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Er vergewaltigte sie - und bekommt nun das Sorgerecht für das daraus entstandene Kind

Unfassbar: Einem Sexualstraftäter wurde in den USA tatsächlich das Sorgerecht für ein Kind zugesprochen, das bei der Vergewaltigung einer 12-Jährigen gezeugt wurde.


Sorgerecht
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Dieser Gerichtsfall macht einen einfach nur sprachlos und sorgt dementsprechend gerade für einiges an Aufsehen in den USA. Denn ein Richter sprach einem Vergewaltiger das Sorgerecht für das Kind seines Opfers zu - ohne dass sie im Vorfeld befragt wurde oder der Täter selbst überhaupt einen Antrag auf Vaterschaft stellte.

Die Geschichte begann 2008, als sich das damals 12-jährige Opfer gemeinsam mit ihrer Schwester und einer weiteren Person mit einem ihnen bekannten Jungen trafen. Zu diesem Treffen tauchte auch der damals 18-jährige Christopher Mirasolo auf und schlug der Runde eine Spritztour vor. Die Minderjährigen sagten zu, weil sie dachten, es ginge nur zu McDonalds oder einem ähnlichen Restaurant. Stattdessen warf Mirasolo jedoch die Handys der Mädchen weg und hielt sie zwei Tage lang in einem leerstehenden Haus gefangen, wo er sie sexuell missbrauchte und ihnen mit dem Tod drohte, sollten sie dies jemals jemandem erzählen.

Mirasolo wurde für seine Tat nur zu einem Jahr Haft verurteilt, aber nach 7 Monaten wieder entlassen, weil seine Mutter schwer erkrankte. 2010 wurde er erneut wegen sexuellen Übergriffen an einer Minderjährigen verhaftet und zu 4 Jahren Gefängnis verurteilt, entlassen wurde er erneut vorzeitig 2012.

Für eines seiner Opfer hatte die Vergewaltigung neben all dem körperlichen und emotionalen Schmerz noch eine weitere Dimension: Das 12-Jährige Mädchen wurde schwanger und brachte das Kind zur Welt. Für dieses Kind erhielt sie monatlich 260 Dollar in Form von Lebensmittelgutscheinen sowie Krankenversicherung vom Staat.

Scheinbar wollten eifrige Behörden diese Kosten jedoch einsparen und aufgrund eines vorhandenen DNA-Tests wurde die Verantwortung und ein geteiltes Sorgerecht einfach dem Vater - dem Vergewaltiger - zugesprochen. Darüber hinaus gab der zuständige Richter dem einstigen Peiniger auch die aktuelle Adresse seines früheren Opfers, ordnete an, dass Mirasolos Name in die Geburtsurkunde eingetragen wird und legte der Mutter eine Verordnung auf, dass sie ohne richterliche Genehmigung nicht weiter als 100 Kilometer von ihrem jetzigen Wohnort wegziehen dürfe.

Mirasolos Anwältin Barbara Yockey gab an, dass ihr Mandant niemals selbst irgendwelche Bemühungen anstellte in Bezug auf die Vaterschaft und es ist noch unklar, ob er nun Interesse an seinen auf einmal aufgetauchten Rechten hat.

Die Anwältin des Opfers, Rebecca Kiessling, erklärte in Interviews, dass auch ihre Mandantin einfach vor vollendete Tatsachen gestellt und vor dem Gerichtsbeschluss nie in der Sache befragt wurde. Zudem bemängelte sie das Rechtssystem und dass der Täter nie ausreichend zur Rechenschaft gezogen wurde. Stattdessen bestrafe das System nun die Mutter, die selbst noch ein Kind war, als all das passierte.

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