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Wärmende Lebensmittel

Mit dem Wissen der TCM trotzen wir dem kalten Wetter. Sie besagt: Viele Lebensmittel heizen uns von innen ein. Wir wissen welche.

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Wärmende Lebensmittel
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Spätestens dann, wenn unsere Wangen auch ohne Rouge rosig glänzen, ist der Winter da. Deshalb rät die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) jetzt zu Lebensmitteln, die durch ihre Inhaltsstoffe den Körper aufwärmen. TCM-Beraterin Ruth Kaikov hat uns erklärt, wie wir dieses Wissen nutzen können. Sie setzt es auch auf der Speisekarte ihrer beiden Wiener Lokale um (tewa672.com).

Yin & Yang. Die TCM-Küche basiert auf dem Ausgleich von Yin und Yang in unserem Körper. Yin-reiche Lebensmittel stehen für alles Kühlende wie z.B. Gurken, Tomaten, Zitrusfrüchte. Wir essen sie besonders gerne im Sommer. Yang-lastige Nahrungsmittel wärmen uns dagegen und leisten vor allem im Winter wertvolle Dienste. Hast du häufig kalte Hände und Füße, blasse oder trockene Haut, schwitzt selten und hast wenig Durst, solltest du verstärkt solche Dinge essen. Übrigens: Auch die indische Heilkunst Ayurveda kennt diese Unterscheidung. Und Europas mittelalterliche Heilerin Hildegard von Bingen hat in ihren Schriften ebenfalls das Prinzip vertreten. Alle drei Systeme kommen zu ähnlichen Schlüssen.

Bitte braten. Die thermische Wirkung von Lebensmitteln lässt sich übrigens auch durch ihre Zubereitung verändern. Langes Kochen etwa lässt die Speisen Energie speichern. Nicht ohne Grund empfinden wir Suppen und Eintöpfe im Winter als besonders wohltuend. Deshalb sollten leicht frierende Menschen auch so oft wie möglich warm essen. Statt kaltem Frühstücksmüsli empfiehlt Kaikov den klassischen Getreidebrei Porridge. Frischen Salat ersetzt man durch gebratenen Chicorée, das Abendbrot sollte winterlichen Eintöpfen weichen. Besonders gestärkt wird das wärmende Yang-Element auch durch Grillen, Braten oder Rösten. Die gute Nachricht: Absolute Verbote gibt es nicht. Denn durch Kombinieren von heißen und kalten Lebensmitteln lassen sich Extreme vermeiden. Man muss also nicht monatelang auf die geliebte, aber kühlende Banane verzichten, wenn man sparsam mit ihr umgeht und sie nur hin und wieder in ein wärmendes Porridge hineinschnippelt.

Achtung heiß. Für besondere Härtefälle gibt es ein paar Spezialzutaten, die das innere Feuer so richtig anfachen. Dazu gehören z.B. Lamm, Knoblauch, getrockneter Ingwer, Zimt, Chilipulver oder gegrilltes Fleisch. Hier ist aber Vorsicht geboten. Diese Lebensmittel sollte man gering dosieren, sonst wirken sie überhitzend. Menschen, die auch im Winter leicht schwitzen, zu Hektik und hohem Blutdruck neigen, sollten wärmende und vor allem heiße Lebensmittel seltener essen. Sie dürfen dafür auch im Winter bei erfrischenden Obstsorten, Joghurt oder Salaten herzhaft zugreifen.

Ausgleich. Das große Zaubermittel der TCM ist die Balance. So etwa bei unserem liebsten Genussmittel, dem Kaffee. Dieser wirkt wärmend, wenn man allerdings zu viel trinkt, macht er uns hektisch und treibt den Blutdruck in die Höhe. Kaikov rät deshalb, ihn mit einer Prise gemahlenem Kardamom zu servieren. Die ätherischen Öle neutralisieren Koffein, Bitterstoffe und Säuren und machen ihn so verträglicher. Und die neue Geschmacksnote schmeckt auch noch köstlich.

Thema: Ernährung