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Warum du öfters Waldbaden solltest!

Nein, hier ist nicht das Baden in einem Waldsee gemeint, sondern eine Art natürliche Aromatherapie, wenn man durch einen Wald geht. So geht Waldbaden:

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Warum du öfters Waldbaden solltest!
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Das moderne Leben mit all seiner Hektik birgt viel Stress. Und diesem Stress kann man sich nicht immer entziehen, so dass körperliche Auswirkungen auch nicht immer weit sind. Bluthochdruck, Magenbeschwerden, innere Unruhe, Kopfschmerzen oder Schlaflosigkeit gehören zu den typischen Stresssympthomen. Doch so viele Symptome Stress auch haben mag, es gibt mindestens genauso viele Theorien und Möglichkeiten, wie man den Dauerstress loswerden kann. Eine sehr schöne Methode ist das Waldbaden!

Selbst wenn man kein Naturmensch ist, muss man doch zugeben, dass ein Spaziergang durch den Wald sehr entspannend sein kann. Die Ruhe, das Licht, die Farben und die Gerüche bewirken, dass wir uns wohlfühlen und so richtig abschalten können. Und diese Empfindungen haben nichts mit Esoterik oder Einbildung zu tun, sondern sind wissenschaftlich bewiesen! Im Bereich der Waldmedizin (ja, diesen Fachbereich gibt es wirklich) wurde in den letzten Jahrzehnten viel geforscht. Und wer hat's erfunden? Das japanische Agrikultur-Ministerium im Jahre 1982.

Was ist Waldbaden?

Damals wollte man Ausflüge in den Wald promoten, sie zur wünschenswerten Freizeitbeschäftigung ernennen. Einfach, weil man bemerkte, welch positiven Auswirkungen ein einfacher Spaziergang durch den Wald auf Menschen haben. Am Anfang konnte man die Beobachtungen noch nicht wissenschaftlich untermauern, doch wurde die Praxis Shinrin Yoku, also Waldbaden genannt. Im Laufe der Zeit kamen dann die nötigen Studien. Demnach ist Shinrin Yoku eine Art natürliche Aromatherapie, denn die Bäume schütten ätherische Öle aus. Diese können das Immunsystem stärken und Stress mindern.

Das Team rund um Yoshifumi Miyazaki legte ein Experiment an, um die positiven Auswirkungen zu messen: Zwei Testgruppen wurden gebildet. Die einen verbrachten den Tag im Wald, die anderen hielten sich in der Stadt auf. Dann wurde der Cortisolpegel im Speichel gemessen sowie der Blutdruck, der Puls und der Herzrhythmus. Die Untersuchung zeigte, dass jene Gruppe, die im Wald gewesen war, einen niedrigeren Cortisolpegel aufwies und ebenso einen niedrigeren Blutdruck, Puls und eine ruhigere Herzfrequenz. Vor allem das niedrigere Cortisol gibt Auskunft darüber, wie gut die Natur tun kann, denn dies ist unser "Schutzstoff" gegen starken Stress. Ergo: Je mehr Cortisol unser Körper ausschüttet, desto mehr stehen wir unter Stress.

Und wie geht Shinrin Yoku?

Es gibt keine Regeln, keinen 5-Punkte-Plan oder sonst eine Vorgabe, an die man sich halten muss. Es ist wichtig, sich Zeit für die Erfahrung zu nehmen, so dass man sich nicht durch das Grün hetzen muss. Man spaziert langsam, man nimmt sich Zeit, die Geräusche aktiv zu hören und die Gerüche aktiv aufzunehmen. Wer für Meditation offen ist, kann sich gern auf den Waldboden setzen und dort eine Session einlegen. Es kann aber auch nur ein "einfacher" Spaziergang mit dem Hund, dem Partner oder der Freundin sein. Denn das Gute liegt im Wald immer in der Luft - vor allem, wenn es zuvor geregnet hat!