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Redakteurinnen erzählen: "Die gemeinen Verbote meiner Eltern!"

Kein Game Boy als Kind? Das kann traumatisierend sein. WOMAN-Redakteurinnen erzählen von den Dingen, die ihnen als Kind verboten wurden - und wie sie heute damit umgehen!

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Verbote in der Kindheit

Redakteurin Anna zu Fasching: als Prinz, statt Prinzessin!

© Privat

WOMAN.at-Redakteurin Sabrina hat als Teenie das Sparkonto mit ihrem gesamten Vermögen von 1.300 Schilling aufgelöst, um sich Buffalos zu kaufen. Das hätte die Mama unserer Kollegin Anna niemals erlaubt und als Anna vom Revival der Trend-Schuhe erfuhr, kamen Emotionen hoch: "Endlich! Als Kind durfte ich nämlich nie welche tragen!" Anna ist heute 27 und sie erinnert sich noch sehr gut daran als alle anderen die Plateau-Treter kauften, nur sie musste in Birkenstock herumlaufen. Doch es geht noch schlimmer... hier die traumatischen (und lustigen) Kindheitsgeschichten unseres Redaktionsteams:

"Gameboy? Nicht für mich!" Theresa, 32

Mein Geburtsjahr ist 1986. Das heißt, als ich ein Kind war, gab es zwar noch keine Playstation, aber es gab Ninentendo. Und es gab Gameboys. Und zwar den grauen mit den pinken Tasten, irgendwann auch in bunten Special-Editions. Und jetzt ratet drei mal, wer natürlich nichts derartiges haben durfte? Genau, ich. Jetzt war ich ohnehin schon uncool weil ich nie irgendwas kannte, was im TV abseits des staatlichen Rundfunks läuft, und dann konnte ich auch bei jedem Gespräch über Computerspiele nicht mitreden. Schrecklich! Ganz abgesehen davon, dass es mir einfach Spaß gemacht hätte. Ok, meine Mutter war kein völliger Unmensch: Als ich einmal länger krank war, hat sie mir zusätzlich zu Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg Kassetten, sogar den Super Nintendo von ihrer Arbeitskollegin organisiert und für zwei selige Wochen durfte ich Super Mario spielen. Trotz Krankheit waren es zwei sehr schöne Wochen. Der Grund warum sie diese Dinge übrigens nicht erlaubte war, dass sie vermutete, dass Computerspielen aggressiv macht. Tja – an den tatsächlichen Auswirkungen, ob positiv oder negativ forscht die Wissenschaft zwar noch immer, ich traue mich aber trotzdem zu behaupten, dass auch mit Gameboy ein zurechnungsfähiger Mensch aus mir geworden wäre.

Verbote in der Kindheit
Theresa mit ihrem Opa. Er hat ein Berg-Buch gelesen, sie Tom Turbo.


"Prinz, statt Prinzessin!" Anna, 27

Ein klarer Fall von „Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.“: Meine Mama war eine der typischen 90er-Feministinnen und war deswegen schon mal prinzipiell gegen alles Mädchenhafte. Ich durfte also keine Kleidchen anziehen, im Fasching verkleidete ich mich nicht als Prinzessin, sondern als Prinz und statt Ken hatte ich eine Barbie, deren Haare ich abrasierte. Das hört sich jetzt alles sehr tragisch an, führte aber im Prinzip lediglich dazu, dass ich heute einen begehbaren Kleiderschrank habe und das Wort „Rebellion“ schon sehr früh in meinem Wortschatz war.

Verbote in der Kindheit
Anna zu Fasching als glücklicher Prinz


"Dann kaufe ich mir halt eine Ratte!" Nadja, 29

Ich hatte als Kind eigentlich nur einen Wunsch: einen Hund! Schon als ich ein ganz kleines Mädchen war, lag ich meinen Eltern damit in den Ohren. Für die kam ein Hund aber nicht in Frage. Ich sollte mir lieber ein kleines Haustier aussuchen, eines, das man in einem Käfig halten kann und pflegeleichter ist. Na gut. Ich marschierte also in die Tierhandlung und kaufte mir zwei Ratten. Hamster und Meerschweinchen fand ich einfach zu langweilig, die waren mir zu dumm. Zuhause angekommen war meine Mutter gar nicht glücklich darüber, akzeptierte aber meine neuen Mitbewohner (was mich bis heute noch überrascht). Als ich dann mit 18 Jahren auszog, um auf die Uni zu gehen, kaufte ich mir sofort einen Hund, der lustigerweise nicht viel größer war als meine Ratten davor (und weniger folgte).

Verbote in der Kindheit
Redakteurin Nadja mit Chihuahua-Hündin Maya


"Die Dauerwelle ging daneben!" Michaela, 42

So sehr hab ich mir als Teenager dramatische Wellen und Volumen für meine faden Haare gewünscht. Aber die Chemie kam meinen Eltern nicht auf meine Kopfhaut. Mit 18 betrat ich dann auf eigene Faust einen Friseur und orderte meine erste Dauerwelle. Das Ergebnis war meilenweit von meinen Vorstellungen entfernt, denn ich wollte große Hollywoodlocken und bekam winzige, weirde Korkzieherlocken. Und meinem Vater, der stets dagegen war, fiel die Veränderung nicht einmal auf – er dachte, ich hätte von einem Tag auf den anderen eben Naturwelle…

Verbote in der Kindheit
Michaela NOCH mit glatten Haaren


"Tom Turbo? Kenne ich nicht." Sabrina, 29

Meine Eltern ließen mir eigentlich ziemlich viel Freiraum. An richtige Verbote kann ich mich eigentlich nicht erinnern. OK, ich habe im Prater keinen Riesenluftballon bekommen („So ein Klumpat“) – das war aber auch schon alles. Ich durfte so viel Zucker essen, wie ich wollte, bekam jedes unnötige Plastikspielzeug, durfte mit 12 meine Haare färben und Make-Up auftragen und habe mir mit 14 ein Nasenpiercing stechen lassen. Meine Mutter erlaubte mir sogar, mit 15 in die Dorf-Disko zu gehen und wartete im Auto, um zu checken, ob ich auch wirklich „reingekommen“ bin. Es ging niemals darum, was ich nicht durfte, sondern eher darum, was in meiner Reichweite lag. So konnten wir zum Beispiel bis zur Digitalisierung des Fernsehens kein ORF-Programm empfangen. Ich sollte an dieser Stelle vielleicht erwähnen, dass ich in der Steiermark, in einem Haus mitten im Wald aufgewachsen bin. Tom Turbo, Rolf Rüdiger und Confetti? Ich kenne euch nicht. Daran knabbere ich noch bis heute.

Verbote in der Kindheit
Sabrina musste als Kind die Sachen ihres größeren Bruders tragen.


"Diese Ohrringe vermisse ich immer noch!" Anne-Marie, 27

Mit 16 stand ich total auf die 80er-Jahre, vor allem auf den grellen, plakativen Schmuck. Mein Taschengeld reichte manchmal dazu aus, mir neben den obligaten Bravo-Hefterln auch mal Kleinigkeiten im Sale zu kaufen. Bei H&M hatte ich goldene Kreuz-Ohrringe entdeckt, die nicht nur unglaublich schwer, sondern auch unglaublich 80’s waren. Musste ich haben! Zuhause präsentierte ich den Glücksfund meiner Mutter, die darüber gar nicht erfreut war und meinte, ich müsse sie zurückgeben. Damals empfand ich das als totale Heuchelei: sie war ja selbst gar nicht gläubig. Doch mittlerweile versteh ich, dass es in ihren Augen einfach ein bisschen zu provokativ gewesen wäre, wenn ich mit riesigen Kreuz-Ohrringen in meine katholische Schule stapfe…

Verbote in der Kindheit
Anne-Marie mit ihrem Papa


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Themen: Eltern, Kinder

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