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In London gibt es jetzt ein Vagina-Spa & wir wissen nicht, was wir davon halten sollen

Die Behandlungen im neuen Londoner VSPOT klingen wie aus einem Fiebertraum von Gwyneth Paltrows "Goop". Doch braucht frau wirklich ein Spa, dass sich nur um unseren Genitalbereich dreht?

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vagina spa
© iStock

Es war nur eine Frage der Zeit, bis dieses Etablissement das Licht der Welt erblickte: In London hat der VSPOT Medi Spa eröffnet. Ein Spa, das sich ausschließlich mit Frauengesundheit beschäftigt. Genauer gesagt mit Behandlungen rund um die Vagina, aber auch im Busen-Bereich.

Laut Gründerin Cindy Barshop soll dies ein Ort sein, wo Frauen hinkommen können, wenn sie mit den Veränderungen ihres Körpers nicht ganz zufrieden sind. Behandlungen mit dem körpereigenen Plasma finden ebenso einen Platz auf dem Menü wie "O-Shots", vaginale Verjüngungskuren und eine Hyper-Vaginalkugel, die alle anderen Beckenbodenübungen in den Schatten stellen soll.

Viele der Behandlungen klingen so, als hätte Barshop mit der Eso-Lifestyle-Königin Gwyneth Paltrow höchstpersönlich zusammen gearbeitet. Paltrow betreibt ja schon jeher die Webseite "Goop", auf der immer wieder recht zweifelhafte Methoden propagiert werden. Mal ganz abgesehen von den horrenden Summen, die "Goop" für Nahrungsergänzungspulver und Joni-Eier verlangt. Paltrow selbst war nämlich eine der ersten (westlichen) Verfechterinnen des Jade-Eis für eine optimierte Vagina.

Was spricht gegen den Vagina-Spa?

Die Medien-Reaktionen auf den VSPOT Spa sind eher skeptisch. Und auch wir wissen nicht ganz, was wir davon halten wollen. Einerseits kommt die Sache extrem professionell rüber. Denn obwohl Gründerin Barshop keine medizinische Ausbildung hat, arbeitet sie eng mit zwei Gynäkologinnen zusammen. Und wenn man sich so die Angebote auf der Webseite mit all ihren Erklärungen anschaut, wird einem nicht gerade das Gefühl von Inkompetenz vermittelt.

Doch bei aller Vertrauenswürdigkeit und Professionalität: Brauchen wir wirklich einen Spa, der unseren Vaginalbereich wieder auf Vordermann bringt? Es gibt schon so viele Bereiche im Leben, in denen wir Hand an unseren Körper legen "müssen", um den gesellschaftlichen Normen zu entsprechen. Und ja, in den VSPOT-Angeboten wird zwar deutlich gemacht, dass es um die Bedürfnisse der Frau und nicht um die Ideale eines anderen gehen soll, doch ist das wirklich der Kern der Sache?

Und was dafür?

Wir sind hin- und hergerissen. Denn man könnte das Ganze auch folgendermaßen betrachten: Der Vaginalbereich war bis jetzt sehr tabubehaftet und es ist eine Befreiung, dass Frauen sich ohne Scham auch Untenrum verändern lassen. Wenn man mit dem eigenen Busen nach dem Stillen nicht mehr zufrieden ist, muss man das jetzt nicht mehr verschweigen, sondern kann es einfach richten lassen. So gesehen ist das auch eine Form der Emanzipation.

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