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Vorsorgen statt Nachsorgen

Wie wichtig die Gesundheitsvorsorge ist, zeigt das vielfältige Angebot der österreichischen Sozialversicherung. Denn Prävention kann Leben retten. Welche Vorsorgemöglichkeiten es sonst noch gibt, verrät eine Expertin.


Vorsorgen statt Nachsorgen
© GettyImages

Wissen Sie, was toll ist? Eigentlich haben wir sie selbst in der Hand: unsere Gesundheit. Wer gesund lebt, sprich: sich ausreichend bewegt, ausgewogen isst, nicht raucht und Alkohol ausschließlich in Maßen konsumiert, hat demnach gute Chancen, alt zu werden. Konkret bedeutet das: Frau und Herr Österreicher leben heute im Schnitt 82 bzw. 75 Jahre. Das sind sieben (Frauen) bzw. acht Jahre (Männer) mehr als noch im Jahr 1974 – das zeigte eine Erhebung des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger. Ein Verdienst medizinischer Errungenschaften der letzten Jahrzehnte? Zum Teil, aber eben nicht ganz.

Vorsorgen ist besser als heilen

Denn neben innovativer, wissenschaftlicher Fortschritte und dem wachsenden Gesundheitsbewusstsein verdanken wir die gestiegene Lebenserwartung der im Jahr 1974 eingeführten Vorsorgeuntersuchung. Sie bietet allen Personen mit Wohnsitz in Österreich ab dem 18. Lebensjahr einmal jährlich ein kostenloses, umfangreiches Untersuchungsprogramm und verfolgt dabei zwei Ziele: Vermeidung gesundheitlicher Risikofaktoren und die Früherkennung diverser Krankheiten. Das bedeutet: Nur wer seine individuellen Risiken kennt, kann aktiv vorbeugen, und nur wer etwaige Krankheiten frühestmöglich erkennt, hat nachweislich die höchsten Chancen auf Heilung und bestmögliche Lebensqualität.
So hat beispielsweise die frühzeitige Therapie von Bluthochdruck dazu beigetragen, dass sich die Todesrate bei Schlaganfällen seit 1980 um 45 Prozent reduziert hat. Und die Einführung einer einfachen Abstrichuntersuchung (PAP) hatte einen Rückgang der Sterblichkeitsrate bei Gebärmutterhalskrebs um 50 Prozent zur Folge.

Gendergerechte Vorsorge

Doch: Frau und Mann könnten unterschiedlicher nicht sein – auch in puncto Gesundheit haben die Geschlechter eindeutige Alleinstellungsmerkmale. Das weiß auch das österreichische Gesundheitssystem und ruft für seine Bevölkerung genderorientierte Untersuchungen auf den Vorsorgeplan. Übrigens: Jeder fünfte Mann war noch nie bei einer Vorsorgeuntersuchung. Dabei ließen sich erste Veränderungen der Prostata und Hoden durch eine kurze, schmerzlose Untersuchung frühzeitig erkennen und so Schlimmeres verhindern. In diesem Sinne: Im April heißt es wieder „Loose Tie“ – eine Initiative der Österreichischen Krebshilfe, die Vorsorgeuntersuchungen für Männer in den Fokus rückt. Also, Männer, beweist Stärke und geht zum Arzt! Weil Vorsorge Leben rettet. Welche Vorsorgemöglichkeiten es sonst noch gibt und wie man sich für den Ernstfall bestmöglich absichert? Wir haben nachgefragt.

»Darmkrebs zählt hierzulande zu den häufigsten Krebsarten. So weit muss es nicht kommen: Im Zuge einer Routine-Darmspiegelung (ab 50 alle zehn Jahre empfohlen) können sogenannte Polypen der Darmschleimhaut – 40 Prozent werden innerhalb von zehn Jahren bösartig – direkt entfernt werden. Oberstes Gebot: keine Scham vor dem Darm!«

INTERVIEW: Prävention auf allen Ebenen

mit Sabine Usaty, Vorstandsmitglied der UNIQA Österreich Versicherungen AG

Welche Vorsorgemöglichkeiten gibt es, um sich zusätzlich abzusichern?

Wir alle wissen, was einen gesunden Lifestyle ausmacht. Dennoch scheitert es wie so oft an der Umsetzung. Genau hier setzen maßgeschneiderte Vitalprogramme und Gesundheitsservices an: So stehen die UNIQA VitalCoaches beratend und motivierend zur Seite, regelmäßige Gesundheitschecks zeigen den so erzielten Fortschritt auf, und private Krankenversicherungen bieten beste medizinische Versorgung und Sicherheit für den Ernstfall.

Abgesehen vom Gesundheitssektor: Welche weiteren Vorsorgemöglichkeiten gibt es?

Wir werden immer älter und können unsere Pension deutlich länger genießen. Dadurch wird auch die Pensionslücke – die Differenz zwischen dem Aktiveinkommen und der staatlichen Pension – immer größer. Somit gewinnt die Pensionsvorsorge an Wichtigkeit.

Gibt es auch hier geschlechtsspezifische Unterschiede?

Die gibt es! So bekommen Frauen im Durchschnitt um 539 Euro, das sind rund 34 Prozent, weniger staatliche Pension als Männer – ursächlich für das Pensionsgefälle sind Unterschiede in der Entlohnung sowie höhere Teilzeitquoten bei Frauen, meist bedingt durch Kinderbetreuung oder Betreuung von Angehörigen.

Was würden Sie Frauen raten?

Zuallererst ausreichend Pensionsversicherungszeiten sammeln – sprich: frühestmöglich Jobs mit Sozialversicherung annehmen. Die Pensionslücke kann nur durch ausreichend sozialversicherte Jahre und eine private Pensionsvorsorge so gering wie möglich gehalten werden. Jungen Menschen rate ich, auch während der Kindererziehung maximal dazuzuverdienen, wobei mir bewusst ist, wie schwierig das sein kann. Es geht um halbe-halbe – nicht nur im Haushalt, sondern auch bei der Pensionsvorsorge! Übrigens: Elternteilzeit ist auch partnerschaftlich möglich!

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