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Verhütungsmethode für den Mann kommt nicht wegen Nebenwirkungen, die Frauen seit Jahrzehnten erleiden

Wenn Frauen Nebenwirkungen eines Medikaments erleiden müssen ist dies wohl nicht so schlimm, wie bei Männern: Denn der Test eines hormonellen Verhütungsmittels für Männer wurde nun gestoppt, da exakt die unerwünschten Begleiterscheinungen auftauchten, die Frauen dank der Pille seit Jahrzehnten auf sich nehmen.

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Hormonelle Verhütung für den Mann
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"Du nimmst doch eh die Pille?" Diesen Satz würden wir nur zu gern auch einmal zu Männern sagen, mit denen wir das erste Mal im Bett landen. Aber selbst 2016 wird alles rund ums Thema Babys hauptsächlich den Frauen zugeschoben - auch, wie man dieselben verhindern möchte.

Für Frauen gibt es zahlreiche Methoden der Verhütung, wie beispielsweise Spirale, Verhütungspflaster, Drei-Monatsspritze, Vaginalring, Diaphragma, Femidom, Temperaturmetode, Zäpfchen und vieles mehr sowie eben die Pille. Für den Mann nur eines: das Kondom (wenn man einmal von einer Vasektomie absieht) - mit 82%iger Sicherheit, dafür natürlich inklusive Schutz vor Geschlechtskrankheiten.

Zwar bastelt die Pharmaindustrie schon seit Jahren an einer "Pille für den Mann", aber bisher hat es noch kein Präparat auf den Markt geschafft. In die Testphase ging es aktuell zumindest für die Pille in Spritzenform für den Mann. Diese wird alle zwei Monate verabreicht und soll mit 96 % die gleiche Sicherheit vor einer Schwangerschaft haben, wie die Pille.

Die Testphase wurde nun jedoch vorzeitig abgebrochen, da die zugeführten Hormone unangenehme Nebenwirkungen aufwiesen: Veränderung des Hautbilds, verringertes Lustgefühl sowie Depressionen. Kommt euch das irgendwie bekannt vor?

Selbstverständlich sollten Nebenwirkungen immer ernst genommen werden und wenn diese verringert werden können, ist das herzlich willkommen. Aber die selben Nebenwirkungen - und sogar noch mehr, wie Übelkeit, Schmerzen in der Brust oder im Bauch, erhöhte Thrombosegefahr, die sogar tödlich enden kann, ebenso wie ein höheres Risiko einen Herzinfarktes oder eines Schlaganfalls zu erleiden - gibt es seit 60 Jahren bei der Pille für die Frau.

Da wurde hingegen viel abgetan, Frauen sollen sich scheins nicht so anstellen - der Nutzen wäre doch weitaus höher. Könnte man da nicht einfach die selben Bedingungen anlegen, wie bei Männern? Und weiterforschen, bis es für beide Geschlechter Lösungen gibt, die nicht so stark durch Nebenwirkungen belastet sind?

Mehr Informationen: Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism

Hormonelle Verhütung für den Mann