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Wandern ist ein Alleskönner

Der Weg ist das Ziel: Marschiere Schritt für Schritt dem Alltag davon. Denn Wandern macht fit, löst Stress und beflügelt den Geist. Was du wissen solltest, bevor es auf den Berg geht, erfährst du hier.

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Frau, wandern
© istockphoto.com

Das gute alte Wandern hat wieder Saison. Werbekampagnen wie "Ich bin raus" zeigen uns Bergpanoramen und Natur pur und spielen mit der neuen Lust am Outdoor-Erlebnis. Um dieses Lebensgefühl von Freiheit und Unbeschwertheit selbst zu entdecken, schnüren neben den echten Profis deshalb immer mehr Unerfahrene und sogar Bergneulinge die Wanderschuhe. Hast du auch schon Lust darauf bekommen? Dann bist du hier richtig. Wir haben für dich zusammengefasst, wie man sich optimal auf eine Tour vorbereitet und was es ab 1.500 Metern alles zu beachten gilt. Denn einfach nur losgehen, das reicht für ein gelungenes Bergerlebnis nicht ...

Wandern macht so richtig fit – und das ganz nebenbei.

OUTDOOR BRINGT'S. Gemütliches, unangestrengtes Dahinschlendern auf bequemen Wegen? Wer glaubt, so sieht Bergwandern aus, liegt falsch. Denn in Wirklichkeit geht in unserem Körper da fitnessmäßig richtig die Post ab, wie auch eine Studie des Kölner Instituts für Prävention und Nachsorge beweist. Wegen der permanenten Auf- und Abstiege schlägt das Herz zwischen 140 und 170 Mal pro Minute – perfektes Intervalltraining also! Auch der Kalorienverbrauch ist beachtlich, rund 600 Kalorien sind es pro Stunde, 20 Prozent mehr als auf dem Hometrainer. Wer sich regelmäßig in luftige Höhen wagt, trainiert neben dem Herz-Kreislauf-System übrigens auch die Lungenfunktion. Der Fettstoffwechsel wird angekurbelt, die Wirbelsäule gekräftigt, die Muskeln, Knochen und Gelenke werden schonend trainiert. Wichtig ist auch, dass du dir nicht gleich zu Beginn den Spaß an der Sache nimmst. Für Einsteiger ist eine 10-Kilometer-Strecke genug! Miss dein Durchhaltevermögen nicht an den gemütlichen Spazierwegen, die du normalerweise gehst. Unebenheiten, Wurzeln und loses Gestein verlangen viel Konzentration für den richtigen Tritt. Auch durch die Steigung kommt man viel langsamer voran. Faustregel: je mehr Steigung, desto kürzer die Gesamttrecke. Das Tempo ist dann ideal, wenn du dich noch gut unterhalten kannst. Als Richtwert gilt: Langsame Geher und Neulinge schaffen etwa 300 Höhenmeter pro Stunde, geübte, trainierte Bergsteiger machen bis zu 500. Wenn du unsicher bist, wie viel du dir als Einsteiger zutrauen kannst, informiere dich beim Alpenverein (alpenverein.at) über gute Anfängerstrecken oder nimm eine erfahrene Begleitung mit.

Perfekt für Naturliebhaber – gute Ökobilanz inklusive.

THINK GREEN. Die Natur tut nicht nur uns gut, auch wir tun was für sie beim Wandern: Wir verbrauchen kaum Ressourcen und schonen so die Umwelt nachhaltig. Und wem sein ökologischer Fußabdruck besonders wichtig ist, der reist öffentlich zum Startpunkt an. Viele Bergrouten sind optimal mit Zug und Bus erreichbar, zahlreiche Tourismusorte setzen auf autofreie Mobilität. Auf alpine-pearls.com findest du eine Auflistung jener Gebiete in Österreich, die einen "sanften Transfer" wie z. B. Wanderbusse oder -taxis anbieten.

Ideales Stressventil und Wellness für den Kopf.

HOCHGEFÜHL. Der nächste Pluspunkt: Das Wandern steigert unser allgemeines Wohlbefinden. Beim Dahingehen nehmen wir die Natur und ihre Schönheiten viel intensiver wahr, das Gehirn schaltet in eine Art "Erholungsmodus". Durch die Weite des Blicks und die monotone Bewegung beginnen unsere Gedanken zu schweifen, das macht den Kopf frei. Durch die erhöhte Sauerstoffaufnahme schüttet der Körper auch mehr Serotonin aus, die Glückshormone sorgen für ein richtiges Stimmungshoch.

Wie sie perfekt gestylt den Gipfel stürmen.

AUSRÜSTUNG. Die richtige Kleidung ist das Um und Auf für ein gelungenes Wandererlebnis. Denn mit Sommerröckchen und Sandalen kommst du nicht weit. Gönne dir eine Wanderhose und ein Funktionsshirt: Das Material trocknet schnell und vermeidet Scheuerstellen, wenn man länger geht. Besonderer Tipp fürs Shirt: Merinowolle. Die hat einen extrem hohen Tragekomfort, trocknet im Handumdrehen und fängt nicht an zu riechen. Denke außerdem daran, dass es am Gipfel oft kühl und windig ist. Ein trockenes Shirt zum Wechseln und eine warme Jacke sollten im Rucksack sein. Auch ein Regenschutz ist nötig. Das Wetter kann schnell umschlagen, auch wenn im Tal die Sonne strahlt. Outdoor-Kleidung schaut inzwischen übrigens richtig gut aus – also viel Spaß beim Shoppen.
Ebenso wichtig: das Schuhwerk. Je nachdem, ob du auf ausgebauten Wegen oder Geröll gehst, gibt es spezielle Wanderschuhe. Lass dich in einem Fachgeschäft beraten und achte auf hohe Qualität, denn der Schuh muss einiges aushalten. Ein neu gekauftes Paar laufe am besten schon vorher bei Spaziergängen ein, damit es am Berg nicht zu Blasenbildung kommt. Leichte Druckstellen kannst vor dem Start mit Leukoplast abkleben.
Was auch noch dabei sein muss: Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor, Sonnenbrille und Hut oder Kappe. Denn je weiter man oben ist, desto intensiver ist die Sonneneinstrahlung. Jetzt musst du nur noch genügend Wasser und etwas energiereichen Proviant (z. B. Trockenfrüchte, Bananen) einpacken und du bist perfekt für den Berg gerüstet. Und auf der Hütte gibt es dann die zünftige Brettljause :-)