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Vogue-CR: Kritik an Müttern in der Babypause

Wie Alexandra Shulman, Chefredakteurin der britischen Vogue, mit ihrer Kritik an Müttern in der Babypause einen gewaltigen Shitstorm auslöste.

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Vogue-CR: Kritik an Müttern in der Babypause

Alexandra Shulman: Kein Verständnis für Mütter

© 2014 Getty Images/Pascal Le Segretain

"Es geht ja wohl nicht an, dass Frauen sich nach der Geburt ihres Kindes ein Jahr Karenz nehmen, dann ins Büro zurückkehren und nur wenig später erneut schwanger werden." Boff. Mit dieser Kritik an Müttern in der Babypause löste Alexandra Shulman, Chefredakteurin der britischen Mode-Bibel Vogue , einen gehörigen Shitstorm aus.

Die 56-jährige Karrierefrau gab dem renommierten Time -Magazin ein Interview - und zeigte darin wenig Verständnis für die Kinderplanung anderer Frauen. Den Job könne man nicht "in Aspik legen", warnt sie: "Frauen müssen sich dessen bewusst sein, dass der Büroalltag weitergeht. Niemand lässt euren Job unangetastet und wartet auf eure Rückkehr bis ihr wieder da seid."

Shulman: "Homeoffice ersetzt nicht die Arbeit im Büro"

Homeoffice als Angebot für familienfreundliches Arbeiten käme für sie jedenfalls nicht in Frage: "Nennt mich altmodisch, unflexibel oder nicht vertraut mit den Entwicklungen der Telekommunikation. Aber wenn ich ins Büro gehe, möchte ich mein Team um mich haben. Wenn ich gar nicht bemerke, ob jemand da ist oder nicht - dann ist die Zeit, sich Sorgen zu machen."

Homeoffice? Shulman: "Wenn ich meine Mitarbeiter nicht sehe, dann gilt das nicht."

Der Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten. „Frauen sollten das Recht haben, sich um ihre Kinder so zu kümmern, wie um ihren Job“, wettert eine Mutter bei Twitter. Nur einer der vielen empörten Kommentare über so wenig Verständnis, Kind und Job unter einen Hut zu bekommen.

Shulman ließ die Kritik bislang unberührt. Immerhin betrachtet sich die Chefredakteurin selbst als Paradebeispiel einer "Working Mum". Nur vier Monate nach der Geburt ihres Sohnes sei sie wieder im Büro gewesen. "Jede Frau kann das hinbekommen."

Rachel Burrows, Autorin der britischen Mütter-Website Netmums kontert: "Frau Shulman spricht ein paar interessante Fakten an – etwa, dass Arbeitgeber nach wie vor nicht bereit sind, Frauen, die sich nicht nur für die Karriere, sondern auch für Kinder entscheiden, zu unterstützen. Sie berichtet aus der Sicht einer privilegierten Mode-Redakteurin, deren Lebensumstände nicht mit jenen einer normalen Frau vergleichbar sind." Dazu legte sie eine Statistik vor: Frauen arbeiten im Durchschnitt nach sechs Monaten wieder, das zweite Kind kommt 3 Jahre und acht Monate nach dem ersten.

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Themen: Karriere, Familie