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Vergewaltigung in Rio: "Sie waren wie Bestien!"

"Sie lachten, als sie über mich herfielen!" Die 16-jährige Brasilianerin, die von 33 Männern vergewaltigt und dabei gefilmt wurde, spricht über die Horrornacht.


Vergewaltigung in Rio: "Sie waren wie Bestien!"

Die grausame Vergewaltigung führte zu Massenprotesten in Brasilien

© Reuters

"Die Männer waren unter mir, über mir. Sie lachten, sie hielten meine Hände fest und drückten mich zu Boden, während sie mich quälten. Manche der Männer hatten Waffen bei sich, sie unterhielten sich, während andere über mich herfielen."

Die Stimme der jungen Frau ist monoton, während sie über ihr mehrstündiges Matyrium spricht. Sie sitzt in einem abgedunkelten Raum, ihr Gesicht ist nicht zu erkennen, während sie mit dem Reporter der brasilianischen TV-Station TV Record spricht.

Es ist ein Verbrechen, so unfassbar brutal und widerwärtig, dass es einem die Sprache verschlägt. Die 16-Jährige besuchte ihren Freund in einer Favela in Rio de Janeiro. Die Täter betäubten sie mit K.O.-Tropfen, brachten sie in einen anderen Raum, fesselten sie nackt an ein Bett.

33 Männer vergewaltigten die junge Frau immer wieder, schoben ihr Gegenstände in ihre Vagina und verhöhnten das Opfer.

Massenvergewaltigung in Rio: Sie fielen wie Bestien über die junge Frau her

„Ich erinnere mich an alles, was sie gesagt haben: ,Du magst es doch auch, du bist ein verdammtes Luder’“, so die 16-Jährige im TV. "Ich dachte, ich muss sterben. Aber Überleben war nur der erste Schritt. Ich hatte Angst davor, was noch alles passieren könnte ...“

Rai de Souza (22) ist einer der Männer, die die junge Frau vergewaltigt haben sollen. Er wurde festgenommen

Dazu filmten sie die abscheuliche Tat und stellten Fotos und ein Video auf Twitter. 38 Sekunden dauert der Clip der Gewalttat – er ist nun das wichtigste Beweismittel auf der Jagd nach den Tätern. Vier mutmassliche Täter, darunter auch der Freund des Opfers, wurden verhaftet. Einer der Täter stellte sich freiwillig: Rai de Souza (22), der angab, den Horror-Clip ins Internet gestellt zu haben.

Proteste in Rio gegen die Gewalt an Frauen

Doch obwohl die Täter gejagt werden, ist das Opfer skeptisch, ob die Schuldigen je bestraft werden: „Ich werde abwarten, was die Justiz tut – aber sie haben schon oft genug gezeigt, dass nichts passiert. Ich werde wohl auf Gerechtigkeit von Gott hoffen müssen. Das kann lange dauern, aber sie wird kommen.“

Die brutale Tat löste in Brasilien Entsetzen aus, seitdem gab es zahlreiche Demos und Internet-Kommentare gegen sexuelle Gewalt. Die wenigsten Vergewaltigungen werden wirklich geahndet, oft kommen die Täter mit der Aussage davon, dass der Sex "einvernehmlich" stattgefunden habe.

Demo in Brasilien: "Wer die Täter nicht verurteilt, der hat Blut an seinen Händen!"

Eine Angst, die auch die 16-Jährige umtreibt, wie sie im TV erzählt: „Ich dusche fünfmal am Tag und ich weine sehr viel. Ich fühle mich wie Müll. Und das Schlimmste ist, dass viele Menschen denken, ich sei selbst schuld, weil ich eine kurzes Kleid anhatte und dort hingegangen bin. Aber es ist nicht die Frau, die schuld ist. Das, was mir zugestoßen ist, passiert vermutlich gerade jetzt an einem anderen Ort mit einer anderen Frau.“

Themen: Sexismus, Report