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Warum sauer schön macht

Auch die Haut braucht ab & an ein paar Fitness-Einheiten. Einige der Top-Trainer dafür heißen Retinol, Salicyl & Glykol. Mit ihnen bekommt man aber nicht den Speck weg, sondern Linien, Pigmentflecken und sogar Narben. Ein Experte erklärt, welche Säuren hilfreich sind.

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Warum sauer schön macht
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Cremen, Hegen und Pflegen ist ja gut, aber manchmal braucht die Haut einfach ein kleines Workout. Denn so, wie uns von Weihnachten oft ein paar Kilos über bleiben, zeigen sich an der Haut nach dem Sommer oft Pigmentflecken. Beziehungsweise nach einigen stressvollen Wochen ein paar Linien oder Pickelchen mehr als sonst. Dann reicht aber das stoische Einschmieren mit der Lieblingscreme nicht mehr, den Strahle-Teint bringen nur mehr säurehaltige Produkte und Treatments zurück. Was Säuren genau anstellen und welche von ihnen wofür gut sind, erklärte uns Dr. Babak Adib (wien-hautarzt.com), ein Dermatologe, der die Haut mit Säuren makellos schön macht.

Was genau bewirken Säuren an der Haut?

Multitasker. "Ganz einfach gesagt sind sie Peelings. Säuren erneuern die Haut, lösen abgestorbene Schüppchen an der Oberfläche und kurbeln die Zellteilung an. Da sich dadurch die Zellen schneller erneuern als in ihrem normalen Rhythmus (ca. alle 28 Tage), wird der Teint strahlender und frischer. Nachdem auch die Kollagensynthese angeregt wird, ist die Haut längerfristig praller. Säure-Peels lassen sich in drei Stufen unterteilen: in oberflächliche, mitteltiefe und tiefe. Erstere sind eher Produkte zum Heimgebrauch und Treatments, die im Kosmetikinstitut durchgeführt werden. Die mitteltiefen bzw. tiefen Peelings sollten hingegen nur von einem Arzt durchgeführt werden, hier kommen höherprozentige Säuren mit unterschiedlichen Einwirkzeiten zum Einsatz. Je höher die Säurekonzentration, je länger die Einwirkzeit, umso intensiver ist das Ergebnis. Produkte für den Heimgebrauch sorgen für geklärte, strahlende Haut. Medizinische Peelings beim Arzt hingegen gehen in die tieferen Schichten und lösen gröbere Probleme wie Pigmentflecken und Narben. Da sie aber nicht ganz ungefährlich sind, gehören sie vom Profi gemacht. Etwas, das für alle Anwender gilt: Die Haut wird lichtempfindlicher &sollte in dieser Zeit mit Sonnenschutz eingecremt werden", erklärt Dr. Babak.

Die sanften Mittel für zu Hause

Peels to go. "Generell sind säurehaltige Reinigungen, Masken und Lotionen gut, um die Hauterneuerung anzuregen. Wichtig: Täglich zu exfolieren, macht keinen Sinn, besser ein bis zwei Mal pro Woche oder als Kur ein Mal im Jahr durchführen. Wer Säuren als Anti-Aging-Maßnahme einsetzen will, wählt Retinol, also Vitamin A. Es reduziert Linien, verbessert Hautstruktur & Teintfarbe. Gegen Unreinheiten hilft Salicylsäure, sie wirkt talgreduzierend und vermindert Pickelchen. Auch sensible Typen müssen nicht auf Säuren verzichten: Präparate mit Milchsäure sind schön mild. Glykolsäure hingegen hat die kleinste Molekülstruktur aller Fruchtsäuren, kann bis unter die Oberfläche der Haut dringen und verjüngt sie zwar, sollte aber nur bei einer intakten Struktur angewendet werden. Wer etwas für die Strahlkraft des Teints tun möchte, greift zu Vitamin C. Es kann bei konsequenter Anwendung "frische" Pigmentflecken (noch in der obersten Hautschicht) sanft auf hellen. In jedem Fall beobachten, wie die Haut nach der ersten Behandlung reagiert. Ist sie gerötet & juckt, war das Produkt zu stark. Dann lieber zu einem milderen greifen oder weniger oft anwenden", verrät der Profi.

Wenn Profis der Haut Saures geben

Effektive Treatments. "Ein Dermatologe kann, vom aktuellen Hautzustand ausgehend, für das gewünschte Ergebnis spezielle Säure-Behandlungen durchführen. Diese machen vor allem als Kur ein Mal pro Jahr Sinn. Für starke Hauterneuerung, mit der Pigmentflecken und sogar Narben verschwinden, ist das chemische Trichloressigsäure-Peeling (TCA) ideal. Die Haut ist danach einige Tage gerötet und schält sich oft stark. Das strahlende Ergebnis ist es aber wert", so Dr. Adib.

Thema: Pflege