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SPÖ: Warum gibt es keine Bundeskanzlerin?

Der neue Kanzler und SPÖ-Vorsitzende wird ein Mann. So viel steht fest. Eine Petition fordert nun eine weibliche Bundeskanzlerin für Österreich.

von

Christian Kern

ÖBB-Manager Christian Kern: Wird - sehr wahrscheinlich - der neue Bundeskanzler

© REUTERS/Heinz-Peter Bader

Offiziell nominiert als Bundeskanzler und SPÖ-Chef soll ÖBB-Manager Christian Kern in einer Vorstandssitzung am Dienstag werden – inoffiziell ist Kern nach dem Rückzug von Gerhard Zeiler der einzig verbleibende Kandidat der Sozialdemokraten.

Ein Mann. Und überhaupt: Nur Männer, die für das Amt gehandelt wurden. Gibt es denn in der SPÖ keine Frau, die als erste Bundeskanzlerin Österreichs in Frage kommt? Warum trat keine der weiblichen Partei-Führungskräfte selbstbewusst auf und beanspruchte die Rolle für sich?

Diese Frage stellt sich zumindest das überparteiliche Frauennetzwerk EWMD Austria – und fordert in einer Avaaz-Petition: "An die SPÖ: Österreich braucht eine Bundeskanzlerin". Kandidatinnen gäbe es laut EWMD einige: die ehemalige Nationalratsabgeordnete Sonja Ablinger, die ehemalige Salzburger Landeshauptfrau Gabriele Burgstaller oder EX-EU-Staatssekretärin, Nationalratsabgeordnete und Siemens-Managerin Brigitte Ederer (die aber mehrfach abgewunken hat.)

Österreich braucht eine Bundeskanzlerin

Österreich, so EWMD, brauche eine "verbindende Persönlichkeit, die mit innovativen Ideen, belastbar und krisenfest eine neue politische Ära einleitet und anführt" – für das Frauennetzwerk wenig erstaunlich: eine Frau. Ein Thema, das auch in den sozialen Netzwerken diskutiert wird – auch unter Männern, wie dem Falter-Chefredakteur Florian Klenk:

Eine Frage, die Gabriele Heinisch-Hosek, Bundesministerin für Bildung und Frauen sowie Bundesvorsitzende der SPÖ-Frauen, unbeantwortet ließ. Stattdessen sprachen sich die SPÖ-Frauen heute, wie bereits acht Landesgruppen zuvor, für Christian Kern als neuen Parteivorsitzenden und Bundeskanzler aus. Dies teilte Frauen-Bundesgeschäftsführerin Andrea Brunner nach den Gremiensitzungen der Frauenorganisation der APA mit.

Weiters pochen die SPÖ-Frauen darauf, dass im roten Regierungsteam ein Frauenanteil von mindestens 40 Prozent besteht.

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