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Warum Furcht so viel Spaß macht

Horrorfilme, Hochschaubahnen, Fallschirmspringen: Viele Menschen lieben es Dinge zu tun, die einen in Angst versetzen. Aber warum empfinden wir diese Furcht als Vergnügen?

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Warum Furcht Spaß macht
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Es beginnt schon im Kindesalter: Wir liebten Märchen mit bösen Hexen, Kindern, die in der Dunkelheit verlassen herumirren oder grausamen Drachen. Und heute stellen wir uns im Kino, in Vergnügungsparks oder bei sogenannten Fun-Sportarten unseren Ängsten. Aber warum lieben Menschen den Nervenkitzel so sehr?

Schließlich empfinden wir Horrorfilme ja als abstoßend und dennoch faszinierend, empfinden bei einem Fallschirmsprung Todesangst und dennoch ein absolutes Hochgefühl. Man sollte eigentlich meinen, dass wir Momente nicht suchen, wo wir der Angst ausgesetzt sind - aber viele tun genau das!

Denn Angst ist nicht prinzipiell etwas Schlechtes. Durch sie wird unser Körper auf eine mögliche Gefahr vorbereitet entsprechend zu reagieren: bei unseren frühen Vorfahren meist mit Flucht oder Kampf. Daher erhöht sich der Herzschlag und die Atmung wird intensiviert. Automatisch werden bestimmte Botenstoffe in unserem Hirn ausgeschüttet - so haben wir genügend Energie, fühlen weniger Schmerz und vergessen gleichsam Dinge, die uns sonst belasten, wie etwa Sorgen.

Man fühlt sich also energetisch sowie schmerz- und sorgenlos - das klingt ja schon einmal vielversprechend! Eigentlich ein Zustand, den wir auch in positiver Aufregung empfinden - wie bei Freude und beim Sex. Nur der Kontext ist eben ein gänzlich anderer - die Auswirkung auf unseren Körper jedoch in vielerlei Hinsicht identisch: Man fühlt sich regelrecht euphorisch!

Dazu kommt das Wissen, dass wir ja im Kino oder auf der Hochschaubahn nicht wirklich in Gefahr sind, und schon können wir diesen natürlichen Rausch unseres Körpers sogar genießen. Ein befreiendes Lachen löst also die Anspannung. Und daher kann Schreien auch jederzeit in Lachen übergehen und umgekehrt.

Zusätzlich werden diese Erlebnisse oft mit anderen geteilt: Und Emotionen sind ansteckend - wenn deine Freunde und Freundinnen lachen oder sich fürchten, dann reproduzierst du das Gefühl und verstärkst dieses sogar. Und dank dem ebenso ausgeschütteten "Kuschelhormon" Oxytocin fühlst du dich nach der nervenaufreibenden Erfahrung deiner Begleitung noch näher und verbundener.

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