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Zahnarzt: "Viel Sport kann schädlich für die Zähne sein!"

Wir machen Sport, weil wir unserem Körper etwas Gutes tun wollen. Allerdings kann genau das schlecht für unsere Zähne sein! Jedoch nur, wenn man etwas ganz Bestimmtes nicht beachtet!

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Zahnarzt: "Viel Sport kann schädlich für die Zähne sein!"

Ein strahlendes Lächeln nach dem Sport? Wie du dafür sorgst, dass das so bleibt!

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Sportliche Betätigung kann den Körper mitunter ziemlich beanspruchen. Das gilt allerdings nicht nur für den Bewegungsapparat, sondern auch für unsere Zähne. Unter bestimmten Voraussetzungen begünstigt Sport die Entstehung von Karies, eine von verschiedenen Faktoren abhängige Erkrankung der Zahnhartgewebe.

Diese lässt sich mittels entsprechender Interventionen wie regelmäßige Besuche bei Zahnarzt oder Zahnärztin, Pflege, Mundhygiene und gesunde Ernährung durchaus verhindern. Damit Karies entsteht, müssen bestimmte Bedingungen herrschen. Die Zähne gelten als Wirt für Bakterien, die in Bezug auf Zahnkaries praktisch jeder Mensch in seiner Mundhöhle aufweist. Nimmt man nun Nahrung zu sich, die Zucker enthält, wird dieser von den Bakterien zersetzt. Das Milieu in der Mundhöhle verändert sich, es entsteht Säure und diese greift die Zähne an.

Sporteln beschleunigt diesen Vorgang auch deshalb, da der Mund austrocknet und der protektiv wirkende Speichel nicht selten während einer Trainingseinheit fehlt. Des Weiteren können bestimmte Getränke und Nahrungsmittel die Kariesbildung forcieren. DDr. David Keszthelyi, Zahnarzt und ärztlicher Leiter der Zahnklinik Josefstadt in Wien sowie selbst begeisterter Sportler, erläutert Möglichkeiten, seine Zähne zu schützen:

Beim Sport auch auf die Zahngesundheit achten

Kaum ein Mensch geht gerne zu Zahnärztin oder Zahnarzt. Warum ist der regelmäßige Besuch dennoch unerlässlich?
Keszthelyi: Um massiven Schädigungen vorzubeugen und bereits entstandene fachgerecht zu versorgen. Wer erst dann zu Ärztin oder Arzt geht, wenn Schmerzen da sind, ist schlecht beraten. Angst ist verständlich, aber diese liegt oftmals schlechten Erfahrungen zugrunde. Wir haben heutzutage großartige Möglichkeiten, schmerzfrei zu behandeln und auf AngstpatientInnen einzugehen.

Ist schlechtes Zahnmaterial erblich bedingt?
Keszthelyi: Nein, bei dieser Annahme handelt es sich um einen Mythos. Wenn Zähne von Anfang an gut gepflegt werden, hat das einen entscheidenden Einfluss auf ihren Zustand und ihre Entwicklung. Schlechte Zähne werden nicht ererbt. Infektionskrankheiten wie Karies können bei jedem Menschen auftreten, die Prophylaxe ist dabei das Entscheidende. Und das möglichst ab dem Zeitpunkt, an dem bei einem Kind der erste Zahn zu sehen ist.

Warum sind SportlerInnen diesbezüglich besonders gefährdet?
Keszthelyi: Aus dem einfachen Grund, da sie während des Trainings oder Wettkampfes gesüßte Sportgetränke, Gels, Energieriegel oder Obst zu sich nehmen und sich nicht selten kohlenhydratreich ernähren. So gesund Früchte sind, sorgen sie auch für ein saures Milieu, was die Entstehung von Karies begünstigt. Deshalb sollte man immer genug trinken, damit es zu keiner Veränderung des pH-Wertes kommt. Wasser ist in solchen Fällen empfehlenswert.

Wie kann man der Entstehung von Karies beim Sport vorbeugen?
Keszthelyi: Mittels Kauen zuckerfreier Kaugummis und Flüssigkeitszufuhr. Ein ausgetrockneter Mund in Kombination mit Zucker gefährdet die Zähne. Speichel bzw. ausreichender Speichelfluss kann dem entgegenwirken. Das Trinken sollte man ohnehin nie vergessen, damit der Körper nicht austrocknet.

Laufen alle sportlich Begeisterte Gefahr, schlechte Zähne zu entwickeln?
Keszthelyi: Wer seine Zähne ausreichend pflegt und gut auf sie achtet, wird nach einem Wettkampf nicht automatisch Karies entwickeln. Wie schnell es zur Bildung kommt, hängt in erster Linie vom Zustand der Zähne sowie dem Zeitrahmen ab, in dem der Zucker in der Mundhöhle abgebaut wird und das saure Milieu vorherrscht. Sind bereits kleine Schädigungen vorhanden, wirkt sich das natürlich im Laufe der Zeit auf die Zahngesundheit aus. Wer Sport treibt, achtet naturgemäß auf seinen Körper. Das Augenmerk sollte aber auch auf den Zähnen liegen.

Themen: Zähne, Fitness