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Penis-Protest in Austin: Cocks statt Glocks

Hunderte Studenten nehmen in Austin, Texas, Dildos mit auf die Uni. Der bitterernste Hintergrund des kuriosen Penis-Protestes mit Sex-Spielzeugen.

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Penis-Protest in Austin: Cocks statt Glocks

Jessica Jin, Initiatorin des Penis-Protestes

© Reuters Staff

An Jessica Jins Rucksack baumelt ein überdimensionaler Plastik-Penis. Jessica arbeitet nicht im Rotlicht-Gewerbe. Sie ist Studentin an der hochangesehenen Universität von Austin im amerikanischen Bundesstaat Texas. Was also macht der Dildo an ihrer Tasche?

"Make Love Not War" lautete ein Slogan der Hippie-Bewegung in den 70er Jahren. Liebe statt Krieg, Sex statt Waffen. Und auch Jessica Jin hat mit ihrem Dildo nichts Anrüchiges im Sinn. Er ist Zeichen ihres Protests, dem mehrere 100 Studenten der University Austin gefolgt sind. Mehrere 100 kamen mit gut sichtbaren Sex-Toys auf den Campus.

Denn seit August ist es Studenten mit einer entsprechenden Lizenz in Texas erlaubt, ihre Waffe mit auf den Campus zu nehmen. Am ersten Tag des neuen Semesters kam es deshalb zu einer friedlichen Gegen-Kundgebung: „Cocks not glocks“ (Penisse, keine Waffen), so das Motto.

Texas: Penis-Protest gegen Waffen und Doppelmoral

Die Demo richtete sich nicht nur gegen die laschen Waffengesetze in den USA, sondern auch gegen die absurde Doppelmoral. Denn im Gegensatz zu scharfen Waffen sind Sexspielzeuge an den Universitäten von Texas verboten - 500 Dollar Strafe drohen bei Zuwiderhandeln. Dazu darf jeder Texaner nur maximal sechs Sex-Toys besitzen. Alles andere wäre strafbar.

Jessica Jin: "Es ist ein Wahnsinn, dass in unserem Land Sexspielzeug verboten, aber der Besitz und das Tragen von Waffen an Universitäten erlaubt wird." Sie gründete eine Facebook-Gruppe, in der sie zur Spende von Dildos für die Uni-Demo aufrief. Binnen kürzester Zeit wurden mehr als 4500 Dildos gespendet und konnten am Tag des "Penis-Protestes" verteilt werden.

Die Uni-Verwaltung ließ die "Cocks Not Clocks"-Demonstranten gewähren: "Es handelt sich dabei um ein politisches Statement, nicht um eine Obszönität," so ein Statement des Uni-Sprechers. Jin und das Organisations-Team sind von dem Zuspruch begeistert: "Wir haben den Startschuß gesetzt – andere Universitäten im ganzen Land sollten folgen!"

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