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Vegane Paleo-Diät - wie geht das?

Viele denken bei der Paleo-Diät sofort an Fleisch. Dabei bedeutet paleo eigentlich nichts anderes als "alt". Wie auch Veganer von der Paleo-Diät profitieren können, erklären uns zwei Experten.

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Palöo Vegan Diät

In der Paleo-Diät muss man auf vieles verzichten, wird aber auch belohnt...

© istockphoto.com

Immer öfter hört man von der Paleo-Diät. Eine Ernährung, die sich an der Steinzeit, in der es noch keinen Ackerbau gab, orientiert. In der Diät verboten sind: Milch, Zucker, Reis, Kartoffeln und alle Getreidesorten. Was noch bleibt sind: Fleisch, Fisch, Gemüse, Beeren und Nüsse. Jetzt stellt sich schnell die Frage, wie diese Ernährungsform für einen Veganer funktionieren soll, wo doch tierisches Eiweiß der Hauptbestandteil der Mahlzeiten darstellt? Ellen Jaffee Jones und Alan Roettinger haben diese Frage in ihrem neuen Buch "Paläo Vegan" beantwortet. Denn sie sind überzeugt: Zwischen Paleo- und veganer Ernährung gibt es viele Gemeinsamkeiten.

Wie funktioniert die Paleo-Diät?

Die Paleo-Diät lehnt verarbeitete Lebensmittel ab. Gegessen wird also das, was auch Steinzeitmenschen aßen. Viel Fleisch, Beeren und Gemüse. Und zwar aus natürlichem, unbehandeltem Anbau. Dadurch soll man nicht nur abnehmen, sondern auch Herzkrankheiten vorbeugen, die sportliche Leistung verbessern und ein schöneres Hautbild erlangen. Der Fokus der Diät liegt auf Eiweiß, da dieses für ein besseres Sättigungsgefühl sorgt, als andere Lebensmittel. Diesen Ansatz könnte man mit der Atkins-Diät vergleichen, die darauf beruht sich ausschließlich von Eiweiß zu ernähren. Der große Unterschied zur Paleo-Diät besteht aber hier: Vor allem die Qualität der Lebensmittel steht im Vordergrund. Biologisches Obst und Gemüse, sowie regionale Produkte von Märkten werden bevorzugt. Schließlich geht es auch um eine bewusste Ernährungsweise, wie man sie in der Steinzeit verfolgte.

Paleo bedeutet viel Fleisch. Oder?

"Oft wird die Paleo-Diät missverstanden. Die Menschen gehen davon aus, dass man sich hier nur von Fleisch ernähren sollte. Dies ist aber nicht richtig", erklärt die Reporterin und Buchautorin Ellen Jaffe Jones, die selbst seit 1986 vegan lebt. "Die Pflanzenwelt besteht aus so vielen bunten Farben, während die Tierwelt häufig nur braun ist... und genauso sieht es mit der Ernährung aus." Sie ist sich sicher: "Wenn man sich nach der Paleo-Diät ernährt, hat man auch als Veganer eine großartige Auswahl an Lebensmittel, die eben NICHT tierisch sind." Zu falschen Interpretationen kommt es immer dann, wenn von eiweißreicher Kost gesprochen wird. Dabei stecken auch in Pflanzen jede Menge Eiweiße.

Pilze sind besonders wichtig in der Paleo-Diät

Wie sieht eine vegane Paleo-Diät aus?

Man isst, was auch Steinzeitmenschen gegessen haben - nur eben kein Fleisch. Übrig bleiben also Gemüse, Obst, Pilze, Wildkräuter, Nüsse und Samen. Paleo-Veganer können sich nach dem Grundsatz orientieren den Teller immer zu zwei Drittel mit Gemüse zu füllen. Je bunter, desto besser, denn dann sind viele sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, die die Gesundheit positiv beeinflussen. Wichtig ist, dass man auf die richtigen Fette setzt. Sonnenblumen oder Maisöl vermeiden und stattdessen auf Omega-6-Fettsäuren und Omega-3-Fette aus Olivenöl oder Nüssen setzen. "Mein Lieblingsgericht ist zum Beispiel Rucola-Salat mit Grapefruit und Haselnüssen", verrät uns Alan Roettinger, der die Rezepte im Buch "Paläo Vegan" geschrieben hat.

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Mandelmilch mit Chiasamen und Erdbeeren

Im Kochbuch "Paläo Vegan" haben Ellen Jaffe Jones und Alan Roettinger verschiedene Paleo-Ansätze ausgetestet und zeigen anschaulich und nachvollziehbar, warum und wie Paleo- und vegane Ernährung eine gesunde Verbindung eingehen können.

Erhältlich im riva Verlag für Euro 14,99.

Paläo vegan - Rezepte für Veganer

Kommentare

Autor

Dass es nicht ungesund ist sich ausgewogen vegan zu ernähren, das ist ja längst erwiesen. Zum Glück. Trotzdem halte ich Ansätze wie vegane Paleo-Ernährung für nicht unkritisch. Eben weil man dadurch die mögliche Auswahl an Nahrungsmitteln noch mehr einschränkt, so dass man sich wirklich intensiv damit auseinandersetzen sollte, bevor man die Ernährung so umstellt. Nicht dass es zu Mängeln kommt..