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Warum stechen Gelsen immer nur mich?

"Dein Blut ist halt besonders süß!" sagt man, wenn Menschen häufiger von Gelsen gestochen werden als andere. Ob daran wirklich was dran ist?

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Warum stechen Gelsen immer nur mich?

Warum erwischen sie immer mich?

© Thinkstock

Du kennst das. Ihr sitzt im Garten, nackte Beine, bloße Arme. Aber während alle anderen entspannt sitzen, ziehst du die Gelsen an wie die Motten das Licht. Bis du völlig zerstochen bist und genervt das Weite suchst.

"Du bist halt eine ganz Süße!", sagt man dann gerne. Und ein bisserl was Wahres ist tatsächlich dran.

Was lockt Gelsen an?

Denn tatsächlich sind Gelsen wählerisch. Schwangere zum Beispiel werden häufiger gestochen als andere Frauen. Wer Knoblauch und Bier verspeist hat, wird in den meisten Fällen von den Blutsaugern verschont. Auch Dickere oder Leute mit höherer Körpertemperatur üben auf Gelsen eine besondere Anziehungskraft aus. Auch Menschen mit erhöhten Kohlendioxidausdünstungen eher gestochen werden. Wer zum Beispiel viel Reis isst, atmet vermehrt Kohlendioxid aus. Auch Schweißgeruch zieht Mücken regelrecht an.

Dass die Gelsen-Gier von unserem Körpergeruch – und der wieder von unserer genetischen Anlage – beeinflusst wird, das wiesen nun Forscher der London School of Hygiene and Tropical Medicine nach.

Dafür nutzten sie einen speziellen Test-Parcours: Sie ließen Tigermücken durch einen Flugkanal flattern, der sich schon nach einem kurzen Stück in zwei Teilstrecken splittete. Die Mücken konnten sich je nach bevorzugtem Geruch für einen der beiden Kanäle entscheiden. Am oberen Ende der Kanäle steckte jeweils die Hand einer Versuchsperson. Teilnehmer waren 18 eineiige - also genetisch weitgehend identische - und 19 zweieiige weibliche Zwillingspaare, deren Erbgut sich wie das anderer Geschwister erheblich unterscheidet.

Das Ergebnis: Bei den eineiigen Zwillingen konnten sich die Gelsen kaum entscheiden. Beide wurden in etwa gleich oft angeflogen. Anders der Fall bei den zweieiigen. Diese waren unterschiedlich stark begehrt.

Dies weise darauf hin, dass die Gene das Mückenstich-Risiko beeinflussen, schreiben die Forscher. Die Erblichkeit sei in etwa so stark ausgeprägt wie bei Körpergröße und Intelligenz. Nun sollen in weiteren Untersuchungen die entscheidenden Gene gefunden und die Steuermechanismen dafür identifiziert werden.

Prima... Nun wissen wir also, WARUM sie vor allem uns ansteuern. Aber wie wir vorbeugen? Hm. Nun: Wir verraten hier zumindest, was bei einem Gelsenstich am besten hilft.