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Warum Belästigung ABSOLUT NICHTS mit deiner Rocklänge zu tun hat

Parka, Stiefel, dicker Schal, Wollstrumpfhose - ein Outfit, das danach schreit, dass man von einem Mann blöd angequatscht wird. Und der Grund, warum dieses tausendfach online geteilt wurde.

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Warum Belästigung ABSOLUT NICHTS mit deiner Rocklänge zu tun hat

Pfiffe. Untergriffige Meldungen. Und vielleicht Schlimmeres. Fast jede Frau wurde schon ein- oder mehrmals von Männern zumindest verbal belästigt. Von fremden Männern, an denen man auf der Straße vorbei geht, die einem in der Straßenbahn gegenüber sitzen, die in den selben Aufzug steigen und und und. Ohne Vorwarnung kommt ein unerwünschter Kommentar zum Aussehen beziehungsweise zu einzelnen Körperteilen, die scheinbar lautstarke Erwähnung bedürfen.

"Du willst das nicht? Dann zieh dich doch nicht so an, dass du Männer aufstachelst!" Das ist flächenübergreifend die Lösung, die dann angeboten wird. Abgesehen davon, dass man damit die Opfer und nicht die Täter verantwortlich macht, ist das Argument auch vollkommen nutzlos. Denn wie du dich anziehst ist in Wahrheit völlig egal.

Das beweist Christen Brandt aus New York mit einem Facebook-Posting, worin sie ihr aktuelles Outfit präsentiert. Ein Outfit, um gegen den beißenden Winter in dieser Stadt gewappnet zu sein: bauschiger Parka, flache Stiefel, dunkle Strumpfhose und Strickschal. Und selbst in dieser "Tarnkleidung" wird man als Frau objektifiziert.

Aber sie hat genug von den blöden Meldungen, die sie von Männern als "Komplimente" erhält und lässt ihrem Ärger Luft! Mit Worten, die nun bereits tausendfach geteilt wurden. Wir können ihr nur zustimmen und hoffen, dass ihr Kommentar vielleicht den ein oder anderen Mann umdenken und seine Gedanken für sich behalten lässt:

This is what I was wearing this morning as I made my way through a crowded 34th Street subway station, and a man passing...

Posted by Christen Brandt on Donnerstag, 28. Januar 2016

Übersetzung:

"Das hatte ich heute Morgen an, als ich mich durch die volle U-Bahnstation an der 34th Street kämpfte, und ein Mann, an dem ich vorbei lief, zu mir sagte: "Verdammt, du hast großartige Beine!". Als ich ihn ignorierte und weiter ging, drehte er um, folgte mir und kam näher, obwohl ich versuchte mich zu distanzieren. "Hast du mich gehört, Liebling? Ich sagte, du hast nette Beine. Verdammt! Danke schön!"
Es war das "Danke schön!" das mich traf. Als ob die 10 Zentimeter verhüllte Haut für ihn da wären. Mit brauner Strumpfhose wie ein Geschenk eingewickelt. Nur existent auf dieser Welt, um von ihm wertgeschätzt zu werden. Oder nicht.
Das nächste Mal, wenn du überlegst, ob dein Rock denn zu kurz wäre, das nächste Mal, wenn du deiner Teenager-Tochter sagst, sie soll ihre Kleidung wechseln oder das nächste Mal, wenn du etwas über Vorschriften bezüglich Kleidung in Schulen hörst, dann erinnere dich an dieses Foto.
Ich trage einen verdammten Parka und Stiefel.
Und. es. ist. egal.
Alle Frauen hatten schon so einen Moment. Jede von uns. Und die Welt tut so, als wäre es unser Problem, das wir lösen müssten. Reißt euch endlich zusammen, Jungs!
Ich habe absolut genug von dem Sch...!"