Ressort
Du befindest dich hier:

Darum machen uns unsere Tage so emotional

Du bist empfindlich, könntest heulen und streiten und wieder streiten und heulen? Kein Wunder, du hast deine Tage. Warum uns die Periode so emotional macht.

von

Darum machen uns unsere Tage so emotional
© iStockphoto

Früher habe ich nicht verstanden, warum die Menstruation andere Frauen in Nervenbündel verwandelt. An mir ist sie sang- und klanglos verloren gegangen, keine emotionalen Ausbrüche.

Und jetzt? Braucht man mich während der Periode manchmal nur anzutippsen, und ich fange an zu heulen. Es reicht sogar die Werbung für Merci-Pralinen, um mich in ein Bündel Elend zu verwandeln. Oder eine unbedachte Bemerkung meines Freundes, damit ich zum unzufriedenen, streitsüchtigen Giftzwerg mutiere. Es ist schrecklich.

Jede 4. Frau leidet vor ihrer Periode unter Stimmungsschwankungen

Warum reagieren wir Frauen so emotional, wenn wir unsere Tage haben? Faktum ist: Es geht gar nicht anders, die Natur hat das so bestimmt. PMS scheint keine Erfindung der modernen Medizin zu sein. Bereits Hippokrates berichtete von Frauen mit monatlichen Unruhezuständen, die sich vom Kopf in die Gebärmutter bewegen. Der Begriff umschreibt keine Erkrankung, sondern eher eine Sammlung von Beschwerden, die Frauen in den Tagen vor ihrer Monatsblutung erleben. Die Betroffenen sind demnach niedergeschlagen, reizbar, klagen über Kopfschmerzen oder Schlafstörungen. Rund jede vierte Frau leidet laut Experten unter solchen Stimmungstiefs.

Warum wir während unserer Tage so emotional sind

1

DER HORMONSPIEGEL SCHWANKT. Normalerweise ist unser Progestoron-Spiegel im Gleichgewicht. Fein, denn das Gelbkörperhormon wirkt beruhigend auf unseren Organismus. Während unserer Tage jedoch senkt sich der Progestoron-Ausstoß – was zu Pickeln, Brustschmerzen und Krämpfen führt. Und jetzt mal ehrlich: Wer soll entspannt sein, wenn der Busen spannt und der Magen krampft? Dazu kommt, dass die Natur in diesem Zeitraum auch unseren Östrogen-Ausstoß senkt. Weniger Glückshormone = weniger Fröhlichkeit?

2

DER SEROTONINSPIEGEL SINKT. Du dachtest, damit ist die Sache erklärt? Mitnichten. Es gibt noch mehr wunderbare Erklärungen für unsere miese Laune während der Tage. Denn auch Neurotranmitter haben Auswirkungen auf unsere Stimmungslage. Ein niedriger Serotoninspiegel schlägt sich in gereiztem Verhalten und – verdammt! – Heißhungerattacken nieder.

3

ICH SCHLAFE NICHT AUSREICHEND. Nicht ganz erforscht ist, WARUM wir Frauen während unserer Periode so schlecht schlafen. Ist es der veränderte Hormonspiegel? Ist es die kohlenhydratreichere Kost? Fakt aber ist: sieben von zehn Frauen leiden während der Menstruation unter Schlafstörungen. Und die, oh Wunder, wirken sich in verdammt schlechter Laune und Gereiztheit aus.

4

ICH BIN SCHMERZEMPFINDLICHER. Während der Periode sinkt unsere Schmerztoleranz. Zu Unterleibsschmerzen und geschwollenen Brüsten kommen oft auch Kopfschmerzen. Generell sind wir jetzt schmerzempfindlicher, leiden beim Waxing oder beim Zahnarzt jetzt viel mehr als an normalen Tagen. Stimmungs-Tief!

5

ICH MACHE WENIGER SPORT. Während meiner Tage fühle ich mich aufgebläht und energielos. Verzichte ich dann noch auf Sport, sinkt mein Serotoninspiegel endgültig in den Keller. Ein Teufelskreis. Um die Stimmung zu heben sollte man deshalb während der Periode weiter trainieren – aber ein wenig vom Gas gehen.