Ressort
Du befindest dich hier:

Van der Bellen unterstützt Greenpeace bei Antarktis-Schutz

Bundespräsident Van der Bellen spricht sich in einer Videobotschaft mit der Aktivistin Sarah Scharf für die Errichtung des größten Schutzgebiets der Welt im antarktischen Ozean aus!

von

Van der Bellen unterstützt Greenpeace bei Antarktis-Schutz
© Christian Åslund / Greenpeace

“Wir brauchen gesunde Meere. Sie helfen uns, die Artenvielfalt zu erhalten und uns vor dem Klimawandel zu schützen. Auch wir in Österreich profitieren von lebendigen Ozeanen. Auf sie Acht zu geben, liegt daher auch in unserer Verantwortung,” sagte Bundespräsident Van der Bellen in der kurzen Videobotschaft, die gemeinsam mit der Meeresaktivistin Sarah Scharf aufgenommen wurde.

Der Anlass? Ende Oktober entscheidet die Antarktis-Kommission CCAMLR (Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis) darüber, ob das größte Schutzgebiet der Welt im antarktischen Weddellmeer entstehen wird. Mit 1,8 Millionen Quadratkilometern wäre es damit mehr als 20 Mal so groß wie Österreich. Das Problem? Für die Entscheidung braucht es einen einstimmigen Beschluss der 25 Mitglieder. Das von der EU initiierte Vorhaben könnte also an jenen Mitgliedstaaten der Kommission scheitern, die die Interessen der Fischereiindustrie vertreten. Auf der Suche nach dem garnelenartigen Grill dringt die Industrie nämlich immer weiter in die Antarktis vor und gefährdet so die Nahrungsgrundlage vieler Tiere, wie die der Pinguine oder Wale.

"Licence to Krill"

Verantwortlich dafür ist unter anderem der Boom von Krill-Öl, das als Omega-3-haltiges Nahrungsergänzungsmittel vermarktet wird. Greenpeace-Recherchen ergaben dabei übrigens, dass auch in Österreich rund 50 verschiedene Krillöl-Tabletten im Handel erhältlich sind: "Doch niemand braucht Krill aus der Antarktis, um den Bedarf an Omega-3-Fettsäuren zu decken", so Lukas Meus, Meeres-Sprecher bei Greenpeace in Österreich.

Scharf mit Bundespräsident VdB

Mutiger Einsatz

Die 23-jährige Aktivistin Sarah Scharf war deshalb gerade noch im März selbst in der Antarktis unterwegs, um gegen die Krill-Fischerei zu protestieren und sich ein Bild zu machen. Sie und weitere Umweltschützer harrten in einer Überlebenskapsel aus, die sie am Heck eines ukrainischen Krill-Fangschiffes befestigt hatten. Sie kletterte auch auf das Schiff, um das Transparent "Protect the Antarctic" zu befestigen. Eine nicht ganz ungefährliche Aktion, bedenkt man dass Matrosen immer wieder versuchten, den Kletterhaken wegzustoßen, wie sie gegenüber der NÖN erzählte. Ihr Einsatz war allerdings von Erfolg gekrönt: Am 9. Juli 2018 verkündete der Branchenverband der Krillindustrie, zukünftig auf Fischerei in großen Gebieten rund um die antarktische Halbinsel zu verzichten und die Einrichtung eines Netzwerks von Meeresschutzgebieten in der Antarktis zu unterstützen.

Ein dringender Appell:

So wie auch der Bundespräsident. Van der Bellen macht sich damit übrigens als erstes Staatsoberhaupt öffentlich für das größte Meeresschutzgebiet stark. “Damit setzt er ein gewichtiges internationales Zeichen”, sagte Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit. Denn nur ein Meeresschutzgebiet kann verhindern, dass die Krill-Fischerei weiter in die eisfreien Gebiete vordringt und die Arktis gefährdet. Wer die Initiative und Sarah Scharf unterstützen will, kann dies am besten hier tun: www.greenpeace.at/antarktis

Themen: Report, Reise