) kandidiert, hat die Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der USA immerhin eine positive Konsequenz in der politischen Landschaft: Es treten so viele Frauen wie nie zuvor an, die meisten von ihnen für die DemokratInnen. Insgesamt haben bisher 113 Frauen ihre Kandidatur für das US-Repräsentantenhaus eingereicht und politische Beobachter gehen davon aus, dass ihr Motiv unter anderem Wut ist.

Wut, gegen einen Präsidenten, dem auch sein „Grab-them-by-their-pussy“-Sager im Wahlkampf nicht zum Verhängnis wurde, der harte Attacken gegen jene Frauen führt, die ihm sexuelle Übergriffe vorwerfen und Mitgliedern seines Kabinetts, die wegen des Vorwurfs von häuslicher Gewalt ihre Posten räumen mussten, „alles Gute“ wünscht und ihnen eine „wundervolle Karriere“ prophezeit. Diese Liste ließe sich natürlich noch fortsetzen. Wollen wir aber gar nicht. Lieber sprechen wir über jene Frauen, die das nicht hinnehmen. Seien es die Millionen von Frauen, die im Jänner 2017 beim „Marsch der Frauen“ gegen Trump auf die Straße gegangen sind, oder jene 113, die nun auch in den politischen Institutionen als gewählte Repräsentantinnen im Lichte von #meetoo ihr Land in eine andere Richtung bringen wollen.

Video von texanischer Air Force Veteranin geht viral

Eine von ihnen ist etwa Air Force Veteranin MJ Hegar, die in Texas für die Demokraten ins Rennen um einen Sitz im US-Repräsentantenhaus geht. In einem vielbeachteten Werbe-Video, erklärt sie sehr offen ihre Beweggründe. Von der häuslichen Gewalt, die sie bereits als kleines Kind miterleben musste, über den Krieg in Afaghanistan, in dem sie mit ihrem Hubschrauber selbst unter Beschuss geriet, bis hin zur Abwahl des amtierenden Republikaners John Carter. Das Video - ein Lehrstück der politischen Kommunikation - wurde inzwischen mehr als 2 Millionen mal angeschaut, die Zahl spricht für sich. Wie viele Stimmen MJ Heger und die anderen Kandidatinnen schlussendlich bekommen wird sich im November zeigen. Fest steht jedenfalls: Der politischen Kultur in den USA wäre es zu wünschen, dass sich viele dieser Kandidatinnen nach der Wahl im Repräsentantenhaus wiederfinden.