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"Bock for You"-Award und Spendenaktion zum 1. Todestag von Ute Bock

Am 19. Jänner 2018 ist Ute Bock gestorben und hat in ein Österreich eine große Lücke hinterlassen. Anlässlich ihres ersten Todestages kann man für ein Bildungsprojekt für Flüchtlinge spenden.


"Bock for You"-Award und Spendenaktion zum 1. Todestag von Ute Bock
© Angelique Wallner

Am Samstag, den 19. Jänner, jährte sich der Todestag von Ute Bock das erste Mal. Tief betroffen waren Menschen in ganz Österreich, als jene Frau, die sich so unerbittlich und unermüdlich wie niemand anderer in diesem Land für geflüchtete Menschen eingesetzt hatte, gestorben ist. Sehr bewegend und auch sichtbar zum Ausdruck kam das spätestens am 2. Februar - damals fand das Lichtermeer für Ute Bock am Wiener Heldenplatz statt. An die 10.000 Menschen waren gekommen um Abschied von Ute Bock zu nehmen.

Aber nicht nur das, die Menschen sind auch deshalb gekommen um ein Zeichen für "Menschlichkeit" zu setzen. Auch zwei Präsidenten waren vor Ort, um Ute Bock die letzte Ehre zu erweisen: Sowohl Alexander Van der Bellen wie auch Ex-Bundespräsident Heinz Fischer haben auf der Bühne gesprochen. Und es scheint, als wäre es ein guter Zeitpunkt, um uns ein paar Sätze von Heinz Fischer noch einmal in Erinnerung zu rufen: Bock habe jenen, die in der Politik "Sonntagsreden" hielten, ein "schlechtes Gewissen" gemacht und ihnen den "Spiegel vors Gesicht" gehalten. "Sie haben sich geschämt", so Fischer. Denn Bock sei das Gegenteil derer gewesen, die im Bierzelt das "Maximum an Fremdenfeindlichkeit" aus den Menschen hervorlocken wollten.

In Zeiten, in denen ausufernden Gewalt gegen Frauen vor allem Diskussionen über die Herkunft von Tätern heraufbeschwört und als politische Maßnahme in erster Linie Asylrechtsverschärfungen, Abschiebungen nach Syrien inklusive, geplant werden, täte eine Persönlichkeit wie Ute Bock der Diskussion und den Zuständen in diesem Land sehr gut. Eben, indem sie den Menschen den Spiegel vors Gesicht halten würde, indem sie selbstlos für andere eintreten und helfen würde - und daran nicht einmal was besonderes fände: "Dass ich versuche zu helfen, wenn einer was braucht, ist nicht gut, sondern normal", lautet ein berühmter Satz von Ute Bock, den sie in einem Interview mit dem Standard gesagt hat.

Spendenaktion auf Facebook

Und genauso wie wir dieser Tage eine Ute Bock gut brauchen könnten, ist das Projekt Ute Bock nicht mit ihr gestorben und die Menschen, die dort nach wie vor betreut werden, können unsere Unterstützung nach wie vor gut gebrauchen. Darauf macht man eben auch beim Flüchtlingsprojekt Ute Bock aufmerksam: Anlässlich ihres ersten Todestags kann man via Facebook für eine Bildungs-Hilfsaktion spenden. Ziel ist, 27.500 Euro zusammen zu bekommen, denn damit könnten man einen Pädagogen bzw. eine Pädagogin für die vom Flüchtlingsprojekt betreuten Kinder einstellen. "Mit nur einem/einer weiteren qualifizierten MitarbeiterIn erreichen wir damit 350 Menschen mit Fluchthintergrund, denn wenn wir ein Kind erreichen, dann erreichen wir eine ganze Familie. Wenn wir eine Familie erreichen, erreichen wir eine ganze Gesellschaft", so die Erklärung auf der Facebook-Spendenseite. Und weiter:

"Vor genau einem Jahr ist Frau Bock von uns gegangen. Für uns war es ein richtungsweisendes Jahr, da wir unsere Arbeit ohne Frau Bock fortführen müssen und das trotz größter Herausforderungen: Kürzungen beim Integrationsjahr, Kürzungen in der Grundversorgung, Abschiebungen und Stimmungsmache gegen geflüchtete Menschen... Euch ist wie uns klar, dass wir mit Zeit, Mitgefühl und Aufmerksamkeit neu angekommenen Menschen helfen können. Dass wir mit Bildung einen Schlüssel zur Integration in Händen halten und dass es falsch ist, Flüchtlinge auszugrenzen und zu dämonisieren! Um im Sinne von Frau Bock weiterarbeiten zu können, starten wir heute mit der "Hilfsaktion zu Ute Bocks Todestag".

"Flüchtlinge sind Menschen"

Noch kurz vor ihrem Tod hat Frau Bock gesagt: “Leider haben viele Menschen in Österreich noch nicht verstanden, dass Flüchtlinge in erster Linie Menschen sind. Menschen, die vor Hunger und Mord fliehen. Da kann man nicht einfach wegschauen und sagen, die sollen zurück, von wo sie her sind, so funktioniert das nicht!” Mit diesem Satz wollen wir sie für immer in Erinnerung behalten - und auch jene, die das nur allzugern vergessen, immer wieder daran erinnern, dass wir alle Menschen sind.

Von links nach rechst: Ariane Baron (Pressesprecherin Flüchtlingsprojekt Ute Bock), Achmet Hasbe (Platz 3), Katja Teichert, (GF*in Flüchtlingsprojekt Ute Bock), Asaad Al-Zaidi (Platz 1), Stadtrat Peter Hacker, Khair Turkestani (Platz 2) und drei der vier Juroren: Tanja Wesely (GF*in Volkshilfe Wien), Alfred Fogarassy (Vorstandsmitglied des Flüchtlingsprojekts Ute Bock) und Alexandra Gruber (GF*in Wiener Tafel)

"Bock for You"-Preis an AsylwerberInnen vergeben

Am Montag, den 21. Jänner wurde außerdem erstmals der "Bock for You"-Preis übergeben: Nominiert waren dafür 23 AsylwerberInnen. Denn genau darum ging es bei dem Preis: Zu zeigen, welch wichtigen Beitrag viele Menschen, die nach Österreich geflüchtet sind, hier mit ihrem ehrenamtlichen Engagement leisten. So hatten 20 Vereine aus ganz Österreich ihre Heldinnen und Helden des Alltags nominiert. Helden wie Asaad, der vor ein paar Jahren in seiner Grundversorgungseinrichtung andere Asylwerber*innen regelmäßig zum Arzt, zu Behörden oder in die Schule begleitete, um für sie zu übersetzen. 30 Stunden pro Woche sitzt er freiwillig an der Rezeption des Ute Bock Bildungszentrums. Oder Helden, wie Khair Mohammad Turkestani. „Als ich hier in Österreich angekommen bin, war es schwer für mich. Ich wusste nicht, wie ich mit den Menschen in Kontakt kommen sollte,“ sagt der heute 19-Jährige. Und der Einsatz den er seither an den Tag legt ist enorm: Khair wurde gleich dreifach-nominiert, denn er unterstützte bislang freiwillig die Organisationen Interface, LOK – Leben ohne Krankenhaus und das Rote Kreuz Wien als freiwilliger Helfer. Und dann noch Achmet Husbe, der freiwillig an zwei Tagen die Woche bei der Wiener Tafel Lebensmittel rettet und diese an über 100 Vereine in Wien ausliefert.

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