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Wann eine Tasse Kaffee nicht mehr wirkt

Wenig Schlaf, am nächsten Morgen schnell zwei, drei Tassen Kaffee und es geht wieder. Doch Forscher stellten fest: Nach einer gewissen Zeit ist Kaffee unwirksam.

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Wann eine Tasse Kaffee nicht mehr wirkt
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Du hast dich die halbe Nacht herumgewälzt, wenig Schlaf gefunden (oder warst mit deinen Freundinnen etwas zuuuuu lange aus). Am nächsten Morgen trinkst du zwei, drei Tassen Kaffee, schon geht es wieder ein wenig besser. Konzentration ist da, die Müdigkeit zumindest für kurze Zeit übertüncht.

Wie schnell wirkt Kaffee?

Innerhalb von 30 Minuten nach dem Kaffeegenuss wird das Koffein über den Magen und den Dünndarm resorbiert und dann im gesamten Körper verteilt. Das Koffein überwindet die Blut-Hirn-Schranke fast ungehindert, erreicht so schnell das Gehirn und wirkt auf das zentrale Nervensystem. Lustigerweise ist Koffein der Struktur nach dem körpereigenen Botenstoff Adenosin sehr ähnlich. Dieser Stoff ist eigentlich dafür zuständig, dem Körper Müdigkeit zu signalisieren, da er die Ausschüttung und Wirkung von belebenden Stoffen wie Dopamin oder Noradrenalin beeinflusst.

Koffein wirkt als Antagonist (Gegenspieler) des Adenosins: Es hebelt seine Wirkung aus, weil es die Adenosin-Rezeptoren zwar besetzt, sie aber nicht aktiviert. So bekommen die Nervenbahnen kein Signal zur Drosselung und arbeiten einfach munter weiter. Die Reaktionszeit und geistige Leistungsfähigkeit wird erhöht.

Ab wann wirkt Kaffee nicht mehr?

Damit könnte Kaffee eigentlich das genialste Mittel gegen Müdigkeit sein. Doch nun fanden Forscher des amerikanischen Walter Reed Institute of Research heraus: Die Wirkung von Kaffee hält nicht ewig an. Konkret stellten sie in ihrer Studie fest: Nach zwei bis maximal drei Nächten mit lausigem Schlaf hilft nicht einmal mehr ein Liter Kaffee, um dich wieder leistungsfähig zu machen.

Dafür teilten die Wissenschaftler 48 Probanden in zwei Gruppen ein. Beide Gruppen durften über den Zeitraum von fünf Nächten nur jeweils fünf Stunden schlafen. Die eine Testgruppe bekam am Morgen ein angeblich aufputschendes Placebo – die andere Gruppe durfte zweimal pro Tag eine Tasse Kaffee als Muntermacher trinken.

Dabei zeigte sich: In den ersten beiden Tagen schnitt die Probandengruppe der Kaffeetrinker bei Leistungstests nachweislich besser ab und fühlte sich nach dem Genuss von Kaffee auch prinzipiell munterer. Nach drei Nächten jedoch fiel das Leistungsniveau auch der Kaffeetrinker drastisch ab. Sie füllten ihre Tests genauso fehlerhaft und unkonzentriert wie jene Teilnehmer aus, die nur ein Placebo erhalten hatten.

Die Conclusio? Ein Espresso pusht dich in unruhigen Zeiten zwar auf. Aber nach zwei Tagen hilft nichts mehr – außer ein wenig mehr Schlaf...

Thema: Schlafen