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Viagra für Frauen

Orgasmusprobleme können auch rein medizinisch bedingt sein. Ein Viagra für Frauen wird gerade getestet. Wir haben die Infos.


Viagra für Frauen
© Corbis

Kino, TV-Serien, Werbung - dem Sexhype ist kaum zu entkommen! Da kommt sich Frau umso seltsamer vor, wenn sie selbst wenig Lust auf Erotik hat. Doch was steckt dahinter? Nicht immer müssen es psychische Ursachen wie Stress sein, auch rein medizinische Gründe wie Hormonschwankungen oder Diabetes dämpfen das Verlangen.

Jetzt kommt das Viagra für Frauen!

Die gute Nachricht: Werden körperliche Ursachen als Libido-Killer diagnostiziert, soll ein Nasenspray die Lust der Frau wieder entflammen. Dr. Michaela Bayerle-Eder testet im Rahmen einer Studie am AKH Wien gerade das potenzielle weibliche Pendant zu Viagra (weitere Studienteilnehmer, sprich: Paare, sind übrigens willkommen. Info unter Tel. 01/40 400-29 97 oder michaela.bayerle-eder@meduni wien.ac.at ). Wir wollten von der Ärztin Näheres dazu wissen:

* Welcher Wirkstoff ist in dem Spray?

"Oxytocin. Das ist ein körpereigenes Hormon, das im Gehirn produziert wird, u. a. antidepressiv wirkt und das Vertrauen stärkt. Der Oxytocinwert ist bei Frischverliebten und beim Orgasmus dreimal höher als normal. Mittels Nasenspray gelangt der Stoff über die Nasenschleimhaut direkt ins Gehirn, zu den Zentren für Lust, Befriedigung, Orgasmus. Diese werden stimuliert, die Erregung geht in den Körper, die Brustwarzen werden steif, und die Vagina wird feucht.“

* Was zählt zu den sexuellen Funktionsstörungen der Frau?

"Libidoverlust, sprich: die verminderte Lust auf Sex, Erregungs-und Orgasmusstörungen sowie Probleme beim Feuchtwerden. Sexuelle Dysfunktionen treten in allen Altersgruppen auf (bei 43 % der Gesamtbevölkerung), betreffen aber aufgrund der hormonellen Umstellung vermehrt Frauen nach der Menopause. Auch Übergewicht, manche Antidepressiva, Antibabypillen können Libidoverlust begünstigen.“

* Was genau wird in der Studie getestet?

"Geprüft wird, wie sich das Oxytocin auf die Frauen und ihre Sexualität auswirkt bzw. ob eine der Funktionsstörungen positiv beeinflusst oder beseitigt werden kann.“

* Was erhofft man sich von dem Nasenspray?

"Vier Hübe Spray pro Nasenloch, etwa eine halbe Stunde vor dem Sex, sollen bewirken, dass man auf äußerliche sexuelle Reize besser anspricht - also erregt wird. Außerdem erhoffen wir uns von dem Präparat, dass sich die Libido und das Feuchtwerden der Scheide steigern. In ersten Fallstudien hat sich schon eine Verbesserung gezeigt: Nach wenigen Minuten typisches Erregungs-Erröten im Gesicht und erhöhte Sex-Frequenz.“

* Es gab ja schon Versuche mit ähnlichen Medikamenten - was ist neu?

"Anders ist, dass man es mit Oxytocin versucht. Die bereits vorhandenen Präparate sollten ebenfalls zentral vom Gehirn aus auf den Körper wirken, erwiesen sich aber bisher als nicht wirksam genug.“

* Gibt es Nebenwirkungen?

"Da sich der Wirkstoff in der Testphase befindet und noch keine ausgewerteten Daten vorliegen, kann man darüber noch keine Auskunft geben“, so Bayerle-Eder. Das Risiko von Nebenwirkungen ist aber eher gering, da es sich um ein Hormon handelt, das auch in der Geburtshilfe und beim Abstillen (dort in viel höheren Dosen als beim Nasenspray) Anwendung findet.

Redaktion: Barbara Schaumberger

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