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Warum Männer Frauen nachschauen

Ein wenig Nachsicht! Männer können gar nicht anders, als anderen Frauen nachzuschauen. Es ist genetisch bedingt – das ergab zumindest eine neue Studie.

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Ein Mann flirtet bei einer Party mit einer anderen Frau

Ein kleiner Fremdblick – bei Männern genetisch bedingt

© Corbis

Egal, wie tolerant wir sind – eine Sache ärgert uns massiv. Wenn nämlich der Herzenspartner an unserer Seite seinen Kopf fast bis zur Genicksstarre nach fremden Frauen verdreht. Natürlich haben andere Mütter auch schöne Töchter. Aber müssen Männer, die in glücklichen Beziehungen leben, wirklich anderen Frauen nachschauen?

Die ebenso traurige (wie beruhigende) Nachricht: Ja. Sie müssen. Der Fremd-Blick liegt in ihren Genen und ist evolutionär bedingt. Bedeutet aber nicht, dass alle Männer, die gerne mal einem fremden Rock hinterher spächteln, auch das Fremd-Gen in sich tragen. Das ergab nun eine großangelegte Psychologie-Studie von Wissenschaftlern der Universitäten von Stirling und Glasgow.

Für die Untersuchung wurden männlichen und weiblichen Probanden immer wieder Fotos verschiedener Gesichter vorgelegt. Die Studien-Teilnehmer sollten die Gesichter nach ihrer Attraktivität bewerten.

Das überraschende Ergebnis: Je öfter den Frauen das Bild eines Mannes unter die Augen kam, desto attraktiver fanden sie ihn.

Ganz anders das Resultat bei der männlichen Testgruppe. Ein weibliches Gesicht, das sie in der ersten Runde als besonders schön bewertet hatten, verlor mit jeder Wiederholung an Attraktivität.

Die Ursache, so die Forscher, sei evolutionär bedingt. Der Mann, genetisch darauf programmiert seine Gene möglichst breitflächig zu säen, sei unterbewusst ständig auf der Jagd nach frischer Beute und finde diese anziehender (was aber glücklicherweise nicht automatisch bedeute, dass er sie auch erlegt.)

Die Frau hingegen, genetisch auf Kinderaufzucht eingestellt, findet Vertrautes anziehender. Die Psychologin Dr. Jane McCartney: "Unterbewusst wird Wiederkehrendes damit assoziiert, dass sich der Partner auch als Ernährer eignet, der quasi täglich neues Futter in die Höhle bringt."

Der Coolidge-Effekt

Die Tatsache, dass Männer Interesse daran haben, ihren Samen möglichst großzügig zu streuen, wird in der Psychologie auch "Coolidge-Effekt" genannt. Der Name entstand aufgrund einer überlieferten Anekdote über den 30. US-Präsidenten Calvin Coolidge.

Während eines Farmbesuches erfuhr die Präsidenten-Gattin, dass den Hahn mehrmals am Tag ein sexuelles Bedürfnis übermanne. Darauf sagte sie: "Erzählen Sie das mal Mr. Coolidge!"

Darauf fragte der Präsident, ob es immer dieselbe Henne sei, die vom Gockel besprungen werde. Als man ihm sagte, dass gleich sieben Hennen zur Befriedigung des Hahnes bereit stünden, meinte der Präsident: "Und das erzählen Sie mal Mrs. Coolidge!"