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Müsst ihr kennen: Künstlerin Verena Dengler im Interview!

Achtung, Achtung, hier kommt Verena Dengler! Noch nie gehört? Solltest du aber, denn diese Wiener Künstlerin geht grad durch die Decke! Warum sie gut mit Steinen kann, gern Socken rollt und unbedingt noch ein Grab am Wiener Zentralfriedhof möchte, liest du hier!

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Müsst ihr kennen: Künstlerin Verena Dengler im Interview!
© Anais Horn

Begehrt. Radikal. Aufsteigerin. Prototyp eines neuen Karrieretypus in der Kunst: Das kommt dabei raus, wenn man Verena Denglers Namen googelt. Sie persönlich findet den Hype ja "absolut gerechtfertigt", verrät uns die Wiener Künstlerin im Interview. Aber wer ist eigentlich diese Allrounderin, die mit ihren provokanten Collagen, Installationen und Performances die internationale Kunstwelt in Aufregung versetzt und einen Preis nach dem anderen -zuletzt den Strabag Artaward International -abstaubt?

PROVOKATION FRAU.

36 Jahre, Wiener Kunstschule, Studium an der Akademie in Wien und London: Schon Denglers Kunstportfolio ist ziemlich beeindruckend. Die Preisspanne ihrer Arbeiten? Derzeit zwischen 5.000 und 20.000 Euro. Über 60 Ausstellungen rockte die Freundin von Bachmann-Preisträgerin Stefanie Sargnagel, mit der Dengler letztens auf 3sat in "Kulturzeit" zu sehen war. Sie mischt auch bei der feministischen Burschenschaft "Hysteria" mit, die Rituale von Männerbünden satirisch aufs Korn nimmt. Ob sie gern mit ihrer Kunst aneckt? "Als Frau provoziert man schon, wenn man einfach nur da ist, in der Öffentlichkeit steht und eine Meinung hat. Insofern nein, weil das sollte normal sein."

GESCHENK GEGENWIND.

Aktuell bastelt die Künstlerin am Bühnenbild für Marlene Streeruwitz' neues Stück "Mar-a-lago" (Premiere: 14.10. am Berliner Ensemble), schreibt an einem Buch und feilt an einem Ausstellungskatalog. Ihr Credo: Kunst soll gesellschaftspolitisch relevant sein! Gegenwind ist wichtig, er motiviert sie nämlich. "Leute, die einem Steine in den Weg legen wollen, unterschätzen, was für ein Geschenk sie einem damit machen. Ich kann als Bildhauerin gut mit Steinen", lacht die 36-Jährige.

MACHTSPIELE & SOCKEN ROLLEN.

Dass es in der Kunstwelt bisher nicht mehr #MeToo-Fälle gegeben hat, wundert die Feministin, die die Debatte mit großer Genugtuung verfolgte. "Meiner Erfahrung nach gibt es noch viel Nachholbedarf. Als junge Frau hat man es mit subtilen und nicht ganz so subtilen Machtspielen zu tun. Vor allem am Anfang ist es schwierig, sich dagegen zur Wehr zu setzen", so ihre Erlebnisse. Im Moment ist Dengler aber damit beschäftigt, Elemente der Aufräumkönigin Marie Kondo in ihren Alltag zu integrieren. "Da geht 's etwa darum, wie man Socken liebevoll zusammenrollt, damit sie sich von ihrem harten Arbeitstag ausruhen können." Was sie unbedingt noch erreichen möchte? "Ich bin Wienerin: Natürlich ein Ehrengrab am Zentralfriedhof!"